Hans W. Geissendörfer

* 6. April 1941 in Augsburg, Bayern, Deutschland • Regisseur, Drehbuchautor, Produzent • Biographie • Interviews • Oscars • Filmografie •

Biographie Der Autor, Produzent und Regisseur Hans W. Geißendörfer nimmt seit Jahren einen wichtigen Platz in der deutschen Medienlandschaft ein.

Geboren wurde er 1941 in Augsburg. Nach dem Abitur studierte er von 1962 bis 1967 Germanistik, Theaterwissenschaft, Psychologie und afrikanische Sprachen an den Universitäten in Marburg, Erlangen, Wien und Zürich. Während dieser Zeit engagierte er sich aktiv am Studententheater und unternahm ausgedehnte Reisen durch Europa, Asien und Afrika und machte dabei erste Versuche mit Dokumentar- und Experimentalfilmen.

1968 war Hans W. Geißendörfer Erster Regieassistent bei George Moorse, mit dem er später in der Lindenstraße wieder zusammen arbeitete. 1969 war seine erste eigenständige Regiearbeit "Der Fall Lena Christ", ein 90-minütiger Schwarzweißfilm, den er für das Fernsehen drehte.

Mit Jonathan, einem Horrofilm nach Motiven des Vampir-Romans "Dracula" erzielte Hans W. Geißendörfer 1969 großen Erfolg und seinen ersten von bisher vier Bundesfilmpreisen. In den Jahren danach entstanden in kurzer Folge eine Reihe interessanter Fernsehfilme und Literaturverfilmungen.

Seit 1985, mit dem Start der Lindenstraße, steht Hans W. Geißendörfer immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik. Ihr Erfolg bestätigte ihn als einen der Macher im deutschen Fernsehen. Allerdings mussste er im Dezember 1995 mit dem Spinoff Entführung aus der Lindenstrasse eine Niederlage einstecken, die Zuschauer wollten keine Satire auf ihre Lieblingsserie sehen. In den letzten Jahren ging (vielleicht deshalb) die Zuschauerquote immer mehr zurück.

Über seinen Kinofilm Schneeland sagt Hans W. Geißendörfer selbst: "Schneeland erzählt zwei Geschichten, aus dem Lappland von heute und 1937, die sich am Ende des Films zu einer Zeit vereinigen. Alles ist eine Welt.

Ich habe versucht, einen Film zu machen, der mit Licht und Dunkel genauso sorgfältig und überlegt umgeht, wie mit dem Schicksal und der Psyche seiner Figuren. Nichts ist zufällig, alles ist gewollt bis in die weitesten Hintergründe der Landschaften.

Ich habe versucht, das menschliche Urgestein Sehnsucht, Liebe und Tod mit meinen wunderbaren Schauspielern und großen Bildern auf seine archaische Kraft zu reduzieren und habe dem Kernsatz des Films 'Liebe ist stark wie der Tod' viel Platz gegeben.

Ich wollte diesmal nicht weggucken, mich nicht abwenden, wenn es weh tut. Ich habe viel riskiert und versucht, den gegebenen Voyeurismus der Kamera durch mitfühlende Beobachtung zu ersetzen."


Interviews
Oscars
Filmografie
  • 1968: TV-Film: Der Fall Lena Christ. Regie.
  • 1969: Jonathan. Drehbuch. Regie.
  • 1971: Carlos
  • 1975: Der Sternsteinhof. Drehbuch. Regie.
  • 1976: Die Wildente. Drehbuch. Regie.
  • 1977: Die gläserne Zelle. Drehbuch. Regie.
  • 1981: Der Zauberberg (La Montagne Magique). Drehbuch. Regie.
  • 23. September 1983: Ediths Tagebuch
  • 8. Dezember 1985: TV-Serie: Lindenstraße
  • 1989: Bumerang Bumerang. Regie.
  • 1991: Gudrun. Regie.
  • 1993: Justiz. Drehbuch. Regie.
  • 10. Dezember 1995: Entführung aus der Lindenstrasse
  • 11. Januar 2001: Die neun Leben des Thomas Katz (Ausführender Produzent)
  • 20. Januar 2005: Schneeland
  • Oscar
    Hans W. Geißendörfer
    Filmplakat
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