Götz George über Tor des Feuers
Götz GeorgeFrage: Was hat Sie am Stoff des TV-Filmes "Tor des Feuers" gereizt?

Götz George: Nach all den ernsten und schwierigen Charakteren, die ich in letzter Zeit gespielt habe, war ich dem Publikum einen Halbsympathikus wie Kowa schuldig. Zusammen mit Felix Huby habe ich das Treatment erarbeitet. Produzent Markus Trebitsch hat es gefallen, und er hat Drehbuchautor Sascha Arango beauftragt.

Frage: Wie würden Sie Kowa charakterisieren?

Götz George: Kowa ist ein sehr introvertierter Typ, der sich nicht mitteilen kann und der mit vielen Menschen nicht zurechtkommt. Eine schattige Figur. Alles spricht gegen ihn: Er ist ein Versager. Aber Kowa hat ein wachsames Auge, und dass er in einer Notsituation für jemanden geradestehen muss, macht ihn zum Helden. Eine sehr reizvolle Mischung, wie ich fand.

Frage: Mehrere spektakuläre Stunts haben Sie nicht doubeln lassen. Ein Spiel mit der Gefahr?

Götz George: Da ich an der Entwicklung des Buches beteiligt war, haben wir nur solche Action-Szenen aufgenommen, die für mich machbar waren. Ich bin in erster Linie Schauspieler und kein Stuntman, doch ich beherrsche meinen Körper. Und nicht unwichtig: Die Zuschauer wollen diese Szenen von mir sehen.

Frage: Wie spielt es sich mit einem Kind als Partner?

Götz George: Man muss sich auf Kinder als Partner mehr einlassen. Bei David Schelle war das einfach. Er ist sehr intelligent und hat klare Vorstellungen. Seine Fragen, warum er etwas wie spielen sollte, musste man sehr ernst nehmen.

Frage: Nach "Schulz & Schulz" ist "Tor des Feuers" ein weiterer Film, der die deutsche Ost-West-Problematik aufgreift.

Götz George: Wir Deutschen müssen endlich die Ost-West-Wirklichkeit zum Thema machen. Aber Fakt ist, wir haben Schau davor. Das finde ich umso bedauerlicher, weil in diesem Stoff gleichzeitig viel Tragik und Komik liegt.

Frage: Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Götz George: Anfang 1997 werde ich hoffentlich wieder fit sein und in zwei weiteren "Schimanski"-Folgen vor der Kamera stehen. Zur Zeit überlegt man übrigens, den zweiten Teil von "Tor des Feuers" in Angriff zu nehmen.

Dirk Jasper FilmLexikon
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