| Interview mit Françoise Etchegaray |
Françoise
Etchegaray ist die Produzentin des Films Die Lady
und der Herzog
Frage: Mit welcher
Technik wurde Die Lady
und der Herzog gedreht?
Françoise Etchegaray: Nach vielen Versuchen und Probeaufnahmen hat Eric Rohmer sich entschlossen mit Video zu arbeiten, das heißt mit Beta digital. Das war das technische Mittel, das nach dem Einfügen der Personen und dem Kopieren auf 35mm dem Bild die größte "Poesie" und den höchsten malerischen Glanz gab. Das war eine künstlerische und keinesfalls ökonomische Entscheidung. Diese Technik entsprach genau Rohmers Intentionen, zumal er durch diesen Kunstgriff paradoxerweise an Wahrhaftigkeit gewann.
Frage: Wie verliefen die Dreharbeiten?
Françoise Etchegaray: Wir haben von April bis Ende Juni 2000 in den Studios Duboi in Saint-Quen, in der Nähe von Paris gedreht. Begonnen haben wir mit den "Aussenaufnahmen", das heißt mit dem Filmen der Schauspieler, der Komparsen, der Pferde und Kutschen, die später in die 37 Bilder, die Jean-Baptiste Marot bereits zwei Jahre vor Drehbeginn angefertigt hatte, eingefügt. Diese gemalten Hintergründe (Straßen, Brücken, Plätze, Gebäude ect.) wurden per Laser-Strahl auf den Fußboden projiziert und dann kartografisch markiert (grün, weil wir vor grünem Hintergrund drehten), wodurch wir Richtlinien für alle Bewegungen hatten.
Das hat drei Wochen gedauert. Dann haben wir mit den Innenaufnahmen begonnen. Ausstatter Antoine Fontaine und Rohmer hatten ein einzigartiges bewegliches Gerüst entworfen, das mit einer Serie von bemalten Vorhängen und verschiebbaren Wänden versehen werden konnte und die für den Film benötigten acht Schauplätze (die Wohnung von Grace, das Palais Royal, das Gefängnis, den Gerichtssaal usw.) darstellen.
Frage: Wie hoch war das Budget des Films?
Françoise Etchegaray: Ungefähr 40 Millionen Francs. Für einen Rohmer-Film ist das viel, denn seine Filme kosten normalerweise acht- bis zehnmal weniger. Für einen Historienfilm ist es allerdings gar nichts, bedenkt man allein die Kosten für die Komparsen, Kostüme und die Dekors, die eine Großteil des Budget verschlucken. Die Filmfinanzierung war schwierig.
Die Lady
und der Herzog hat keine Filmförderung bekommen, denn die
Mitglieder der Kommission glaubten nicht, dass der Film sein
Publikum finden würde. Dank Pathé konnte der Film
zusammen mit der Compagnie Eric Rohmer realisiert werden. Die
anderen Finanziers dachten sicher, das wir mit der schwereren
Infrastruktur nicht zurechtkommen würden: Studio-Dreh,
Spezialeffekte, die vielen Komparsen und dass diese Art von Film
nur den Supertechnikern und nicht Filmemachern wie Eric Rohmer
vorbehalten ist. Aber wir haben weder uns noch unsere ständige
Crew (Diane Barathier an der Kamera, Pascal Ribier am Ton, Mary
Stephen - Schnitt) noch unsere Arbeitsmethode geändert. Und
schließlich hatten wir bei Drehschluss, wie immer, weder in
der Zeit noch in irgendeiner anderen Disziplin
überzogen.
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