Danny Aiello
* 20. Juni 1933 als Danny Louis Aiello in New York, USA • Schauspieler • Biographie • Oscars • Filmografie •
Danny Aiello Biographie "Ich hatte keine gute Schuldbildung. Ich konnte nicht Arzt oder Anwalt werden. Aber ich konnte Schauspieler werden und dabei solche Leute spielen. Ich kann Arzt, schmieriger Anwalt, unfähiger Politiker sein - und diese ekelhaften Berufe dann wieder vergessen!"

Der das sagt, heißt Danny Aiello, gehört zu den gefragtesten Charakterdarstellern Amerikas und verkörpert in der in den USA mit phänomenaler Resonanz gefeierten Mini-Serie Der letzte Pate einen Berufsstand, mit dem er im wirklichen Leben wohl auch nichts zu tun haben möchte; den Godfather einer Mafia-Familie, der den eigenen Schwiegersohn in der Hochzeitsnacht vor den Augen seiner Tochter ermorden läßt und damit eine Verkettung unheilvoller Ereignisse in Gang setzt.

Bevor Aiello Schauspieler wurde, war er allerdings schon Präsident der Busfahrergewerkschaft in New York. Er jobbte aber auch als Rausschmeißer und Ansager und debütierte schließlich am Off-Broadway.

Danny Louis Aiello, am 20. Juni 1933 in New York geboren, war bereits ein gestandener Broadway-Darsteller, als er 1973 im Alter von 40 Jahren erstmals eine Kinorolle Das letzte Spiel annahm. Seither begeistert er das Publikum mit seinem breiten Rollenspektrum. Er gab den unsympathischen Ehemann in The Purple Rose Of Cairo und Two Much, einen von den Herausforderungen der Zeit überforderten Pizzabäcker in Spike Lees Do The Right Thing und den berechnenden Verbindungsmann eines Auftragskillers in Leon - Der Profi. Er spielte den Mörder des mutmaßlichen JFK-Attentäters Lee Harvey Oswald in Ruby, einen Major mit Faible für Frauenkleider in Robert Altman Pret-a-porter und Bruce Willis Diebeskumpan in der Gaunerkomödie Hudson Hawk. Er war der Polizeichef in Sergio Leones Es war einmal in Amerika und ein korrupter Politiker in City Hall.

Mit Der Pate 2 (1974) hatte Aiello bereits "Mafia-Erfahrung" sammeln können. Dennoch hegte er zunächst Bedenken, den Part des Don Clericuzio anzunehmen: "Ich zögerte". Ich wusste, dass ich drei Tage lang circa 100 Millionen Zuschauern haben würde, viel mehr als im Kino oder auf der Bühne. Und man würde mich natürlich mit Marlon Brando in Der Pate vergleichen. Aber ich wollte so weit wie möglich weg von Brandos Interpretation und versuchte, etwas völlig anderes zu zeigen, was das Publikum noch nie gesehen hat. "Don Domenico Clericuzio ist eine US-Figur von Shakespeareschen Ausmaßen, eine Figur wie King Lear", erklärt Aiello. "Er hat seine Söldner, die ihn beschützen. Er lebt abgeschieden nach seinen traditionellen Mafia-Werten, er will seiner Familie eine legale Welt öffnen, in der die eigenen Kinder nicht ermordet werden."

Aiellos Darstellung des verbitterten Mafia-Paten riß die US-Presse zu Begeisterungsstürmen hin. Dabei hatte Aiello zumindest mit einem Mafiabrauch echte Schwierigkeiten; "Als ich meine New Yorker Geschäfte an Virginio Ballazzo (Burt Young) abgebe, zeigt er mir seinen Dank, indem er mir den Ring küßt. Das war sehr merkwürdig für mich. Ich habe großen Widerwillen dagegen, dass man mir die Hand küßt."

In deutschen Kinos begeistere Aiello zuletzt in der rabenschwarzen Komödie 2 Tage L. A.. Danach drehte er an der Seite von Sohn Rick - mit dem er bereits für Do The Right Thing gemeinsam vor der Kamera gestanden hatte - und Tony Danza A Brooklyn State Of Mind. Demnächst ist er in der britischen Komödie Bring Me The Head Of Mavis Davis zu sehen. Das US-Fernsehpublikum erlebt ihn zur Zeit als Privatdetektiv Dellaventura in der gleichnamigen Krimi-Serie.


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