Clint Eastwood

* 31. Mai 1930 in San Francisco, Kalifornien, USA • Schauspieler, Regisseur, Produzent, Autor, Komponist • Biographie • Oscars • Filmographie • Adresse: Clint Eastwood c/o Malpaso Productions, 4000 Warner Boulevard, Burbank, CA 91522, USA •

Biographie Die Schauspielkarriere von Clint Eastwood umspannt fast 50 Jahre. Er ist der Sohn eines Buchhalters, der in der Depressionszeit seine Arbeit verlor und mit seiner Familie an der Westküste herumzog, um sich als Tankwart durchzuschlagen. Clint ging auf insgesamt zehn verschiedene Schulen. Als Teenager arbeitete er als Holzfäller in Oregon, als Heizer in einem Stahlwerk, als Badewärter, Tankwart und im Ersatzteillager von Boeing in Seattle.

Während seiner zweijährigen Militärzeit war er Schwimmlehrer. Nach einem abgeschlossenen Betriebswirtschafts-Studium heiratete er 1953 Maggie Johnson (Sohn Kyle Eastwood wurde 1968, Tochter Alison Eastwood 1972 geboren).

Clint Eastwood erhielt nach den zweiten Testaufnahmen in Hollywoood einen Vertrag von Universal, wurde aber nur in unwichtigen Nebenrollen eingesetzt. Daraufhin wechselte er zum Fernsehen, wo er ab 1958 die Hauptrolle des Rowdy Yates in 217 Folgen der international erfolgreichen Serie Rawhide (in Deutschland: Cowboys) spielte. Aus Clints jahrelanger Affäre mit Roxanne Tunis, die er 1960 während der Dreharbeiten zu der TV-Serie Cowboys kennengelernt hatte, stammt seine Tochter Kimber (geboren 1965).

Der Erfolg von Cowboys führte zu seiner ersten Hauptrolle in Für eine Hand voll Dollar. Sergio Leone holte den "preiswerten" Fernsehstar 1964 nach Europa, um mit ihm den Italowestern zu kreieren. Clint Eastwood spielte in der Dollar-Triologie (später folgten dann noch Für ein paar Dollar mehr und Zwei glorreiche Halunken) einen ungepflegten, zynischen, aber grundsätzlich aufrechten Westernhelden, der über Nacht im Zentrum eines neuen Genres stand. Diese Filme machten Eastwood endgültig zum Star und verliehen ihm ein klassisches Leinwandimage.

Er war der "Mann ohne Namen". In kurzer Folge drehte er weitere Erfolge wie Hängt ihn höher, Coogans großer Bluff, Agenten sterben einsam, Westwärts zieht der Wind, Ein Fressen für die Geier oder Stoßtrupp Gold und Betrogen. 1971 gründete Clint Eastwood seine eigene Produktions-Gesellschaft Malpaso.

Mit Sadistico wechselte er dann im selben Jahr als Hauptdarsteller erstmals auch hinter die Kamera. Don Siegels legendärer Dirty Harry schuf für Eastwood zum zweiten Mal einen weltweit bekannten Leinwandcharakter. Zu dieser Zeit begann auch die Zusammenarbeit mit Warner Bros. als Verleihfirma. Mit Filmen wie Sinola, Ein Fremder ohne Namen, Calahan, Den letzten beißen die Hunde, Im Auftrag des Drachen, Der Texaner, Der Unerbittliche und Der Mann, der niemals aufgibt eroberte er sich ein noch größeres Publikum.

Seit ihrem ersten gemeinsamen Film 1977 (Der Mann, der niemals aufgibt) lebte Clint Eastwood mit der Schauspielerin und Regisseurin Sondra Locke zusammen, die danach auch häufig seine Filmpartnerin war. Ihre Trennung Mitte der 80er Jahre ging nicht ohne gerichtliche Auseinandersetzung vonstatten.

Auf Der Mann aus San Fernando, einer Actionkomödie mit einem Orang-Utan namens Clyde als Partner, folgten Don Siegels Flucht von Alcatraz, der schnurrige Bronco Billy, die Fortsetzung Mit Vollgas nach San Fernando, Firefox, Honkytonk Man und Dirty Harry kehrt zurück.

Im folgenden Jahr befaßte sich Eastwood aufs neue mit seinem Image als harter Großstadtpolizist. Das Resultat war Der Wolf hetzt die Meute. Eastwoods Porträt eines zutiefst zerrissenen Polizisten im Morddezernat wurde auch von der Kritik hoch geschätzt. City Heat - Der Bulle und der Schnüffler, die Figur des rätselhaften Pale Rider - Der namenlose Reiter, Heartbreak Ridge, Das Todesspiel, Pink Cadillac und Weißer Jäger - schwarzes Herz sowie Rookie - Der Anfänger folgten.

In der Mitte der 80er Jahre wurde ihm eine Beziehung zur 20 Jahre jüngeren Jacelyn Ann Reevese, einer Nachbarin in seinem Wohnort Carmel, nachgesagt. Von 1986 bis 1988 war er Bürgermeister in Carmel, Kalifornien.

