Humphrey Bogart ?
* 25. Dezember 1899 als Humphrey DeForest Bogart in New York, USA • ? 14. Januar 1957 in Los Angeles, Kalifornien, USA • Schauspieler • Biographie • Oscars • Filmografie •
Humphrey Bogart Biographie Geboren wurde der nur 1,67 Meter große Humphrey Bogart als Sohn der Illustrierten-Grafikerin Maud Humphrey Bogart, die schon den Säugling Humphrey als glückliches Werbe-Baby vermarktete, und des renommierten New Yorker Chirurgen Dr. Belmont DeForest Bogart geboren.

Natürlich sollte Humphrey an der Yale University Medizin studieren, doch wurde er schon während der Vorbereitungskursen gefeuert, weil er sich nicht disziplinieren ließ. Er meldete sich 1917 zur Kriegsmarine und nahm am Ersten Weltkrieg teil. Aus dieser Zeit stammt auch seine kleine Narbe an der Oberlippe. Anschließend fing er als Botenjunge beim Theater an und diente sich bis zum Geschäftsführer hoch.

Dann versuchte er sich ab Februar 1920 als Theater-Darsteller und biss sich in den 30er Jahren erfolglos durch eine Reihe kleinerer und kleinster Rollen durch. 1930 wurde er von den Talentsuchern der 20th Century Fox entdeckt und für 400 Dollar die Woche nach Hollywood geholt, im März 1930 wurde der erste Film gedreht, in dem er mitwirkte: Broadway's Like That. Nach seinem Hollywood-Debüt wurde es aber nicht viel besser, deshalb kehrte er regelmäßig an den Broadway zurück, um interessantere Rollen zu spielen.

Einen ersten Erfolg hatte er 1935 in Der versteinerte Wald, einer Verfilmung des gleichnamigen Stücks von Robert E. Sherwood. Entscheidend war dabei die Protektion durch den Film- und Bühnenstar Leslie Howard. Die beiden standen in Der versteinerte Wald auf der Bühne, Leslie als Star, Humphrey als Bösewicht. Warner Bros. kaufte die Filmrechte und wollte den damaligen Star Edward G. Robinson als Schurken besetzen. Leslie Howard bestand jedoch auf Bogart als Partner und verschaffte ihm so seine erste wichtige Filmrolle.

Vier Jahre lang, von 1936 bis 1940, spielte er in einem Rhythmus von sechs Filmen pro Jahr den ewigen Verlierer an der Seite so strahlender Helden wie Edward G. Robinson, James Cagney oder George Raft. Aus Publicity-Gründen veröffentlichte die PR-Abteilung von Warner Bros. 1937, dass Humphrey Bogart am 25. Dezember 1899 geboren sei, um anzudeuten, dass jemand, der zu Weihnachten geboren sei, nicht grundsätzlich schlecht sein kann. Aber erst im Team mit dem Regieanfänger und Drehbuchautor John Huston gelang Bogart nach 20 Jahren als Schauspieler die große Karriere.

Nach und nach gewann Humphrey Bogart in Filmen wie Sackgasse an schauspielerischer Statur. Der große Durchbruch kam im Alter von 42 Jahren, als er unter Leitung von John Huston den Privatdetektiv Sam Spade in Die Spur des Falken spielte und damit die legendäre schwarze Serie Hollywoods einleitete.

Von 1943 bis 1949 gehörte Bogart dann bei Warner Bros. zu deren zugkräftigsten Filmstars aller Zeiten. 1947 gründete er dann als der damals höchstbezahlte Schauspieler der Welt seine eigene Produktionsgesellschaft, Santana Pictures.

Viele Schauspieler haben es versucht, aber nur Humphrey Bogart ist es gelungen, den zynischen Detektiv Philip Marlowe aus der Feder von Raymond Chandler überzeugend auf der Leinwand zu verkörpern - kein schlechter Erfolg für einen Darsteller, der in den 30er Jahren mehr Ganoven gespielt und "mehr lausige Filme gemacht hat als jeder andere Schauspieler in der Geschichte" (Bogart über sich selbst).

Er war zwar kein schöner Mann, von kleiner Statur (man weiß inzwischen, dass er während der Dreharbeiten oft auf einen Hocker gestellt wurde, um nicht kleiner zu wirken als seine Filmpartnerinnen), trotzdem ist er einer der ganz Großen des Kinos. Viele seiner 75 Filme gehören inzwischen zu den besten und berühmtesten aller Zeiten: The Maltese Falcon, Casablanca, The Big Sleep, Key Largo, The Treasure of the Sierra Madre.

Mit der Zigarette im Mundwinkel, dem ironischen Blick unter dem weichen Filzhut und dem zerdrückten Regenmantel, den er jedoch mit unnachahmlicher Eleganz trug, sowie mit der berühmten Narbe an der Oberlippe verkörperte Humphrey Bogart den einsamen Wolf, der sich trotz aller Widerstände treu bleibt.

Wie wenige andere wurde er mit seinen Rollen zur Kultfigur: cool, souverän, zynisch, aber mit Herz, trinkfest und mit dem Gebrauch von Waffen aller Art vertraut, spielt Bogart einen einzigen Typus: den Helden der Moderne, wie er am Besten im Beruf des Privatdetektivs verkörpert wird, der auf keiner Seite ganz steht, der letztlich nur sich selber dient und nur sich selbst verpflichtet ist: vom Leben gezeichnet, aber frei.

Bevor er seine große Liebe Lauren Bacall bei den Dreharbeiten zu Haben und Nichthaben kennen lernte und 1945 heiratete, war Humphrey Bogart mit drei Schauspielerinnen verheiratet: Helen Mencken (Februar 1926 bis 1927), Mary Phillips (Februar 1928 bis 1937) und Mayo Methot (1938 bis 1945).

1956 wurde Bogart an Speiseröhrenkrebs operiert, er starb zehn Monate später, am 14. Januar 1956 morgens um 2:10 Uhr im Alter von 58 Jahren zu Hause in Los Angeles.


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