Interview mit Christian Redl
Christian Redl spielt den Hauptkommissar Minks in dem Film Tattoo

Frage: Was hat Sie an dem Film Tattoo besonders gereizt?

Christian Redl: Das Buch. Die Rolle. Der Regisseur. Der Partner.

Frage: Nach welchen Kriterien suchen Sie sich ihre Rollen aus?

Christian Redl: Eine Frage, die ich mir immer stelle, ist: Habe ich eine Chance, die Rolle vom Papier zu befreien und sie zum Leben zu erwecken? Wichtig ist mir auch, dass die Rolle widersprüchlich ist und interessante emotionale Dimensionen bietet.

Frage: Konnten Sie die Rolle mitentwickeln?

Christian Redl: Durch die gründliche Vorbereitungsphase in Frankreich vor dem Drehstart konnte ich mir in der Auseinandersetzung mit Robert Schwentke und August Diehl die Rolle im Laufe der Zeit zu eigen machen.

Frage: Wie interpretieren Sie die Figur Minks?

Christian Redl: Sein Leben und sein Beruf haben ihn aufgerieben. Minks Frau ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Er arbeitet an einem Fall, den er nicht aufklären kann. Und - er hat eine Verabredung mit dem Tod.

Frage: Ist Ihnen Minks sympathisch?

Christian Redl: Ich kann ihn gut verstehen - möchte aber nicht unbedingt etwas mit ihm zu tun haben.

Frage: Worin lag für Sie die besondere Schwierigkeit Ihrer Rolle?

Christian Redl: Situationen spielen zu müssen, die ich aus meinem Leben nicht kenne. Wenn ich jetzt Beispiele nenne, verrate ich zuviel vom Inhalt des Films.

Frage: Wie hält man sich als Schauspieler bei so vielen Nachtdrehs fit?

Christian Redl: Das war bei dieser Produktion sehr leicht, da ich in August einen Partner hatte, mit dem ich mich auch privat nicht gelangweilt habe.

Frage: Können Sie sich vorstellen, dass Menschen für ihre Tattoo-Leidenschaft morden oder Morde in Kauf nehmen?

Christian Redl: Das zeigt uns die Realität - also muss ich es mir vorstellen können.

Frage: War es dem Regisseur während der Dreharbeiten sehr anzumerken, dass es sich bei Tattoo um seinen Debütfilm handelt?

Christian Redl: Robert Schwentke hat mich als Erstlingsregisseur mit seinen enormen Fähigkeiten sehr überrascht. Ich habe ihn als überaus souverän, kompetent und einfühlsam erlebt. Die große Belastung, die er auf seinen Schultern trug, war ihm nicht anzumerken. Ich halte ihn für außergewöhnlich begabt.

Dirk Jasper FilmLexikon
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