Interview mit Harald Krassnitzer
"Markanter Satz aus dem Interview" oder Untertitel
Harald Krassnitzer Harald Krassnitzer spielt eine der beiden Hauptrollen in dem TV-Film "Die Dickköpfe", der am 20. und 21. Oktober 2002 um 20.15 Uhr auf Sat.1 gesendet wurde. Frage: Wie ist Ihr Verhältnis zu Fußball?

Harald Krassnitzer: Ich habe sogar vier, fünf Jahre in einem Verein gespielt und war dort aber eher eine große Randerscheinung. In meiner ganzen Karriere als Fußballer habe ich ein einziges Tor geschossen, und das war ein Glückstreffer.

Frage: Es geht in dem TV-Film Die Dickköpfe um noch mehr als nur um Fußball ...

Harald Krassnitzer: Es geht auch um Kapital gegen Geist, Schmäh, Idee und Inspiration, wobei letztere von der österreichischen Seite von mir vertreten und erstere von der bayerischen Seite in Gestalt von Otti (redaktionelle Anmerkung: gemeint ist Ottfried Fischer). Trotz allem liegt hinter diesen ganzen Geschichten eine sehr große Freundschaft. Man könnte fast das etwas abgedroschene Beispiel Don Camillo und Peppone heranziehen. Es trägt manchmal die Züge des Klassenkampfes oder dieser verfeindeten Freunde, die dann aber doch immer letztlich einen gemeinsamen Weg gehen.

Frage: Es geht auch um den Dauerclinch zwischen Bayern und Österreichern. Wo genau liegen denn da die Differenzen?

Harald Krassnitzer: Das ist eine uralte Rivalität zwischen den Bajuwaren und den Österreichern, gerade in diesen Grenzbereichen. Gereade hier gibt es zwar eine Menge Gemeinsamkeiten, aber auch eine Menge Unterschiede - z. B. die Sprache. Otti (redaktionelle Anmerkung: gemeint ist Ottfried Fischer) spielt halt den klassischen Deutschen, den Bajuwaren, der denkt, mit Kohle kann er alles machen. Auf der anderen seite ist er ein Idealist, der an bestimmte Werte glaubt - das bietet natürlich reichlich Stoff für Reibereien, sehr humorigen. In so einem Grenzgebiet kann so was dann auch mal zu einer Farce, etwas sehr Witzigem werden. Frage: Und wie ist das Verhältnis nun wirklich?

Harald Krassnitzer: Es ist doch nur eine Touristenattraktion. Im Grunde genommen verstehen wir uns sehr gut, aber dieses gegenseitige Auf-die-Köpfe-hauen ist halt ein langjähriges Brauchtum. Und mit dem österreichischen Schmäh können's halt noch nicht so umgehen, die Bayern. Es ist schwierig, ihnen das beizubringen ...

Frage: Herr Krassnitzer, wie sieht es mit Ihrer Rolle aus?

Harald Krassnitzer: Ich würde sagen, ich spiele einen klassischen österreichischen Ex-Internationalen, damit umfasst man diesen Charakter ganz gut. Einer jener Erscheinungen, die es in Österreich immer wieder gibt. Der Fußballer, der zwar Talent hat, den es in die Welt hinaus zieht, der internationale Karriere macht, aber das nicht in seinem weiteren Leben umsetzt. Toni Brandtner (redaktionelle Anmerkung: Das ist die Figur in Harald Krassnitzer in dem TV-Film Die Dickköpfe verkörpert) lebt immer noch ein bisschen von der Legende und trainiert verzweifelt die örtliche Fußballmannschaft. Er versucht, den Jungen taktische Manöver beizubringen, was sehr oft scheitert.

Frage: Ottfried Fischer und Regisseur Walter Bannert kennen sich bereits aus der Zusammenarbeit für Der Bulle von Tölz. Wie war die Zusammenarbeit für Sie?

Harald Krassnitzer: Der Walter Bannert ist ja mittlerweile ein Garant für diese Form der Unterhaltung. Er schafft es auf ganz wunderbare Weise, uns zu führen und setzt Ideen, die wir noch mit einbringen, in sehr schöne Bilder um. Er sorgt dafür, dass die beiden Teile nicht zu einer 08/15-Geschichte werden.

Frage: Worin liegt der Reiz von Die Dickköpfe?

Harald Krassnitzer: Ich würde sagen, die Geschichte hat einen hohen Wiedererkennungswert und ich glaube, dass sich viele Menschen mit den Charakteren identifizieren können. Außerdem besticht der Film durch seinen Humor ...

Dirk Jasper FilmLexikon
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