Interview mit Jasmin Gerat

"Ich liebe es, Bücher zu lesen, und gucke mir alles, was ich kaufe, lieber vorher an."

Jasmin Gerat spielt die Hauptrolle in dem Sat.1-TV-Film "Falsche Liebe - Die Internetfalle". Frage: Du spielst eine Hackerin. Sind Computer und Internet eher Freund oder Feind für Dich?

Jasmin Gerat: E-Mails verschicken finde ich super, zu Hause habe ich aber weder Internet-Anschluss noch Computer. Ich klebe immer noch so gern Briefmarken auf Briefe und gehe damit zur gelben Box. Ich liebe es, Bücher zu lesen, und gucke mir alles, was ich kaufe, lieber vorher an. Mein allerbester Freund ist das Internet also nicht.

Frage: Wie leicht freundest Du Dich mit Liebesszenen an?

Jasmin Gerat: Erstmal stehe ich morgens auf und denke: Au weia, heute ist die Szene dran, in der wir uns küssen müssen. Eigentlich Quatsch! Kuss-Szenen sind in erster Linie total technisch: Die Nasen sollen nicht im Weg sein oder Schatten werfen. Johannes und ich haben uns zum Glück gut verstanden - und er ist ja auch kein unattraktiver Mensch.

Frage: Du bist eine körperlich sehr präsente Person. Wie wäre es mal mit einem Actionfilm?

Jasmin Gerat: Sehr gern. Bei einigen Szenen, wie z. B. der im Fahrstuhl, war ich total euphorisiert. Einmal wäre es allerdings beinahe schief gegangen: Wir standen oben auf der Fahrstuhlkabine und fuhren hoch und runter, immer an der Kamera vorbei. Die Walkies funktionierten nicht und so konnte derjenige, der den Fahrstuhl anhalten sollte, das Signal nicht hören. Wir sind auf einmal hoch geschossen - bis etwa einen Meter unter die Decke! Bastian und ich fingen an zu schreien, weil wir dachten, wir werden gleich zerquetscht.

Frage: Kannst Du Alissas Gefühle beschreiben, als sie ihren Job in der Computerfirma antritt?

Jasmin Gerat: Es ist so, als würde eine Bauersfrau das Raumschiff Enterprise betreten, eine völlig neue, faszinierend-anziehende Welt, das Hacker-Paradies. Das verändert sie gravierend. Sie trägt plötzlich diesen ganzen Armani-Scheiß und vernachlässigt sogar ihre Großmutter.

Frage: Wie ging es Dir, als Du mit sechzehn die bunte TV-Welt betreten hast?

Jasmin Gerat: Das meiste fand ich schön und schillernd. Auf öffentliche Parties gehe ich allerdings nach wie vor selten. Ich fühle mich dort nicht wohl und würde am liebsten stattdessen mit meinen Freunden Chips-essend auf der Couch sitzen. Klar gab es anfangs mal 'ne Woche, in der ich mir dachte: Wow, ist das schön hier oben! Aber ich habe Augen im Kopf und ein starkes Bauchgefühl, das mir hilft, ganz schnell wieder runterzukommen. Da gehe ich lieber in die Tiefe.

Szenenfoto mit Jasmin Gerat aus dem TV-Film 'Falsche Liebe - Die Internetfalle'. Foto: Sat.1

Dirk Jasper FilmLexikon

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