Glenn Close

Glenn Close wurde 1947 in Greenwich, Conneticut, geboren. Als ihre Eltern 1956 nach Belgisch-Kongo übersiedelten, lebte Glenn Close bei ihrer Großmutter. Ihre schulische Ausbildung absolvierte sie sie auf einem Schweizer Internat und einer höheren Mädchenschule. In dieser Zeit entdeckte sie auch ihre Liebe zum Schauspiel. Ersten Erfahrungen in der darstellenden Kunst sammele Close in der Schultheatergruppe Fingernails. Später studierte sie Schauspiel und Anthropologie am College Of William And Mary. Dort wurde sie während ihres Abschlussjahres vom Broadway-Haus Phoenix Theatre entdeckt und für drei Stücke verpflichtet.

Sie trat in zahlreichen erfolgreichen Inszenierungen On- und Off-Brodaway auf und wurde 1980 für das Broadway-Musical Barnum zum ersten Mal für den Tony Award nominiert, den sie zwei Jahre später für Tom Stoppard Bühnenstück The Real Thing gewann. Ihren zweiten Tony bekam Close für ihren Part in Mike Nichols Stück Death and the Maiden, den dritten schließlich für Sunset Boulevard.

Auch im Fernsehen wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt 1995 mit einem Emmy für die TV-Produnktion Serving In Silence, bei dem sie auch als ausführende Produzentin tätig war. Für Sarah, Plain And Tall (auch hier war sie ausführende Produzentin) wurde sie zuvor bereits mit einer Emmy- und einer Golden-Globe-Nominierung bedacht.

Als Co-Produzentin brachte sie desweiteren den Dokumentarfilm Do You Mean There Are Still Real Cowboys? und als ausführende Produzentin das Fernsehspiel Broken Hearts, Broken Home auf den Bildschirm. Inzwischen gesendet wurde der HBO-Film In The Gloaming, mit dem gleichzeitig Christopher Reeve als Regisseur seine Rückkehr ins Filmgeschäft geschafft hat.

Barbet Schroeder sagte, auf seine Besetzung von Glenn Close in Die Affäre der Sunny von B. angesprochen: "Ich will mit den Besten arbeiten, und sie ist die Beste von allen." Wohl wahr, heute gilt Glenn Close, die in den knapp zwanzig Jahren ihrer bemerkenswerten Karriere fünfmal für den Oscar nominiert wurde (dreimal als Beste Neben-, zweimal als Beste Hauptdarstellerin), als eine der versiertesten und eindringlichsten Schauspielerinnen des US-Kinos.

Bevor Close 1982 ihren ersten Kinofilm drehte, war sie bereits ein gefeierter Theaterstar, der bis heute mit drei Tony Awards ausgezeichnet wurde. Und ihr Leinwanddebüt, George Roy Hills Film Garp und wie er die Welt sah, bescherte ihr auch gleich die erste Oscar-Nominierung. Als hätte sie sich in Garp nur warmgespielt, legte Close in den nächsten zwei Jahren hintereinander mit weiteren Oscar-Nominierungen nach, für Der große Frust und Der Unbeugsame. 1987 schließlich schaffte sie als Alex Forrest in Eine verhängnisvolle Affäre endgültig den weltweiten Durchbruch; eine Rolle, die weithin als die prägnanteste Frauenrolle der 80er Jahre gilt.

Mit diesem Film fügte sie ihrem kühlen, aristokratischen Image auch die Facette der erotischen und starken Verführerin hinzu, was Stephen Frears wiederum dazu bewegte, sie in Gefährliche Liebschaften als Marquise de Merteuil zu besetzen - für die Close eine weitere Oscar-Nominierung bekam. Bis heute arbeitete Glenn Close mit Regisseuren wie Istvan Szabo, Franco Zeffirelli und Ron Howard zusammen; einen Ihrer größten europäischen Erfolge landete sie 1993 mit der Bernd Eichinger-Produktion von Bille Augusts Film Das Geisterhaus.

1996 sah man Glenn Close - als First Lady! - in Tim Burtons extravagantem Science-Fiction-Klamauk Mars Attacks! (neben Jack Nicholson) und als hundekillende Hexe Cruella DeVil in 101 Dalmatiner (neben Jeff Daniels). Die New Yorker Baseball-Fans kommen zudem jedes Jahr im April in den Genuss ihrer klassisch ausgebildeten Sopranstimme, wenn Met-Fan Close zu Beginn der neuen Saison im Shea Stadium die Nationalhymne anstimmt.


Dirk Jasper FilmLexikon

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