George Lucas
* 14. Mai 1944 in Medesto, Kalifornien, USA,als George Walton Lucas jr. • Produzent, Regisseur, Autor • Biographie • Oscars • Filmographie •
George Lucas Biographie Er ist der lebende Beweis, dass für den Erfolg amerikanische Filme in erster Linie der Produzent verantwortlich zeichnet. Ganze drei Kinospielfilme hat George Lucas selbst inszeniert - THX 1138 (1971), American Graffiti (1973) und Krieg der Sterne (1977) - und doch ist er unbestritten einer der wichtigsten Filmemacher des 20. Jahrhunderts.

Seine Leidenschaft fürs Kino ist ungebändigt, seine Visionen sind mitreißend, seine Talente vielfältig: Er ist Ideen- und Storylieferant, Cutter, Kameramann, Special Effect Experte und, natürlich, Produzent. Zahlreiche große Kinoerlebnisse wären ohne seine Phantasie und sein kommerzielles Gespür vielleicht nie entstanden: Das Imperium schlägt zurück und Die Rückkehr der Jedi-Ritter, die Indiana Jones-Trilogie von Steven Spielberg, die Ewok-Filme und TV-Serie, Fantasy-Spektakel wie Die Reise ins Labyrinth und Willow, Zeichentrickabenteuer wie In einem Land vor unserer Zeit, dazu intellektuelle Arthouse-Hits wie Akira Kurosawas Kagemusha und Paul Schraders Mishima, die er produzierte.

Er hat das THX-Soundsystem entwickelt, für Disneyland zahlreiche Attraktionen entworfen (Captain Eo, Star Tours), mit seiner F/X-Firma Industrial Light and Magic sensationelle neue Standards in der Computeranimation entwickelt (Jurassic Park) und einige der erfolgreichsten Computerspiele auf den Markt gebracht (Rebel Assault).

Mit Lucasfilm, Lucas Arts Entertainment Company, Lucas Digital Ltd. und Industrial Light & Magic gehört George Lucas ein Imperium; er gilt als einer der reichsten und einflußreichsten Männern der Branche. Und doch erweckt er bei vielen seit der Scheidung von seiner Frau, der Cutterin Marcia Lucas, den Eindruck eines traurigen Prinzen: Er hockt in seinem riesigen Firmenkomplex auf der Skywalker Ranch in Marin, Kalifornien. Dort entwickelt er atemberaubende, eskapistische Kinoabenteuer, die abgefahrensten Computerspiele und träumt von ausgefeiltestem Home-Entertainment, das auch zum Wohle der Menschheit eingesetzt wird: zur Bildung und Kommunikation.

Auch die Konzeption der Abenteuer des jungen Indiana Jones beinhalten bewußt einen raffinierten Nebeneffekt: Den Kids soll neben rasanter Spannung, sprühendem Witz und ein wenig Romantik auch die Welt näher gebracht werden. Lektionen in Geographie und Geschichte, Kunst und Wissenschaft werden in der fiktiven Biographie des abenteuerlichen Archäologen Indy auf unterhaltsame Weise ganz schmerzfrei verabreicht. Die erfolgreiche Serie mit Sean Patrick Flanery als jugendliches Alter ego von Harrison Ford wurde allein in den Jahren 1992 und 1993 für insgesamt 18 Emmys nominiert und neunmal mit dem begehrten Fernsehpreis ausgezeichnet.

George Lucas wurde in Kalifornien geboren. Als Schüler träumte er davon, Rennfahrer zu werden. Doch bei einem schweren Unfall quetschte er sich die Lunge und sattelte auf ein anderes Steckenpferd um: Film. Schon während seines Studiums an der University of Southern California heimste er für seine Kurzfilme zahlreiche Preise ein. Er avancierte zum Protegé von Francis Ford Coppola und konnte als dessen Associate Producer wichtige Erfahrungen bei seinem Film Liebe niemals einen Fremden sammeln.

Lucas war einer der zahlreichen Kameramänner der Rolling-Stones-Doku Gimme Shelter und inszenierte 1971 mit THX 1138 seinen ersten Feature Film. Es folgte mit American Graffiti einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. In der Rekordzeit von 28 Nächten und mit einem Mini-Budget von 700.000 Dollar gedreht, erzählt der Film von den letzten Tagen einer unbeschwerten Jugend in den 60er Jahren, an deren Horizont schon das Vietnam-Trauma Amerikas heraufzieht.

Der Film erhielt fünf Oscar-Nominierungen. Lucas selbst blieb von dem Top-Einspiel lediglich ein Gewinn von 20.000 Dollar. Doch die finanziell mageren Zeiten sollten sich rasch ändern. 1977 begann mit dem Erfolg von Krieg der Sterne ein neues Kinozeitalter: Die aufregende Science-Fiction-Saga wurde zum Kult: zehn Oscar-Nominierungen! Neben den Kinokassen klingelten auch die der Merchandising-Produzenten.

Die Stars Wars-Trilogie war immer als Mittelteil eines großen Weltraumepos angelegt. Doch bislang warteten Fans vergeblich auf eine Fortsetzung, bzw. die Vorgeschichte von Luke Skywalker, Darth Vader und Prinzessin Leia. Nun aber gibt es konkrete Hoffnung! Im Mai war dann die Premiere von Star Wars Episode 1: Die dunkle Bedrohung. Die Regie hat nach mehr als zwanzig Jahren Lucas wieder selbst übernommen. Als 2nd unit director ist Seven-Regisseur David Fincher verpflichtet worden.


Oscars
Filmographie
Dirk Jasper FilmLexikon
© 1994 - 2010 Dirk Jasper