Jeremy Irons

* 19. September 1948 als Jeremy John Irons in, Cowes, Isle Of Wight, UK (GoogleMaps) • Schauspieler, Regisseur • Biographie • Interviews • Oscars • Filmografie • Autogrammadresse: Jeremy Irons c/o Hutton Management, 200 Fulham Road, London SW 10, England (GoogleMaps) •

Dem breiten Publikum wurde Jeremy Irons durch einen Streifen bekannt, der in seiner Filmographie wie ein Fremdkörper wirkt - Stirb langsam - Jetzt erst recht. Der sonst so introvertierte und zurückhaltende Jeremy Irons war hier der größenwahnsinnige Gegenspieler von Bruce Willis und Samuel Jackson.

Der hochaufgeschossene Schauspieler (1,88 m) mit den trauerumflorten Augen wurde auf der Isle Of Wight geboren. Eigentlich wollte Jeremy Irons Tierarzt werden, doch dem standen seine schulischen Leistung im Wege, und so folgte er seiner zweiten Leidenschaft, dem Theater.

Jeremy Irons begann seine Karriere in England am 'Bristol Old Vic Theatre', feierte sein London-Debüt schließlich im Musical Godspell - in der Rolle von Johannes dem Täufer. Höhepunkt seiner Auftritte im Londoner West End und in den Theatern von Stratford upon Avon war seine Darstellung von Richard II für die Royal Shakespeare Company.

Zum ersten Mal am Broadway trat er an der Seite von Glenn Close in Tom Stoppards Drama The Real Thing auf, wurde dafür als Bester Darsteller mit dem 'Drama League Award' sowie mit dem 'Tony Award' ausgezeichnet.

Nach zehn undramatischen Jahren auf britischen Bühnen und auf dem Bildschirm gelang ihm Anfang der 80er Jahre quasi ein Doppelschlag, der ihn schnell bekannt machte: Er trat in der zentralen Rolle des Snobs Charles Ryder in dem TV-Elfteiler Wiedersehen in Brideshead (1981) auf, er spielte fast gleichzeitig im Kino in einer Doppelrolle neben Meryl Streep in Karel Reisz Die Geliebte des französischen Leutnants.

Von nun an waren Nebenrollen für Jeremy Irons ein Fremdwort. Er verkörperte Marcel Prousts dekadenten Titelhelden in Schlöndorffs Eine Liebe von Swann und den Jesuitenpater Gabriel neben Robert de Niros Sklavenhändler Mendoza in Roland Joffes Kolonialdrama Mission.

Eine schauspielerische Meisterleistung war die Doppelrolle in David Cronenbergs Schocker Die Unzertrennlichen. Jeremy Irons spielt die Zwillingsbrüder Elliot und Beverly, die unerfreuliche gynäkologische Experimente treiben, bis sie selber ein frühes Ende finden. Dazu schrieb 'Der Spiegel' anlässlich der deutschen Uraufführung:

"Da der Horror des Films auf eine so unheimlich eindringliche Weise und mit so unausweichlicher Konsequenz funktioniert, liegt vor allem an dem englischen Schauspieler Jeremy Irons, der die Brüder so nuanciert voneinander absetzt, sie anfangs mit einer so feingliedrigen Eleganz ausstattet, dass sie Stufen der psychischen Verwüstung wie Schocks wirken. Was mit snobistischer Unnahbarkeit beginnt, endet in angstvollstem Selbstverlust ..."

Ein weiterer Höhepunkt seiner Karriere war M. Butterfly, eine unglaubliche aber wahre Liebesgeschichte aus China, ebenfalls inszeniert von David Cronenberg.

Seit 1978 ist Jeremy Irons mit der Schauspielerin Sinead Cusack verheiratet, einer Tochter der irischen Theater- und Kinolegende Cyril Cusack (1910 - 1993); das Paar hat zwei Kinder, die Jungen Samuel James (Sam) und Maximilian Paul (Max). Vor der Kamera haben die Eheleute mehrfach gemeinsam agiert, so in der BBC-Produktion Geschichte aus Hollywood (1992; als Ödön von Horvath und Nelly Mann), als traumatisiertes Ehepaar in Waterland und in Bertoluccis Gefühl und Verführung.

Der britische Charakterdarsteller Jeremy Irons, Star vieler ambitionierter Produktionen in Europa wie in den USA, war auch Vladimir Nabokovs berühmter Antiheld Humbert Humbert in Lolita. Und für seine subtile Darstellung des unter Mordverdacht stehenden Playboys Claus von Bülow in Die Affäre der Sunny von B. erhielt Jeremy Irons den Oscar als Bester Hauptdarsteller.

