Dean Martin ?

* 7. Juni 1917 als Dino Paul Crocetti in Steubenville, Ohio, USA • ? 25. Dezember 1995 in Kalifornien, USA • Schauspieler, Sänger, Entertainer • Biographie • Filmografie •

Biographie Dean Martin wurde in Ohio als Dino Paul Crocetti geboren. Das große Vorbild des Sohnes eines italienischen Friseurs war Bing Crosby. Stundenlang konnte Dino im Kino sitzen, um sein Idol singen zu hören. Doch Dino Paul Crocetti musste sich zuerst als Boxer, Croupier, Stahlarbeiter und Tankwart arbeiten, bevor er sich wegen seiner Liebe zur Musik Anfang der 40er Jahre mit Gesangsauftritten in diversen Kneipen durchschlagen konnte.

1946 lernte er in der Vergnügungsstadt Atlantic City Jerry Lewis kennen. Die beiden traten zusammen auf - und hatten sofort Erfolg. Lewis' slapstickhafte Komik und Martins Charme trafen den Geschmack des Publikums. Der schöne Dean Martin und der deppenhaft aussehende, intellektuell aber überlegene Lewis rissen platte Witze, die das Publikum nach dem Zweiten Weltkrieg und in der Zeit des Kalten Krieges von ihren Problemen ablenken sollten. Nach ihrer US-Tournee und etlichen TV-Auftritten wurde Hollywood auf die beiden aufmerksam und bot dem Duo einen Hollywood-Vertrag.

Als Dean Martin und Jerry Lewis nach Hollywood kamen, waren sie beide schon Stars. Sie nutzten das, indem sie mit möglichst vielen Schauspielerinnen der ersten Garnitur (ohne Rücksicht auf deren Ehestatus) und mit unendlich vielen Starlets ins Bett gingen.

"Es war, als ob zwei Sechsjährige in einem Bonbonladen losgelassen würden", erinnerte sich Jerry Lewis später an diese Zeit. Ab 1950 agierten sie gemeinsam in äußerst erfolgreichen Musicalkomödien, die alle nach dem gleichen Muster gestrickt waren. 1956 trennte sich Dean Martin nach 16 gemeinsamen Filmen von seinem Partner und arbeitete an seiner eigenen Solo-Karriere als Sänger und Schauspieler.

Mit Songs wie That's Amore, Memories Are Made Of This, Everybody Loves Sombody Sometime und The Door Is Still Open To My Heart katapultierte sich der gutaussehende Italoamerikaner an die Spitze der Hitparaden. Dean Martin konnte zwar keine Noten lesen, hatte aber eine gute Stimme.

Außerdem wurde er Mitglied des legendären Rat-Pack-Clans in Las Vegas, eine lose Vereinigung von italienisch-stämmigen Künstlern, die darum wetteiferten, wer das meiste Geld machte, den meisten Gin trinken konnte und die "meisten Weiber umlegte". Der Boß des "Rat-Packs" war Dean Martins Kumpel Frank Sinatra. Zusammen mit Sammy Davis jr., Joey Bishop und Peter Lawford gehörten sie schon bald zu den gefragtesten und teuersten Entertainern der USA.

Auch mit Martins Schauspielkarriere lief es blendend. In Filmen wie Verdammt sind sie alle und Rio Bravo konnte er sich Ende der 50er Jahre als seriöser Schauspieler etablieren. Danach drehte der Star jedoch hauptsächlich anspruchslose Klamotten (Wer hat in meinem Bett geschlafen?, Küß mich, Dummkopf!) und konnte nur noch in seinen Western (Die vier Söhne der Katie Elder, Bandolero, Todfeinde, Die Geier warten schon) überzeugen.

Dean Martin bekam seine eigene TV-Show bei NBC, die schnell einen Spitzenplatz in den TV-Charts erreichte. Umgeben von weitgehend entblößten Schönheiten lebte der Showmaster von Witzen über weibliche Brüste und männlichen Trinkgewohnheiten. Nach sieben Jahren brach seine Karriere Anfang der 70er Jahre zusammen, die Zeiten und der Umgang mit den Frauen hatten sich geändert, er konnte es anscheinend nicht.

Zwischendurch drehte er immer wieder an der Seite seiner "Rat-Pack"-Kollegen (Frankie und seine Spießgesellen, Sieben gegen Chicago), mit denen er 1984 auch in Highway 2: Auf dem Highway ist wieder die Hölle los noch einmal gemeinsam vor der Kamera stand.