Es war sein zehnter Western und seine 36. Spielfilm-Hauptrolle, die zu Eastwoods größtem Erfolg bei Kritik und Publikum gleichermaßen wurde: Erbarmungslos. Seine Einspielergebnisse lagen bei über 100 Millionen Dollar, er erhielt neun Oscar-Nominierungen (Bester Film, Beste Regie, männlicher Hauptdarsteller, Nebendarsteller, Bestes Drehbuch, Kamera, Bauten, Bester Ton und Schnitt) und vier Oscars, u. a. für Bester Film und Beste Regie. Zum ersten Mal in seiner Karriere wurde Clint Eastwood als Schauspieler ebenfalls nominiert.

Sein nächster Film, als Geheimagent Frank Horrigan in Die zweite Chance, überschritt ebenfalls die 100 Millionen Dollar-Grenze. Im gleichen Jahr spielte er den Texas Ranger Red Garnett in Perfect World mit Kevin Costner.

Bei der Oscarverleihung 1995 erhielt Clint Eastwood den Irving Thalberg Award For Lifetime Achievement von der American Motion Picture Academy.

Seine Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen und das Unerwartete zu proben, seine Glaubwürdigkeit als klassischer Held und seine Langlebigkeit in einem oft so kurzlebigen Geschäft sind charakteristisch für Eastwood und die Rolle in Die Brücken am Fluß, er spielt den Einzelgänger Robert Kincaid, der für das Magazin "National Geographic" in Iowa die holzüberdachte Roseman Bridge fotografieren soll. Dabei veränderte eine Zufallsbegegnung mit der Farmerin Francesca Johnson ( Meryl Streep) für immer sein Leben.

Wie Millionen anderer Leser war Clint Eastwood von dem unerwarteten Verlauf des Romans Die Brücken am Fluß fasziniert und bewegt. "Ich erhielt den Roman bereits kurz nach seiner Veröffentlichung" so Eastwood, "und hatte den Eindruck, dass man aus einer Geschichte wie dieser einen hervorragenden Film machen könnte. Die Charaktere sind symphatisch und gut gezeichnet. Francesca und Robert sind interessante Menschen, die mit ihren Gefühlen umgehen lernen. Aus ihrem Verhalten erwachsen ihnen Konsequenzen, die nicht rückgängig zu machen sind."

Auf den ersten Blick paßt Eastwoods Rolle des Robert Kincaid nicht unbedingt zu seinem Image des lakonischen Revolverhelden oder abgebrühten Großstadtpolizisten. Jedoch ist sie Ausdruck seiner Bereitschaft, Risiken einzugehen und sich zu verändern und weiterzuentwickeln. "Ich mag Kincaid" sagt Eastwood, "denn er ist er selbst. Er ist unabhängig und kreativ, ohne dabei großen Aufwand um seine Person zu betreiben. Er mag sich, liebt seine Arbeit, aber er kann auch Verantwortung übernehmen. Kincaid ist ein integerer Charakter."

Für Eastwood besitzt Kincaids Beziehung zu Francesca Johnson eine Gefühlstiefe, die beide Menschen bestimmt, vor allem, als sie sich zu trennen versuchen. "Diese zwei Menschen sind Außenseiter. Je mehr sich ihre Freundschaft vertieft, desto mehr schätzen sie einander und erkennen, was ihrem Leben gefehlt hat. Gefühle entwickeln sich erst später. Diese Erkenntnis bestimmt ihre gemeinsame Zeit und wird fast unerträglich, als sie ihre Trennung beschließen."

Eastwoods neuer, von Bruce Ricker produzierter Dokumentarfilm Piano Blues bildet am 4. Oktober 2003 den Abschluss zu Martin Scorseses Serie The Blues im amerikanischen Fernsehen. Darin berichtet Eastwood über seine lebenslange Leidenschaft für den Piano Blues. Zu sehen sind seltene Aufnahmen mit Art Tatum und Professor Longhair, neue Interviews und Auftritte von Ray Charles, Pinetop Perkins, Dave Brubeck, Marcia Ball, Jay McShann, Dr. John und Pete Jolly.

Eastwood wohnt im kalifornischen Carmel, wo er von 1986 bis 1988 das Bürgermeisteramt übernahm. Er besitzt dort das ansehnliche Restaurant Mission Ranch Inn sowie den Tehama Golf Club. Als Mitinhaber gehört ihm auch der Pebble Beach Golf Course. Im Juni 2002 wurde er zum Commissioner im kalifornischen Aufsichtsrat für Parks und Erholung ernannt.

Der am 31. Mai 1930 in San Francisco geborene Clinton Eastwood Jr. wuchs auf der anderen Seite der Bucht in Oakland auf - zuvor war die Familie während der Depression der 30er-Jahre auf der Suche nach Arbeit von Stadt zu Stadt gezogen. Diese Erfahrung ist Eastwood unvergesslich geblieben, wie er gerne zugibt - sie hat sein Wertesystem und seine Arbeitsmoral geprägt.