Im Jahr 1996 führte Jeremy Irons selbst Regie bei dem britischen Channel-Four-Fernsehspiel Mirad, A Boy From Bosnia und spielte neben seiner Frau die Hauptrolle. Eine reine Männersache war dagegen der Kinderfilm Danny - der Champion nach einer Vorlage von Roald Dahl, in dem Jeremy Irons und Samuel Irons gemeinsam mit dem Schwieger- bzw. Großvater Cyril Cusack aufgetreten sind.

1997 war er Hauptdarsteller in Wayne Wangs Melodram Chinese Box mit Gong Li und Maggie Cheung. Jeremy Irons spielt einen an Leukämie erkrankten Journalisten in Hongkong, der die letzten Tage der britischen Kronkolonie und die Ankunft der neuen Herrscher erlebt.

Im Kinojahr 1998 konnte man ihn als Aramis in dem international besetzten Mantel- und Degen-Spektakel Der Mann in der eisernen Maske von Randall Wallace sehen; an seiner Seite kämpften Gabriel Byrne (D'Artagnan), Gerard Depardieu (Porthos), John Malkovich (Athos) und, in der Titelrolle, Leonardo DiCaprio.

Irons hat auch viele Rollen im Fernsehen gespielt, darunter auch in der Miniserie Love for Lydia sowie im TV-Drama Tales From Hollywood. Weltweit bekannt wurde er durch seine Hauptrolle in der Miniserie Wiedersehen in Brideshead ('Brideshead Revisited'), die ihm Nominierungen für einen Emmy, einen BAFTA Award sowie für einen Golden Globe einbrachte.

Wer immer noch an seiner Vielseitigkeit zweifelt, sollte wissen, dass Jeremy Irons im Jahr 2003 mit Stephen Sondheims A Little Night Music an der 'New York City Opera' sein Musicaldebüt feierte!


Interviews
Oscars
Filmografie
  • 1980: Nijinsky (Nijinsky)
  • 1981: Die Geliebte des französischen Leutnants (The French Lieutenant's Woman)
  • 1982: Schwarzarbeit (Moonlighting)
  • 1983: Betrug (Betrayal)
  • 1983: Die Wildente (The Wild Duck)
  • 1984: Eine Liebe von Swann (Un Amour De Swann)
  • 1986: Mission (The Mission)
  • 1988: Die Unzertrennlichen (Dead Ringers)
  • 1989: Alles nur Theater(A Chorus Of Disapproval)
  • 1989: Danny, der Champion (Danny, The Champion Of The World)
  • 1989: Sehnsucht nach Australien (Australia)
  • 1990: Die Affäre der Sunny von B.
  • 1991: Kafka (Kafka)
  • 1992: Waterland (Waterland)
  • 1992: Verhängnis (Damage)
  • 1993: M. Butterfly
  • 21. Oktober 1993: Das Geisterhaus
  • 1994: Der König der Löwen (The Lion King, Synchronstimme im Original)
  • 19. Mai 1995: Stirb langsam - Jetzt erst recht
  • 1996: Lolita
  • 1996: Gefühl und Verführung
  • 1996: TV-Film: (Mirad, A Boy From Bosnia)
  • 1997: Chinese Box
  • 20. März 1998: Der Mann in der eisernen Maske
  • 8. Dezember 2000: Dungeons & Dragons
  • 2001: The Time Machine
  • 2002: TV-Film: (Last Call). Rolle: F. Scott Fitzgerald
  • 2002: And Now ... Ladies & Gentlemen
  • 2002: (Callas Forever). Rolle: Larry Kelly
  • 2002: Video: (RSC Meets USA: Working Shakespeare). Rolle: Erzähler
  • 2004: (Mathilde). Rolle: Pukovnik Unprofora
  • 15. Oktober 2004: Being Julia
  • 3. Dezember 2004: Der Kaufmann von Venedig
  • 5. Mai 2005: Königreich der Himmel
  • 25. Dezember 2005: Casanova
  • 2005: TV-Film: (Elizabeth I.). Rolle: Robert Dudley, Earl of Leicester
  • 2005: Video: (RSC Meets USA: Working Shakespeare). Rolle: Erzähler
  • 2006: TV-Film: (The Magic 7). Rolle: Stimme des Thraxx
  • 15. Dezember 2006: (Inland Empire). Rolle: Kingsley
  • 15. Dezember 2006: Eragon
  • Oscar
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