Interview mit Christian Tramitz

"Mein persönliches Highlight an dem ganzen Film ist Rick Kavanian."

Christian Tramitz spielt die Rolle des Käpt'n Kork in der deutschen Kinokomödie (T)Raumschiff Surprise - Periode 1.

Frage: Ist es so etwas wie ein Traumjob, Kapitän auf der "Surprise" zu sein?

Christian Tramitz: Ja - Traumjob ...? Es ist schon ein bisschen rätselhaft, wie der Kork überhaupt diese Kapitänswürde erlangt hat. Es gibt nur dunkle Gerüchte. Fachlich ist er eigentlich eine ziemliche Niete. Er kann Käpt'n spielen, er weiß wie Käpt'ns sich benehmen. Das hat er wahrscheinlich in einem Film gesehen. Er gibt Befehle ohne jegliches technisches Verständnis dafür. Er weiß sicher nicht, warum ein Raumschiff fliegen kann. Aber einer muss eben sagen, wohin es fliegt.

Frage: Deshalb also sind seine Kommandos eher kurz ...

Christian Tramitz: Genau. Da gibt's halt die Meldung "Käpt'n, Käpt'n, da kommt ein Asteroidensturm auf uns zu.". Dann sagt er: "Ja! Ausweichen!" "Wie?" "Ja! Weiß ich nicht."

Frage: Fachlich ist er also eher minderqualifiziert. Aber eine Autorität ist er schon, oder?

Christian Tramitz: Er kann Befehle durchsetzen - aber er hat auch das seltene Talent, falsche Ansagen zur falschen Zeit zu machen. Er ist ein wahnsinnig schlechter Gefahreneinschätzer. Wenn es gerade der ganz falsche Moment ist, eine dumme Rede zu halten, steht er garantiert auf und macht genau das. Er hat eben auch andere Dinge im Kopf. Das seine Frisur richtig sitzt, beispielsweise, oder das man seinen Bauchansatz nicht sieht. Das sind die wichtigen Dinge im Leben. Ob sein Raumschiff gerade explodiert - mei, das passiert halt.

Frage: Korks Frisur muss sitzen, das hat Priorität. Man munkelt, du hättest diese Frisur während der Drehzeit sehr lieb gewonnen ... Für alle, die's nachmachen wollen: Welcher Stil ist das?

Christian Tramitz: Früher hieß sowas "Popper", glaube ich. Die hatten so eine Frisur. Vorne lang - und nach hinten kurz abgeschnitten. Genau das, was ich schon als Jugendlicher gehasst habe. Und der Michael Bully Herbig - ich sage den Namen an dieser Stelle bewußt so ausführlich - hat mich da wirklich in eine absolute Falle gelockt. Der hat mich unter dem Vorwand, wir müßten eine Make-up-Probe machen, in die Maske gelockt. Und dann kamen zwei Zerberusse und haben mir diese Perücke aufgezwungen. Er selbst ist gar nicht dabeigeblieben, weil er genau wusste, wie ich darauf reagieren würde.

Frage: Aber du hast sie dann mit professioneller Geduld getragen ...

Christian Tramitz: Irgendwann hatte ich mich dann daran gewöhnt. Es gab nur immer mal ein paar schreckliche Momente. Wenn ich mit der geklebten Perücke eingeschlafen bin und dann direkt nach dem Aufwachen in den Spiegel geschaut habe, beispielsweise. Dann bin ich schon erschrocken, weil ich einfach vergessen hatte, dass ich das Ding aufhabe. Aber nach der vierten Woche mag man dann gar nicht mehr ohne sie sein. Ich setze sie jetzt auch privat ganz gerne mal auf.

Frage: Abgesehen von der Frisur, die du so liebgewonnen hast - was war dein persönliches Highlight bei den Dreharbeiten?

Christian Tramitz: Mein persönliches Highlight an dem ganzen Film ist Rick Kavanian. Ich glaube nicht, dass es noch einen Menschen in der freien westlichen Welt gibt, der mit einer Kapitänsmütze so dämlich aussieht. Jens Maul ist meine absolute Lieblingsfigur im Film. Ich denke, das wird Ricks Durchbruch im internationalen Filmgeschäft. Der ganze Cast ist gut - aber Rick ist für mich einfach genial.

Frage: Warum sollen die Leute den Film ansehen und was können sie mitnehmen ins Leben?

Christian Tramitz: Was sie mitnehmen können ins Leben? Die Erkenntnis: Begib dich nie in ein Raumschiff! Denn es kann sein, dass du die nächsten zweitausend Jahre nicht mehr vor die Tür kommst.

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Dirk Jasper FilmLexikon

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