Interview mit John de Lancie
John de Lancie John de Lancie ist Mitbegründer und Produzent von Alien Voices Trekkers werden Q vielleicht nicht mehr sehen, aber John de Lancie bleibt ein Favourit der Fans. Während er den bissigen, boshaften, allmächtigen Q abgelegt hat, ist der Schauspieler und Autor beschäftigt mit seiner Arbeit bei Alien Voices, altmodische Radiodramen für die neue Generation aufzunehmen. Jeanne Wolf hat mit ihm nach einem ausverkauften Konzert zu einer Lesung von H. G. Wells Klassiker "The Lost World" gesprochen. Übersetzt wurde der Text von Elke Wiesel.

Frage: Die allgemeine Meinung über die jungen Zuhörer heutzutage ist, dass sie nicht stillsitzen wollen um sich ein Stück am Radio anzuhören. Sie brauchen Sensorische Überladung. Glauben Sie dies?

John De Lancie: Dies ist eine komplizierte Frage. Zum einen, ja, ich glaube es. Und dies enttäuscht mich. Aber andererseits, es ist irgenwie wie eine Flutwelle, auf die ich immerwieder Öl gießen möchte um sie zu beruhigen. Ich habe herausgefunden, dass ich, wenn ich Kinder, oder Erwachsene nehme und sage " Nun besinnen wir uns für einen Augenblick," und ich öffne ihren Geist mit "Es war einmal...." oder "Wir gehen zurück zu einer Zeit, in das Zeitalter der Dinosaurier,". Sie gebrauchen ihre Fantasie.Und wenn die diese Erfahrung verlassen, dann hatten sie eine sehr persönliche Erfahrung und eine sehr reiche und belohnende Erfahrung.

Dies ist was wir versuchen zu erreichen. Und wenn wir es tun, und die Menschen uns die Gelegenheit dazu geben, ist es sehr erfolgreich.

Frage: Aber es ist nicht einfach nur Radio. Diese Bühnenlesungen machen Spaß zuzusehen.

John De Lancie: Es ist ein Fest für die Augen, es ist ein bißchen gegensätzlich zu dem was Radio ausmacht. Aber viele Leute, die dies gesehen haben sagen, "Als wir zugesehen habe, habe ich mich dabei ertappt, dass ich ab und zu die Augen schloß und die Stimmen zu mir sprechen ließ." Ich glaube an die Imagination. Nicht so sehr an die Spezialeffekt-Abteilung. Ab und zu ist ein Spezialeffekt einfach unglaublich.

Ich habe mir Armageddon angesehen. Zwei oder drei Effekte in dem Film waren hervorragend, der Rest war wertlos. Ich weiß nicht wie es ihnen geht, aber das Einzige, an das ich mich erinnere war der der Mann, der seinen Sohn besuchen wollte. Das hat mich sehr berührt. Und als der Sohn anschließend herausrannte, das hat mich gerührt. Nichts anderes hat mich bewegt.

Frage: Was steht als nächstes bei Alien Voices an?

John De Lancie: Wir machen eine Halloween Show, eine Trilogie von Stories. Wir werden "The Mark Of The Beast" von Kipling, "The Canterville Ghost" von Wilde und Poe's "The Cask of Amontillado" aufnehmen.

"The Canterville Ghost" wird lustig werden. Wir habe das Stück umgeschrieben, so dass Virginia, die in der Geschicht 17 Jahre alt ist, nun eine Großmutter ist. Jean Simmons wird die Rolle spielen. Sie wird den Rahmen abstecken, indem sie sagt, "Es gibt viele Geschichten über Geister, aber nicht alle Geister sind furchterregend. Ich hatte eine Begegnung mit einem Geist, der sehr viel für mich übrig hatte. Und nun laßt mich die Geschichte erzählen ..."Diese Geschichten haben ein Herz, das sie zu Klassikern gemacht hat und sie Klassiker bleiben läßt.

Frage: Sie haben manchmal gesagt, dass Q eigentlich eine schillernde Königin ist.

John De Lancie: Eine der besten Rückblicke, die ich erhalten habe, an den ich mich am meisten erinnere ist, "John De Lancie spielt die Rolle des Q in Star Trek: The Next Generation. Er tritt in vielen Kostümen auf und zieht sich von einer Szene zur anderen.

Frage: Aber Sie sehen nicht so aus wie ein Mann, der auf einer Party einen Partyhut anzieht.

John De Lancie: Wissen Sie was es ist? Ich denke gute Schauspielerei ist, sich selbt in die Rolle einzubeziehen. Dies bedeutet nicht, dass man die Rolle Tag und Nacht lebt. Es gibt da einen großen Unterschied zwischen Schauspielerei und Angeberei.

Frage: Sind Sie überrascht über die Reaktion der Fans bezüglich Ihrer Rolle als Q, da Sie ja nur 9 Folgen gedreht haben?

