Im Kwon-Taek
* 1934 in Südkoreo • Regisseur • Biographie • Filmografie •
Im Kwon-Taek Biographie Im Kwon-Taek gilt als der bekannteste Filmregisseur Südkoreas. Seit 1961 hat er 95 Spielfilme gedreht, davon in den ersten zehn Jahren ausschließlich durchschnittliche Unterhaltungsfilme unterschiedlicher Genres. Seit 1973 wird er sich zunehmend seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewußt: "Eines Tages hatte ich das Gefühl, als hätte ich die Menschen in den vergangenen zwölf Jahren angelogen. Ich entschloß mich, meine Fehler wieder gut zu machen und ehrenwertere Filme zu drehen."

Im Kwon-Taeks folgende Filme sind Ausdruck dieses Bewußtseinswandels. Sie beweisen sein Mitgefühl für die Menschen, die unter Koreas tragischer Geschichte leiden mussten, unter der japanischen Besatzung, unter Krieg, unter der Teilung des Landes. Doch noch immer bewegen sich seine Filme im Rahmen der politischen Vorgaben für die koreanische Filmindustrie. Seit 1981 findet Im Kwon-Taek schließlich zu seinem persönlichen Stil und entwickelt sich zu einem eigenständigen Autor. Er erforscht die Wurzeln der koreanischen Kultur, wie sie sich im Konfuzianismus, Schamanismus und Buddhismus finden. Mandala, die Geschichte zweier buddhistischer Wandermönche, markiert die Wende in seinem Werk.

Es folgen Filme wie Gilsodom - Zerrissenes Land (1985) über die Spaltung des Landes und der Familien sowie mehrere, die sich mit der Stellung der Frau in der koreanischen Gesellschaft beschäftigen (Ticket, 1986; Der Pfad der Erleuchtung, 1989). Es sind sensible und anspruchsvolle Werke, die, wenngleich nicht immer erfolgreich, Im Kwon-Taeks internationalen Ruhm begründen.

Für die Produktionsfirma Taehung dreht Im Kwon-Taek 1990 Der Sohn des Generals über mutige Koreaner während der japanischen Besatzungszeit. Der Erfolg dieses kommerziellen Films und seiner Fortsetzungen ermöglicht Im Kwon-Taek 1993 die Realisierung seines Filmprojekts Sopyonje, in dem die Geschichte einer Musikerfamilie erzählt wird.

Gegen alle Erwartungen wird dieses alles andere als kommerzielle Werk über die traditionelle Gesangsform Pansori mit 1,3 Millionen Kinobesuchern zum erfolgreichsten koreanischen Film aller Zeiten.


Filmografie
Dirk Jasper FilmLexikon
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