Helmut Dietl

* 22. Juni 1944 in Bad Wiessee, Bayern, Deutschland • Regisseur, Drehbuchautor, Produzent • Biographie • Interviews • Oscars • Filmografie •

Biographie Helmut Dietl wächst in München auf. Die Eltern werden bald geschieden, Helmut Dietl lebt hauptsächlich bei seiner Mutter und Großmutter. Nach dem Abitur am Schwabinger Realgymnasium studiert er Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte, bricht das Studium aber ab, weil er es sich finanziell nicht leisten kann und weil er den Eindruck gewinnt, er lerne dort nicht, was er lernen will. Er arbeitet als Aufnahmeleiter beim Fernsehen und als Regie-Assistent an den Münchener Kammerspielen.

Schließlich geht Helmut Dietl zu einer freien Produktionsfirma, wo er zunächst "alles" macht, dann als Dramaturg und Produzent größere Produktionen entwickelt, darunter Das falsche Gewicht von Bernhard Wicki. Fünf Jahre später produziert er den Wicki-Film Die Eroberung der Zitadelle. Zu diesem Zeitpunkt aber hat er sich schon als Autor und Regisseur einen Namen gemacht mit den Münchner Geschichten, einer neunteiligen Fernsehserie mit Günther Maria Halmer als Tscharli, Therese Giehse als seiner Oma und Michaela May als seine Freundin, die der BR 1975 ausgestrahlt hat. Praktisch vom Tag der Erstausstrahlung an machte er sich einen Namen als Autor und Regisseur, der seine Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse in München in liebenswürdig-melancholische und bissige Filme umwandeln kann.

Es folgen die TV-Serien Der ganz normale Wahnsinn mit Towje Kleiner und Mo Schwarz, Monaco Franze mit Helmut Fischer und Ruth Maria Kubitschek sowie Kir Royal mit Franz Xaver Kroetz und Dieter Hildebrandt. Für seine Kinoversion der "Wahnsinn"-Serie mit dem Titel Der Durchdreher erhielt Helmut Dietl 1979 den 'Deutschen Filmpreis' (auch 'Bundesfilmpreis' genannt). Weiterhin wird er mit zwei 'Adolf-Grimme-Preisen', zwei 'Bambis', dem 'Deutschen Kritikerpreis', dem 'Schwabinger Kunstpreis' und etlichen anderen Ehren ausgezeichnet.

An seinem ersten Kinofilm Schtonk mit Götz George und Uwe Ochsenknecht, in dem es um die gefälschten Hitler-Tagebücher geht und der im Frühjahr 1992 in die Kinos kam, arbeitete Helmut Dietl fast drei Jahre. Der Lohn für die Mühe sind unter anderem drei deutsche Filmpreise: 'Filmbänder in Gold' erhalten Günter Rohrbach als Produzent, Götz George als bester Darsteller und Helmut Dietl als Regisseur. Schtonk erhält den 'Drehbuchpreis' in Tokio, den 'Regiepreis' in Palm Springs, wird für den 'Golden Globe' und für den 'Oscar' nominiert.

Fast drei Jahre benötigt auch die Fertigstellung von Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit dem schlief. Ehe der Film im Januar 1996 in Produktion geht, haben Helmut Dietl und sein Co-Autor Patrick Süskind ('Das Parfüm') zwei Jahre lang an immer neuen Drehbuch-Fassungen gefeilt. Obwohl Helmut Dietl schon bei Schtonk Mit-Produzent war, geht er nun voll ins Risiko: Mit seiner im Spätherbst 1995 gegründeten Firma Diana Film ist er hauptverantwortlicher Hersteller von Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit dem schlief. Und weil Dietl-Filme immer etwas Besonderes sind, dreht Helmut Dietl mit einem Dutzend Hauptdarstellern große Teile bei Kerzenlicht und (nahezu) chronologisch, weil das Sujet (nahezu) der klassischen Einheit von Zeit, Ort und Handlung verpflichtet ist. Helmut Dietls Fazit: "Das war eine der schwierigsten Übungen meines bisherigen Filmlebens".

Mit seiner Firma Diana Film betätigt sich Helmut Dietl auch als Produzent von Filmen, deren Inszenierung er in andere Hände legt. So entstanden 1998 zwei Fernsehfilme, unter der Regie von Dagmar Wagner 'Lupo und der Muezzin' und 'Jack's Baby', das Regiedebüt von Jan Josef Liefers.

1999 kam mit der TV-Satire Late Show Helmut Dietls dritter Spielfilm ins Kino. Im Jahr darauf wurde der Fernsehfilm "Wambo" (2001) von Erfolgsregisseur Jo Baier gedreht und mit dem Grimme Preis ausgezeichnet. Im Jahr 2003 fanden in Indien die Dreharbeiten zu dem Spielfilm 'Schatten der Zeit' unter der Regie von Oscar®-Gewinner Florian Gallenberger statt.

Zu all seinen Filmen schrieb Helmut Dietl die Drehbücher selbst und fungierte auch als Produzent. Vom Suchen und Finden der Liebe markiert seine zweite Zusammenarbeit bei Kinofilmen mit Patrick Süskind als Co-Autor.


Interviews
Oscars
Filmografie
  • 26. November 1974: TV-Miniserie: Münchner Geschichten. Regie. Drehbuch Epiaosen 1, 2, 5, 7, 8, 9.
  • 8. März 1979: Kinofilm: Der Durchdreher / Der ganz normale Wahnsinn (It Can Only Get Worse). Regie. Drehbuch.
  • 1980: TV-Miniserie: Der ganz normale Wahnsinn. Regie. Drehbuch.
  • 3. März 1983: TV-Miniserie: Monaco Franze - Der ewige Stenz. Regie. Drehbuch.
  • 22. September 1986: TV-Miniserie: Kir Royal
  • 12. März 1992: Kinofilm: Schtonk!. Regie. Produzent. Drehbuch.
  • 23. Januar 1997: Kinofilm: Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit dem schlief
  • 25. Februar 1999: Kinofilm: Late Show
  • 17. Oktober 1999: TV-Film: Jacks Baby. Produzent.
  • 13. Mai 2001: TV-Film: Wambo. Produzent.
  • 12. September 2004 (Festival): Kinofilm: Schatten der Zeit (Shadows Of Time). Produzent.
  • 27. Januar 2005: Kinofilm: Vom Suchen und Finden der Liebe
  • Oscar
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    Dirk Jasper FilmLexikon

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