John De Lancie: Als ich die erste Show beendet hatte, kamen Rick Berman und Gene Roddenberry zu mir und sagten, "Wir möchte, dass sie so 4-5 mal im Jahr zurückkommen, auf einer regulären Basis". Und als ich dann so 3 oder 4 Monate später auf dem Gelände arbeitete sah ich Gene und er sagte, "Wissen sie, wir können es nicht tun." Und ich frage warum. Und er sagte " Weil, wenn wir es tun, dann schaffen wir eine Situation. Mein Job ist es meine zwei Hauptdarsteller vom Boden weg zu bekommen. Wenn ich es tun würde, würden wir die Situation schaffen, dass die Zuschauer ihre Zeit damit verbringen zu warten bis die schillernde Königin wieder auftaucht." Und wissen sie was? Ich habe es verstanden.

Frage: Erkennen die Fans sie oft? Bringt dies Probleme?

John De Lancie: Das beste Zusammentreffen geschah in New York. Ein Mann kam auf der Straße auf mich zu. Er sah sehr ungepflegt aus. Er kam sehr nah an mich heran und sagte, "Sind sie Q?". Ich bejahte dies und er sagte," Können sie Leute zurückbringen die tot sind?" Ich antwortete, "Nur Leute die ich mag" und er sagte "Yeah" und ging weiter. Ich dachte schon ich würde überfallen werden.

Frage: Was denken Sie vom harten Kern der Trekker Szene?

John De Lancie: Es gibt alle Arten von Fans. Und soweit wie manche Fans gehen, Star Trekk Fans sind wirklich sehr höflich. Wenn eine Folgen ihnen nicht gefällt, zerschlagen sie keine Fenster und stecken Autos in Brand. Es ist die Höflichkeit in einer Beziehung gegenüber zur World Cup Fans oder anderen Fanatikern.

Frage: Sie sind ein Science Fiction Fan. Haben Sie jemals darüber nachgedacht, was möglicherweise dort draußen im Weltraum ist?

John De Lancie: Natürlich. Ich hatte vor einigen Jahren ein wunderbares Erlebnis. Ich segle sehr viel. Meine Frau, meine Söhne und ich waren ungefähr 50 Meilen von der Küste entfernt und segelten in Richtung Süden. Meine Jungs, die zu diesem Zeitpunkt 9 und 11 waren, kamen zu mir herauf an Deck so gegen Mitternacht an unserem ersten Tag. Wir saßen unter den Sternen, mit dem Leuchten im Wasser und sahen in den Himmel. Wir sprachen eine lange Zeit darüber.

Ich bin überzeugt davon, dass dort draußen irgenteine Form von Leben ist. Es wäre dumm anzunehmen, dass es dort draußen kein Leben und keine Zivilisation gibt. Letztes Wochenende war ich in Roswell. Und ich bin ebenso davon überzeugt, dass sie noch nicht hier waren.

Frage: Sehen Sie sich Ihre eigenen Folgen an?

John De Lancie: Ich sehe sie mir nicht gern an. Nein. Ebenfalls macht es keinen Spaß Spielfilme anzusehen. Ich weiß nicht. Ich finde es irgenwie seltsam. Ich sehe sie mir einmal an um zu sehen ob ich auch mache was ich dachte dass ich machen sollte. Aber danach sehe ich sie mir nicht mehr an.

Wenn wir etwas für Alien Voices machen, dann höre ich es mir in der Nachbearbeitungsphase sehr intensiv an. Aber danach höre ich es mir nicht mehr an.

Frage: Erzählen Sie uns etwas über den TV Film den Sie kürzlich drehten.

John De Lancie: Er heißt "Earth Scum" und es spielen Mark Addy, einer der Leute aus "The Full Monty" und Katie Sagal mit. Es ist sehr gut geschrieben und sehr lustig.

Katie Sagal begibt sich auf einen anderen Planeten und heiratet Mark Addy, der ein Außerirdischer ist und sie hat einen Nachtclub namens "Earthlings. "Dan Castellaneta, die Stimme von Homer Simpson, spielt ebenfalls mit. Ich spiele den Hauptfeuerwehrmarshal. Auf unserem Planeten geht die Befehlskette vom Presidenten über den Vizepresidenten zum Feuerwehrmarshal. Mein Karakter soll Katie mit seinem süßholzraspeln verführen.

Frage: Soll Q ebenso wie der Terminator wiedererscheinen?

John De Lancie: Ich glaube nicht. Ich denke sie haben keinen Grund mich wiedererscheinen zu lassen. Voyager hat nun diese 7-11 oder was immer es ist.

Was ist es? Die Gattung 8472. Das ist es. Und sie sorgen für die Einschaltquoten. Sie hatten immer Probleme, mich bei DS 9 einzubinden. Ich glaube auch, ich habe getan was möglich war. Ich war Patrick Stewart's großer Gegner, und diese Show ist beendet. Abgesehen davon, wann immer ich von philosophischen Themen weggehe, ich denke dieser Karakter ist dazu am besten geeignet, kommen wir zu der Frage:

"Liebt Q irgendjemanden?" Und alles fällt auseinander. Ich denke dies ist das Ende. Und ich glaube es ist richtig so. So wie bei den Marx Brothers. Wie viele Filme haben sie gemacht, sechs? Und wir halten jeden einzelnen davon als ein Meisterstück. Aber tatsächlich sind nur 2 davon wirklich gut. Aber da es nur 6 Filme sind, scheinen sie besser zu sein als sie sind.

Dirk Jasper FilmLexikon
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