Kein Filmemacher ist gewissenhafter als Clint Eastwood - für Verschwendung hat er kein Verständnis, egal ob Zeit oder Geld vergeudet werden. Er macht Filme, liebt seine Arbeit von Anfang bis Ende - jeder Tag und jeder Dollar gehören ihm. Außerhalb der Dreharbeiten führt er mit seiner Frau Dina Ruiz Eastwood (die beiden haben am 31. März 1996 geheiratet) und der gemeinsamen Tochter Morgan (geboren am 12. Dezember 1996) in Carmel ein ruhiges Leben.


Oscars
Filmografie
  • 1955: Die Rache des Ungeheuers (Revenge Of The Creature)
  • 1955: Tarantula (Tarantula)
  • 1955: Die nackte Geisel (Lady Godiva Of Conventry)
  • 1955: (Francis In The Navy)
  • 1955: Nur du allein (Never Say Goodbye)
  • 1956: (The First Travelling Saleslady)
  • 1956: Noch heute sollst du hängen (Star In The Dust)
  • 1957: Verschollen in Japan (Escapade In Japan)
  • 1958: (Lafayette Escadrille)
  • 1958: (Ambush At Cimarron Pass)
  • 1964: Für eine Handvoll Dollars (Per Un Pugno Di Dollari)
  • 1965: Für ein paar Dollars mehr (Per qualche dollari in piu / US-Titel: For A Few Dollars More)
  • 1966: Zwei glorreiche Halunken (Il buono, il brutto, il cattivo / US-Titel: The Good, The Bad And The Ugly)
  • 1966: Hexen von heute (The Witches)
  • 1967: Hängt ihn höher (Hang 'Em High)
  • 1968: Coogans großer Bluff (Coogan's Bluff)
  • 1968: Agenten sterben einsam (Where Eagles Dare)
  • 1969: Westwärts zieht der Wind (Paint Your Wagon)
  • 1969: Ein Fressen für die Geier (Two Mules For Sister Sara)
  • 1969: Stoßtrupp Gold (Kelly's Heroes)
  • 1970: Betrogen
  • 1971: Sadistico (Play Misty)
  • 1971: Dirty Harry (Dirty Harry)
  • 1972: Sinola (Joe Kidd)
  • 1972: Ein Fremder ohne Namen (High Plains Drifter)
  • 1973: Begegnungen am Vormittag (Breezy)
  • 1973: Calahan (Magnum Force)
  • 1974: Den Letzten beißen die Hunde (Thunderbolt And Lightfoot)
  • 1975: Im Auftrag des Drachen
  • 1976: Der Texaner (The Outlaw Josey Wales)
  • 1976: Der Unerbittliche (The Enforcer)
  • 1977: Der Mann, der niemals aufgibt (The Gauntlet)
  • 1978: Der Mann aus San Fernando (Every Which Way But Loose)
  • 1979: Flucht von Alcatraz (Escape From Alcatraz)
  • 1980: Bronco Billy (Bronco Billy)
  • 1980: Mit Vollgas nach San Fernando (Any Which Way You Can)
  • 1982: Honkytonk Man (Honkytonk Man)
  • 1982: Firefox (Firefox)
  • 1983: Dirty Harry kehrt zurück (Sudden Impact)
  • 1984: Der Wolf hetzt die Meute (Tightrope)
  • 1984: City Heat - Der Bulle und der Schnüffler (City Heat)
  • 1985: Pale Rider - Der namenlose Reiter (Pale Rider)
  • 1985: (Vanessa In The Garden) - TV-Episode für Spielbergs "Amazing Stories"
  • 1986: Heartbreak Ridge (Heartbreak Ridge)
  • 1988: Bird (Bird)
  • 1988: Dirty Harry 5 - Das Todesspiel (The Dead Pool)
  • 1989: Weißer Jäger - schwarzes Herz (White Hunter, Black Heart)
  • 1989: Pink Cadillac (Pink Cadillac)
  • 1990: The Rookie - Der Anfänger (The Rookie)
  • 1992: Erbarmungslos
  • 1993: In The Line Of Fire - Die zweite Chance (In The Line Of Fire)
  • 1993: Perfect World
  • 2. Juni 1995: Die Brücken am Fluß
  • 14. Februar 1997: Absolute Power
  • 21. November 1997: Mitternacht im Garten von Gut und Böse
  • 19. März 1999: Ein wahres Verbrechen
  • 4. August 2000: Space Cowboys
  • 9. August 2002: Blood Work
  • 2003: Mystic River
Oscar
Clint Eastwood
Clint Eastwood in 'Betrogen'
Clint Eastwood in 'Im Auftrag des Drachen'
Clint Eastwood in 'Erbarmungslos'
Clint Eastwood in 'Perfect World'
Clint Eastwood in 'Die Brücken am Fluss'
Filmplakat zu 'Absolute Power'
Clint Eastwood in 'Space Cowboys'
Filmplakat zu 'Blood Work'
Filmplakat zu 'Mystic River'

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