Nach Aussage seines Ex-Partners Jerry Lewis bestimmten hauptsächlich Frauen, Suff und Dollars das Leben des Entertainers. In den letzten Jahren seines Lebens war Dean Martin selbstzerstörerisch. Ein TV-Gerät, ein Sessel, ein möglichst alter Western vom Video, immer noch ein paar Schönheiten und viele Drinks stellten bis zu seinem Tode sein Leben dar ... am 25. Dezember 1995 starb er 78jährig an Lungenkrebs.


Filmografie
  • 1949: (My Friend Irma)
  • 1950: Irma, das unmögliche Mädchen / Irma im goldenen Westen (My Friend Irma Goes West)
  • 1951: Krach mit der Kompanie (At War With The Army)
  • 1951: (That's My Boy)
  • 1951: Der Prügelknabe (The Stooge)
  • 1952: Seemann, paß auf (Sailor Beware)
  • 1952: Schrecken der Division (Jumping Jacks)
  • 1953: (Road To Bali)
  • 1953: Starr vor Angst (Scared Stiff)
  • 1953: Der Tolpatsch (The Caddy)
  • 1953: Der tollkühne Jockey (Money From Home)
  • 1953: Der Weg nach Bali (Gastauftritt)
  • 1954: Der sympathische Hochstapler / Patient mit Dachschaden (Living It Up)
  • 1954: Der Zirkusclown / Im Zirkus der drei Manegen (Three Ring Circus)
  • 1954: Der Gangsterschreck (You're Never Too Young)
  • 1955: Maler und Mädchen / Der Agentenschreck (Artists And Models)
  • 1956: Wo Männer noch Männer sind (Pardners)
  • 1956: Alles um Anita / Jerry, der Glückspilz (Hollywood Or Bust)
  • 1957: 10.000 Schlafzimmer (Ten Thousand Bedrooms)
  • 1958: Die jungen Löwen
  • 1958: Verdammt sind sie alle
  • 1959: Anruf genügt - komme ins Haus (The Bells Are Ringing)
  • 1959: Rio Bravo
  • 1959: Viele sind berufen (Career)
  • 1960: Wer war die Dame? (Who Was That Lady?)
  • 1960: Frankie und seine Spießgesellen (Ocean's Eleven)
  • 1961: Die siegreichen Drei (Sergeants Three)
  • 1961: Es geschah in einer Nacht (All In A Night's Work)
  • 1961: Ada Dallas / Eine Frau mit Vergangenheit (Ada)
  • 1962: Der Weg nach Hongkong (The Road To Hong Kong)
  • 1962: Immer nur deinetwegen (Who's Got The Action?)
  • 1962: Marilyn - Ihr letzter Film (Something's Gotta Give)
  • 1963: Puppen unterm Dach (Toys In The Attic)
  • 1963: Wer hat in meinem Bett geschlafen? (Who's Been Sleeping In My Bed)
  • 1963: Vier für Texas
  • 1964: Immer mit einem anderen (What A Way T Go!)
  • 1964: Sieben gegen Chicago
  • 1964: Küß mich, Dummkopf (Kiss Me, Stupid)
  • 1965: Dreimal nach Mexico
  • 1965: Die vier Söhne der Katie Elder
  • 1965: Leise flüstern die Pistolen (The Silencers)
  • 1966: Die Mörder stehen Schlange (Murderers' Row)
  • 1966: Zwei tolle Kerle in Texas (Texas Across The River)
  • 1967: Als Jim Dolan kam ... (Rough Night In Jericho)
  • 1967: Wenn Killer auf der Lauer liegen (The Ambushers)
  • 1967: Bandolero (Bandolero!)
  • 1967: Zärtlich schnappt die Falle zu (How To Save A Marriage - And Ruin Your Life)
  • 1968: Rollkommando (The Wrecking Crew)
  • 1968: Todfeinde (Five Card Stud)
  • 1970: Airport
  • 1972: Die Geier warten schon (Showdown)
  • 1975: Was nützt dem toten Hund ein Beefsteak? (Mr. Ricco / Dead End)
  • 1980: Auf dem Highway ist die Hölle los
  • 1984: Highway 2: Auf dem Highway ist wieder die Hölle los
Dean Martin
Dean Martin: Dino - The Essential Dean Martin
Dean Martin. Foto: EMI
Dean Martin. Foto: EMI
Dean Martin. Foto: EMI

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