Interview mit Jürgen Vogel
Jürgen Vogel Jürgen Vogel über den TV-Film "Buddies - Leben auf der Überholspur" Frage: Was war für Dich das Reizvolle an der Rolle des Henrik?

Jürgen Vogel: "Das Milieu hat mich gereizt und das Thema Warentermingeschäfte. Außerdem ist Henrik ein Typ, der in etwas 'reinrutscht und bei dem am Ende doch der gute Kern wieder zum Vorschein kommt."

Frage: Gibt es Parallelen zwischen Dir und der Rolle?

Jürgen Vogel: "Ein Teil von mir ist immer dabei. Ich glaube, das geht den meisten Schauspielern so. Wenn ich etwas nicht kenne, kann ich auch nicht überzeugend spielen."

Frage: Welche Rollen spielst Du am liebsten?

Jürgen Vogel: "Gebrochene Typen und Arschlöcher. Es macht mir einfach Spaß."

Frage: Denkst Du auch manchmal an Dein Image?

Jürgen Vogel: "Das ist mir scheißegal. Wenn man eine Rolle angeboten bekommt, die einem gefällt, guckt man nicht aufs Image."

Frage: In "Buddies" gibt es Szenen, in denen Du Dich an einer Brücke entlanghangelst oder mit zwei Typen mit Baseballschlägern kämpfst. Wirst Du gedoubelt? Oder bist Du so fit, weil Du privat Thaiboxen machst?

Jürgen Vogel: "Unterschiedlich. Für die Szene unter der Brücke wurden teilweise Doubles eingesetzt, teilweise nicht. Einmal bin ich sogar ins Wasser gefallen. Und Thaiboxen hält den Körper einfach fit."

Frage: Hast Du am Drehbuch mitgearbeitet?

Jürgen Vogel: "Nö, das gefiel mir auf Anhieb."

Frage: Kannst Du nachvollziehen, wie Henrik der Faszination des Geldes und der Macht unterliegt? Wie wichtig ist Geld für Dich? Welchen Stellenwert nimmt der Job überhaupt in Deinem Leben ein?

Jürgen Vogel: "Jeder kann das, sicher. Und Geld ist einfach sehr wichtig für mich. So eine Rechnung 50% Job und 50% Privatleben kann ich nicht aufmachen. Der Job nimmt schon einen großen Teil meines Lebens ein."

Frage: Aber ein Workaholic bist Du nicht, oder?

Jürgen Vogel: "Doch manchmal schon."

Frage: Hast Du noch enge Beziehungen zu "Buddies" von früher oder hast Du heute gar keine Zeit mehr, Beziehungen zu pflegen?

Jürgen Vogel: "Ja klar, Freunde, die ich schon seit vielen Jahren kenne. Für die nehme ich mir auch Zeit. Jetzt hatte ich z. B. gerade über zwei Monate frei."

Frage: Glaubst Du eigentlich dem Sprichwort "Männerfreundschaften halten länger als Freundschaften unter Frauen"?

Jürgen Vogel: "Unbedingt. Bei Frauen ist viel mehr Konkurrenzverhalten im Spiel."

Frage: Kannst Du Dir vorstellen, auch eine Serienhauptrolle zu übernehmen? Oder Theater zu spielen?

Jürgen Vogel: "Ja, warum nicht? Wenn Sie mir gefällt... Theater interessiert mich überhaupt nicht, außerdem kann man damit kein Geld verdienen."

Frage: Erkennt man Dich auf der Straße oder in der Kneipe? Wie gehst Du damit um?

Jürgen Vogel: "In Kneipen gehe ich nicht, aber auf der Straße erkennt man mich schon. Und wenn einer will, bekommt er auch ein Autogramm."

Frage: War schon ein Heiratsantrag unter der Fanpost?

Jürgen Vogel: "Nee, aber Fanpost beantworte ich sowieso nicht - dazu bin ich zu schlampig."

Frage: In Fräulein Smillas Gespür für Schnee spielst Du Deine erste Rolle in einer internationalen Co-Produktion. Bist Du stolz darauf? Und hast Du jetzt Ambitionen in Richtung Hollywood?

Jürgen Vogel: "Nein, die hab' ich nicht. Und 'Fräulein Smilla' macht mich so stolz wie jeden anderen, dem im Job etwas gelingt."

Das Interview führte Anke Tollkühn.

Dirk Jasper FilmLexikon
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