Claude Jade
* 8. Oktober 1948 in Dijon, Frankreich • Schauspielerin • Biographie • Filmografie • Adresse: Claude Jade c/o Babette Pouget, 6, Square Villaret de Joyeuse, F-75017 Paris •
Claude Jade Biographie Die Tochter eines Lehrerpaares besuchte während der Schulzeit das Konservatorium und erhielt 1966 für ihre Agnès in Molières Schule der Frauen den Prix de Comédie. Sie nahm in Paris Unterricht bei Jean-Laurent Cochet, spielte in TV-Serien und trat am Théâtre Moderne in Sacha Pitoeffs Inszenierung von Pirandellos Heinrich IV auf.

Dort wurde sie 1968 von Francois Truffaut entdeckt und für die weibliche Hauptrolle als kapriziöse Christine in Geraubte Küsse engagiert. Mit ihrem Debut wurde sie über Nacht berühmt, doch als Truffaut sie vor der Traualtar bringen wollte, platzte die Hochzeit. Dennoch liefen sie gemeinsam an der Spitze der ersten Mai-Demonstrationen und blieben bis zu Truffauts Tod enge Freunde.

Die Rolle der Christine Darbon, Freundin und spätere Frau von Antoine Doinel (Jean-Pierre Léaud), spielte sie auch in den Fortsetzungen Tisch und Bett und Liebe auf der Flucht. Die Truffaut-Filme und ihre Manette an der Seite von Jacques Brel in Edouard Molinaros Mein Onkel Benjamin machten Claude Jade international bekannt, so dass sie ihr großes Talent auch in Hollywood (Alfred Hitchcocks Topas), Japan, Italien, Belgien, der UdSSR (als zwielichtige Terroristin Francoise in Teheran 43, als Revolutionärin Inès Armand in Sergej Jutkewitschs Lenin in Paris) und in Deutschland einsetzen konnte.

In den 70er Jahren bleiben vor allem ihre Leistung als Annie Girardots Tochter, die Medizinstudentin Laura in Kerzenlicht, die in den Priester Robert Hossein verliebte und gegen das Zölibat ankämpfende Francoise in Der Abbé und die Liebe, ihre autoritäre Pflegerin Claire in Trautes Heim und die süße Pianistin (und alleinstehende Mutter) Dominique in Ein Pauker zum Verlieben in Erinnerung. Prominente Partner waren unter anderem Michel Bouquet, Alain Delon, Marc Porel, Curd Jürgens, Jacques Perrin, Charles Denner und Jean Rochefort. Mit ihrem Filmvater aus Topas, Frederick Stafford, trat sie 1974 in dem italienischen Krimi La ragazza di via Condotti auf.

Da sie im Kino bis auf wenige Ausnahmen wie die Eléonore in Gérard Brachs exzellentem Le bâteau sur l'herbe als brave Heldin eingesetzt wurde, wandte sich Claude Jade dem Fernsehen zu, wo sie auch als skrupellose Mörderin im Krimi Monsieur Seul, couragierte Abenteuerin Véronique d'Hergemont in der Serie Die Insel der dreißig Tode, in der Doppelrolle von Lise et Laura, als Marielle im Mystik-Drama Une petite fille dans les tournesols oder als Vicki-Baum-Heldin Evelyne Droste in Gabi Kubachs Rendezvous in Paris überzeugte. Große TV-Popularität brachte ihr auch die Barbara in der italienischen Serie Voglia di Volare.

Neben reger Leinwand- und TV-Arbeit blieb Claude Jade auch der Bühne treu (u. a. Der trojanische Krieg findet nicht statt, Britannicus", Intermezzo, Die Verbannten, Port Royal, Das Verhör, Verschwunden ohne ein Wort). In den 90er Jahren gehört die schiffbrüchige Gouverneursgattin Reine Schmaltz in Iradj Azimis Le Radeau de la Méduse neben der schüchternen Lesbierin Caroline (der Michel Serrault die Erbschaft rettet) in Jean-Pierre Mockys Bonsoir und der liebevollen Teenie-Mutter Gabrielle (die sich heimlich Kondome besorgt) in Charles Nemes Tableau d'honneur zu ihren wichtigsten Leinwandrollen.

1998 begann Claude Jade mit der weiblichen Hauptrolle als vom Ehemann (Paul Barge) gedemütigte Ehefrau und Mutter Anna Chantreuil ihren Start als Héroine quotidienne in der ersten französischen Daily Soap, Cap des Pins (vorerst 160 Folgen; neue Folgen ab Ende 1999).

Claude Jade, seit 1998 Ritter der Ehrenlegion, ist mit dem Diplomaten Bernard Coste verheiratet. Sohn Pierre wurde 1976 geboren.

Claude Jade hat im Jahr 2000 den New Wave Award für ihre trendsetzende Rolle in der Filmwelt erhalten.


Filmografie
Dirk Jasper FilmLexikon
© 1999 Gunnar Solka © 1994 - 2010 Dirk Jasper