Interview mit Jürgen Prochnow

"Dieser Beruf verträgt sich mit Familie und Kindererziehung nicht gut."

Jürgen Prochnow spielt die Hauptrolle des Carl Krieger in dem TV-Film "Das blonde Biest - Wenn Mutterliebe blind macht", der am 28. März 2000 um 20.15 Uhr auf Sat.1 gesendet wird. Frage: Im Film "Das blonde Biest - Wenn Mutterliebe blind macht" geht Dana für ihre Tochter ins Gefängnis. Wie weit würden Sie als Vater für Ihre Kinder gehen?

Jürgen Prochnow: Ich glaube, als Vater würde man alles für seine Kinder tun. Im Film spielt Rosanna Arquette eine Schauspielerin, die von ihrem schlechten Gewissen geplagt wird, dass sie sich nicht genug um ihr Kind gekümmert hat. Das ist durchaus nachvollziehbar, dass eine Mutter so handelt, besonders aus meiner Berufserfahrung. Ich weiß, dass viele Frauen unglaubliche Schwierigkeiten haben, die Doppelrolle Mutter und Beruf zu erfüllen.

Frage: Gab es in Ihrem Leben eine Phase, in der Sie ein schlechtes Gewissen hatten und dachten, Ihren Kindern nicht gerecht zu werden?

Jürgen Prochnow: Dieser Beruf verträgt sich mit Familie und Kindererziehung nicht gut. Es gab auch Zeiten, in denen ich ganz intensiv mit den Kindern zusammen war. Ich habe zum Beispiel nach der Geburt der Kinder ein dreiviertel Jahr nicht gearbeitet, sondern eine ganz intensive Verbindung zu meinen Kindern aufgebaut. Dass man trotzdem immer ein schlechtes Gewissen hat, ist selbstverständlich.

Frage: Was ist für Sie das Besondere an dem Film "Das blonde Biest - Wenn Mutterliebe blind macht"?

Jürgen Prochnow: Mit hat die Ausgangsposition, über die wir auch gerade gesprochen haben, sehr gefallen. Eine Mutter sieht aus ihrer Sicht, was mit dem Kind wirklich los ist. Das Kind wiederum hat eine eigene Sicht der Dinge, es zeigt diese schwerwiegende Reaktion, um einfach allein mit der Mutter zu sein. Der Film ist aber kein Psychogramm. Um das zu verstärken, hätte man einen anderen Film drehen müssen.

Frage: Sie haben sehr viele erfolgreiche Filme in Amerika gedreht. Trotzdem sind Sie noch immer auf die Rolle des 'bad boy' abonniert ...

Jürgen Prochnow: Zum einen hängt dies sicher stark mit meinem Typ zusammen. Zum anderen haben mich immer diese gebrochenen Charaktere mehr interessiert als die geradlinigen. Man muss natürlich auch sagen, dass man als Ausländer - das gilt übrigens für alle, egal, ob Deutscher oder Engländer - in Hollywood meist die 'bösen' Rollen angeboten bekommen, die Helden werden immer mit Amerikanern besetzt.

Frage: In "Das blonde Biest - Wenn Mutterliebe blind macht" spielen Sie einen Winzer. Sind Sie Weinliebhaber oder Weinkenner?

Jürgen Prochnow: Ja, ich bin inzwischen ein Weinkenner geworden. Weil ich sehr gern einen guten Rotwein trinke, habe ich mich im Laufe der Jahre bei Freunden und Bekannten informiert und Tipps geholt. Ich finde, Wein ist etwas ganz Besonderes, insofern hat mir die Rolle sehr gelegen.

Frage: Sie sind seit 35 Jahren Schauspieler. Gab es irgendwann in Ihrem Leben die Ambition, selbst Regie zu führen?

Jürgen Prochnow: Nein, zum einen spiele ich viel zu gerne selbst. Zum anderen glaube ich nicht, dass ich außergewöhnlich wäre. Ich müsste es vielleicht einmal ausprobieren.

'Das blonde Biest - Wenn Mutterliebe blind macht': Titelbild Presseinfo
'Das blonde Biest - Wenn Mutterliebe blind macht': Szenenfoto. Foto: Sat.1
'Das blonde Biest - Wenn Mutterliebe blind macht': Szenenfoto. Foto: Sat.1
'Das blonde Biest - Wenn Mutterliebe blind macht': Szenenfoto. Foto: Sat.1
'Das blonde Biest - Wenn Mutterliebe blind macht': Szenenfoto. Foto: Sat.1
'Das blonde Biest - Wenn Mutterliebe blind macht': Szenenfoto. Foto: Sat.1

Dirk Jasper FilmLexikon

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