Interview mit David Duchovny
David Duchovny David Duchovny ist Hauptdarsteller in der TV-Serie Akte X

Frage: Ihr Name scheint russischen Ursprungs zu sein.

David Duchovny: Das stimmt, ungefähr wenigstens. Mein Großvater ist in Kiew geboren, meine Großmutter kommt aus Warschau. Ich selbst spreche aber nur wenige Brocken Russisch.

Frage: Wie würden Sie einem Außerirdischen dessen Popularität auf der Erde erklären?

David Duchovny: Aliens sind deshalb so populär, weil sie ein Mysterium sind. Mein Rat an sie wäre: Bleibt, wo ihr seid, oder zeigt euch höchstens alle paar tausend Jahre, dann bleibt ihr auch berühmt.

Frage: Worin besteht der größte Unterschied zwischen dem Spielfilm und der TV-Serie Akte X?

David Duchovny: Die Anforderungen an die Schauspieler sind in beiden Fällen die gleichen. Schließlich spielen Gillian und ich die gleichen Charaktere. Die Techniker allerdings hatten bei dem Spielfilm weitaus größere Herausforderungen zu bewältigen, sie mussten all das leisten, was einen großen Action-Hit heutzutage ausmacht. Ich wollte den Fox Mulder so spielen, wie die Leute ihn seit fünf Jahren lieben und hoffte, dass die Figur auch im Spielfilm die gleiche Intensität besitzt wie in der Serie.

Frage: Haben Sie den großen Erfolg der Serie vorausgesehen?

David Duchovny: Natürlich nicht und abgesehen davon, dass es für mich als Schauspieler schwer ist, aus diesem etablierten Figuren Schema wieder auszubrechen, bin ich sehr froh darüber. Wie könnte es auch anders sein.

Frage: Sprechen Ihre Fans Sie oft auf Ihre Rolle als FBI-Ermittler an?

David Duchovny: Ja, und das Erstaunlichste dabei ist, dass die Leute tatsächlich denken, ich hätte eine Ahnung davon, wie die US-Bundespolizei arbeitet, Das wäre ja so, als ob George Clooney etwas von der Kunst der Chirurgie verstehen müßte. Mich wundert generell, welche Rollen bei Zuschauern auf Interesse stoßen. Bei Lynchs TV-Serie Twin Peaks beispielsweise habe ich einen Transvestiten gespielt danach hat mich jeder gefragt, wie ich mich als solcher gefühlt habe. Aber wie es war, einen Menschen zu spielen, der jemand anderen umbringt wie in Kalifornia geschehen, das hat mich niemand gefragt. Dabei ist das doch wohl die weitaus außergewöhnlichere Situation.

Frage: Bedauern Sie es als Literaturabsolvent nicht manchmal, Schauspieler geworden zu sein?

David Duchovny: Doch. Viel mehr zu schaffen macht mir allerdings das Älter werden. Wenn man jung ist, besteht das Leben aus tausend verschiedenen Dingen. Später reduziert es sich hauptsächlich auf das,was man tut. Das ist traurig. Ich vermisse das Gefühl, dass mir alles offensteht. Aber auch das Unterrichten selbst - ich wäre gerne hauptberuflich Lehrer geworden - fehlt mir manchmal, ich sehe dies als äußerst lohnenswerte Aufgabe.

Dirk Jasper FilmLexikon
Quelle 1999 20th Century Fox © 1994 - 2010 Dirk Jasper