Johnny Depp

* 9. Juni 1963 in Owensboro, Kentucky, USA, als John Christopher Depp III • Schauspieler, Regisseur, Autor • Biographie • Filmographie • Adresse: Johnny Depp, 722 Copeland Ct. #3, Santa Monica, CA 90405-4445, USA •

Biographie Johnny Depp wurde als viertes Kind eines Technikers und einer Kellnerin geboren. In der Schule war er rebellisch und nahm Drogen, denen er aber mit 14 abschwor. Als seine Eltern sich scheiden lassen, verläßt er 16-jährig die Schule und geht nach Los Angeles.

"Kein Schauspieler seiner Generation ist auch nur annähernd so gut wie er", lobte Terry Gilliam seinen Star Johnny Depp in einem US-Magazin. dass die Worte des Regisseurs keine leeren Phrasen sind, beweist der mittlerweile 40-jährige Schauspieler seit nahezu einem Jahrzehnt mit einer Rollenwahl, die an Mut und Risikobereitschaft ihresgleichen suchen, und seinem phänomenalen Spiel, bei dem er Sensiblität und Wildheit vereint wie kein anderer.

Depps Karriere beginnt bereits im Alter von 16 Jahren als Gitarrist der Rockband The Kids, die sich schon kurz nach ihrer Gründung in den Clubs von Florida einen blendenden Ruf erspielt. Mit 20 Jahren heiratet er die Musikerin Lori Anne Allison, zusammen gehen sie nach Hollywood. Dort trennen sich sowohl die Band als auch Johnny und Lori.

Bei dem Versuch, auch in Hollywood musikalisch Fuß zu fassen, wird der Teenager von Nicolas Cage überredet, es als Schauspieler zu probieren.

Mit einer Rolle in Wes Cravens Horrorklassiker Nightmare - Mörderische Träume gibt Depp sein Filmdebüt - ein Kurzauftritt, der lang genug ist, um dem Jungen Lust auf mehr zu machen: Johnny entscheidet sich für die Schauspielerei und hängt seine Musikerlaufbahn an den Nagel.

Nach Auftritten in Die Superaufreißer und Platoon erhält Depp eine der Hauptrollen in der Serie 21 Jump Street, die ihn schnell zum Jugendidol werden lässt. Auf Dauer zeigt er sich aber mit der eindimensionalen Rolle des gutaussehenden Helden unzufrieden.

Als Kultregisseur John Waters ihm die Möglichkeit offeriert, die Titelrolle in seinem augenzwinkernden Halbstarken-Drama Cry Baby zu übernehmen, sagt Johnny Depp begeistert zu und legt mit seiner überzeugenden Darstellung den Grundstein für jenen Abschnitt seiner Karriere, der ihm den Respekt der Industrie und seiner Fangemeinde sichern wird.

Auch in der Folge gibt er sich mit Vorliebe den mißverstandenen Rebellen und sammelt ein ansehnliches Arsenal an eigenwillig-skurilen Figuren mit einem ausgeprägten Hang zur Melancholie.

In kurzer Abfolge gibt Depp Meisterleistungen in Tim Burtons Kleinstadt-Groteske Edward mit den Scherenhänden, Emir Kusturicas Arizona Dream, Jeremia S. Chechiks einfühlsamer Tragikomödie Benny & Joon, Lasse Hallstroms poetischer Lovestory Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa, dem hinreißend bizarren Biopic Ed Wood und Jeremy Levens hintergründiger Ode an die Romantik Don Juan DeMarco und erspielt sich damit den Ruf als Amerikas konsequentester Independent-Schauspieler.

Um sein Rollenspektrum zu erweitern und auch im Mainstream zu reüssieren (und einmal an der Seite von Christopher Walken zu spielen), wagt sich Depp in John Badhams Hitchcock-Hommage Gegen die Zeit an seine bislang konventionellste Rolle.

Doch erst mit Donnie Brasco gelingt ihm, von dem überragenden Al Pacino zu Höchstleistungen angetrieben, sein erster restlos überzeugender "erwachsener" Part.

Auch danach setzte Depp seine gewagte Gratwanderung zwischen Kunst und Kommerz fort. Man sah ihn im Science-Fiction-Schocker The Astronaut's Wife an der Seite von Charlize Theron und er stand dann für Roman Polanski in dem übernatürlichen Thriller Die neun Pforten neben Lena Olin und Frank Langella vor der Kamera.

