Interview mit Jackie Chan
Jackie Chan Die Erfolgstory von Jackie Chan begann vor dreißig Jahren in Hongkong. Heute feiern Action-Fans rund um den Globus seinen temporeichen Kampfstil. Egal, ob " Rumble in the Bronx" oder zuletzt " Rushour", Jackie mischt Bösewichte auf wie kein zweiter. In seinem neuen Abenteuer " Shang-High Noon" verschlägt es ihn in den Wilden Westen - wo natürlich nicht nur Fäuste fliegen.

Frage: Jackie Chan, Sie sind berühmt dafür, alle Stunts selber zu machen. Auch, wenn dabei der eine oder andere Knochen bricht. Wie sieht die Verletzungs-Statistik für diesen Film aus?

Jackie Chan: Meine eingewebten Haare wurden ein paar Mal herausgerissen - das tat richtig weh! Und ein paar Messerschnitte hatte ich. Aber solange ich keinen Notarzt brauche, drehe ich weiter, dann ist die Verletzung nicht wichtig. Ich hatte bei den Reitszenen voran Bedenken - Pferde sind wirklich große Tiere und wenn du nicht richtig gut reiten kannst, dann machen sie mit dir, was sie wollen.

Frage: Sie sind inzwischen seit dreißig Jahren im Geschäft. Was machen Sie, wenn Sie mal nicht mehr fit genug sind, um alle Stunts selbst zu absolvieren?

Jackie Chan: Ich habe bisher nicht getrickst, und ich werde es auch nie tun. Da gehe ich lieber in Rente. Das soll aber nicht heißen, dass ich Keanu Reeves oder Bruce Willis Betrug vorwerfe. Es ist völlig okay, wenn die mit Computertricks nachhelfen. Sie sind schließlich keine ausgebildeten Stuntmen. Aber ich arbeite seit Jahrzehnten in diesem Beruf - bei mir würde das Publikum Tricks nie akzeptieren.

Frage: In " Shang-High Noon" sind Sie der wohl erste asiatische Cowboy, den es je im Kino gab. Wie war das für Sie?

Jackie Chan: Ich wollte schon immer mal Cowboy sein oder wahlweise Indianer. Ich hatte schon als Fünfjähriger mein erstes Cowboy-Outfit. Wer John Wayne ist oder Clint Eastwood, habe ich erst später herausgefunden. Ich wollte aber noch viel mehr sein: FBI- oder CIA-Agent und Feuerwehrmann. All das kann ich jetzt in meinen Filmen sein. Was für ein Glück, dass ich Schauspieler geworden bin!

Dirk Jasper FilmLexikon
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