Jan Josef Liefers
* 8. August 1964 in Dresden, Sachsen, Deutschland • Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor, Musiker • Biographie • Interviews • Filmografie • Discografie •
Jan Josef Liefers Biographie Jan Josef Liefers, 1964 in Dresden geboren, kommt aus einer Schauspielfamilie: Sein Vater ist Regisseur, seine Mutter Schauspielerin. Bereits während seiner Lehrzeit schnupperte er Theaterluft: Er lernte Tischler an der Semperoper in seiner Geburtstadt. Danach ging es an die Ernst Busch-Schauspielschule in Berlin. Nach der Wiedervereinigung faßte Liefers zunächst am Theater Fuß. Er spielte in den Kammerspielen und am Deutschen Theater sowie in Hamburg am Thalia Theater. Bereits Anfang der 90er Jahre, am Hamburger Thalia Theater, lobten die Kritiker seine "verborgene Melancholie" und seine "untergründige Selbstverlorenheit".

Sein Kinodebüt gab Liefers 1989. Unter der Regie von Rainer Simon spielte er den Forscher und Entdecker Alexander von Humboldt in dem historischen Abenteuerdrama Die Besteigung des Chimborazo. Ebenfalls für Simon stand der 1964 in Dresden geborene Liefers als Partner von Matthias Habich für die internationale Ko-Produktion Der Fall Ö. nach der Erzählung von Franz Fühmann vor der Kamera.

Jungenhafter Charme und ein sicheres Gespür für prägnante Charakterrollen sind seine Markenzeichen geworden. 1995 gelang ihm ein erster Publikumserfolg beim Fernsehen als einer der Hauptdarsteller in der Kriminalserie Die Partner. Fortan konnte sich Liefers vor Angeboten kaum noch retten.

Jan Josef Liefers gelang im Frühjahr 1997 ein seltenes Kunststück: Er spielte Hauptrollen in gleich zwei der erfolgreichsten deutschen Kinoproduktionen der neunziger Jahre. Als schüchterner leukämiekranker Krebspatient Rudi Wurlitzer in Knockin' on Heaven's Door und als dichtender Salonlöwe und frecher Dichter Bodo Kriegnitz in Rossini oder Die mörderische Frage, wer mit wem schlief schuf er schillernde Kinofiguren und wurde zum Shooting Star des jungen deutschen Kinofilms.

Für Helmut Dietls Drama Rossini oder Die mörderische Frage, wer mit wem schlief heimste Jan Josef Liefers den Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsdarsteller ein. Das war 1997. Durch Knockin' on Heaven's Door avancierte er zum Publikumsliebling. Die Presse überschlug sich: "Überflieger des Jahres", "Einer der großen Schauspielhoffnungen der 90er Jahre".

Nach Rossini oder Die mörderische Frage, wer mit wem schlief und Knockin' on Heaven's Door, ob Komödie Kidnapping Mom & Dad (zusammen mit seiner damaligen Lebensgefährtin Ann-Kathrin Kramer), Beziehungskomödie BusenfreundeJennifer Nitsch und Ulrich Noethen) oder Psychothriller Vergewaltigt (mit Barbara Auer), immer war er gut. Es war nur noch eine Frage kürzester Zeit, bis der große Durchbruch auch auf der Kinoleinwand kommen würde. Was dann auch der Fall war.

Als er dann schließlich zum Fernsehen wechselte, hatten nicht alle seiner Kollegen Verständnis für diese Entscheidung: "Wie kannst du nur? Du wirst unter deinem Niveau arbeiten." Liefers ließ sich nicht beirren und landete einen erfolgreichen Coup: Er arbeitete nicht nur mit namhaften Filmemachern, sondern führte 1999 auch erstmals erfolgreich Regie: Mit Veronica Ferres als Partnerin drehte er die romantische TV-Komödie Jack's Baby (Sat.1) und wurde dafür mit dem Bayerischen Fernsehpreis belohnt. Außerdem übernahm er hier gleichzeitig die Hauptrolle und zeichnete für Drehbuch und Musik verantwortlich. Eine Aufgabe, die ihm gefallen hat - auch wenn er mit einigen Hürden zu kämpfen hatte: "Ich hatte große Probleme mit mir als Schauspieler", gestand er damals, "das Regie führen ist mir vergleichsweise leicht gefallen. Ich fand mich anfangs einfach scheiße. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mich mit mir selbst anfreunden konnte."

Offenbar ist ihm das geglückt, denn für Die Frauenversteher - Männer unter sich (Sat.1) ist er erneut in mehrfacher Funktion tätig - wieder als Regisseur, wieder als Hauptdarsteller, außerdem hat er am Drehbuch mitgearbeitet und ist für die Musik verantwortlich. Im Kino war Jan Josef Liefers gerade in Rainer Matsutanis Film 666 - Traue keinem mit dem du schläfst zu sehen. Es läuft wirklich rund für den Schauspieler, der über seinen Job sagt: "Ich probiere vieles aus und nutze jede Möglichkeit, bin kein Tempelwächter, sondern in gewisser Hinsicht Handwerker und Unterhalter."


Interviews
Filmografie
Discografie
• Dirk Jasper FilmstarLexikon
Dirk Jasper FilmLexikon
© 1994 - 2010 Dirk Jasper