1997 stellte Depp bei den Filmfestspielen in Cannes sein Regiedebüt The Brave vor, das von der Kritik einhellig verrissen wurde. Irgendwann will Depp eine neu bearbeitete Fassung seines erschütternden Dramas eines Indianers, der sich für eine hohe Summe foltern und töten lassen will, um seiner Familie eine Zukunft zu ermöglichen, vorstellen.

Zuletzt stellte Depp sein herausragendes Können in dem Jack-the-Ripper-Thriller From Hell mit Heather Graham und in Blow mit Penelope Cruz, in dem er den Kokaindealer George Jung - eine reale Person - porträtierte, unter Beweis.

Gegenwärtig steht der 40-jährige Schauspieler in David Koepps Verfilmung der Stephen-King-Novelle Secret Window, Secret Garden (2004) mit Maria Bello, Timothy Hutton, Ving Rhames und John Turturro vor der Kamera.

Als Nächstes wird man ihn neben Antonio Banderas und Salma Hayek in Once upon a time in Mexico (2003) erleben, in dem er einen korrupten CIA-Agenten spielt, der Vergeltung von seinem schlimmsten Feind verlangt, um den Aufstand des Drogenbarons gegen die Regierung durchzuführen.

Depp spielt außerdem in Miramax' Neverland an der Seite von Kate Winslet. Nach Motiven von J. M. Barrie thematisiert der Film die Umstände, in denen der Literaturklassiker Peter Pan entstand. Der Film wird im nächsten Jahr ins Kino kommen.

Mit seiner Freizeitcombo P veröffentlichte er 1996 ein erstes Album. Überdies ist Depp Besitzer des Szeneclubs The Viper Room in Hollywood, direkt am Sunset Strip.


Filmografie
  • 1984: Nightmare - Mörderische Träume (A Nightmare On Elm Street) Regie: Wes Craven
  • 1985: Die Superaufreißer (Private Resort) Regie: George Bowers
  • 1986: TV-Film: Kalte Hölle (Slow Burn) Regie: Matthew Chapman
  • 1986: Platoon
  • 1987: (TV-Serie): 21 Jump Street
  • 1990: Cry Baby (Cry Baby)
  • 1990: Edward mit den Scherenhänden (Edward Scissorhands) Regie: Tim Burton
  • 1991: Freddy's Finale - Nightmare on Elm Street (Nightmare On Elm Street) (ungenannt)
  • 1993: Arizona Dream (Arizona Dream) Regie: Emir Kusturica
  • 1993: Benny & Joon
  • 1993: Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa (What's Eating Gilbert Grape) Regie: Lasse Hallström
  • 1994: Ed Wood (Ed Wood) Regie: Tim Burton
  • 1994: Dead Man
  • 1995: Don Juan DeMarco
  • 1995: Gegen die Zeit (Nick Of Time) Regie: John Badham
  • 1995: (Cannes Man) Regie: Richard Martini, Susan Shapiro
  • 1997: (The Brave) Regie: Johnny Depp
  • 1997: Donnie Brasco
  • 1998: L. A. Without A Map
  • 22. Mai 1998: Fear and Loathing in Las Vegas
  • 12. März 1999: (TV-Serie: The Vicar Of Dibley, Episode: Red Nose Day Special)
  • 1999: (The Source)
  • 1999: Die neun Pforten
  • 1999: (The Libertine)
  • 1999: (Just To Be Together)
  • 27. August 1999: The Astronaut's Wife
  • 19. September 1999: Sleepy Hollow
  • 2000: In stürmischen Zeiten
  • 15. Dezember 2000: Chocolat
  • 6. April 2001: Blow
  • 19. Oktober 2001: From Hell
  • 9. Juli 2003: Fluch der Karibik
Johnny Depp
Filmplakat zu 'Benny & Joon'
Johnny Depp in 'Don Juan DeMarco'
Filmplakat zu 'Donnie Brasco'
Filmplakat zu 'Fear and Loathing in Las Vegas'
Johnny Depp in 'Die Neun Pforten'
Filmplakat zu 'Sleepy Hollow'
Johnny Depp in 'Chocolat'
Johnny Depp in 'Blow'
Johnny Depp in 'Fluch der Karibik'

Dirk Jasper FilmLexikon

© 1994 - 2010 Dirk Jasper