| Interview mit Justus von Dohnànyi |
Justus von Dohnànyi ist Darsteller in dem Psychothriller
Das
Experiment - Black Box
Frage: Was hat Sie an diesem Projekt gereizt?
Justus von Dohnànyi: Es ist schön, eine so saftige Rolle zu spielen, kombiniert mit einer sehr spannenden und erzählenswerten Geschichte. Dabei erzählt sich über den speziellen Fall hinaus auch etwas über uns alle. Über Ursachen und Gründe von Gruppenzwang und mangelnder Zivilcourage, ob heute oder in der Vergangenheit. Zudem hat mich Oliver Hirschbiegels Feuer für seinen Film fasziniert, das schon beim Casting deutlich zu spüren war.
Frage: Sie waren ja immer sehr viele Schauspieler gleichzeitig auf dem Set, wie haben Sie zusammengearbeitet?
Justus von Dohnànyi: Wir haben vor dem Auftritt häufig Absprachen getroffen. Die einzelnen Gruppen zu einer gemeinsamen Haltung geführt. Etwa - alle Wärter sind verunsichert, oder alle Gefangenen provozieren. Das haben wir in Absprache mit Regie und der jeweils anderen Gruppe getan und dann wieder überraschend für die anderen, nur unter uns Wärtern. dass 20 Männer plus Team sechs Wochen unter der Erde in einem Kellergefängnis eine eigene Dynamik entwickeln und große Disziplin erforderlich ist, kann man sich wohl vorstellen.
Frage: Welche Rolle spielte dabei die Improvisation?
Justus von Dohnànyi: Besonders im Rahmen der
Videoeinspielungen wurde improvisiert. Da gab es nur grobe
Vorgaben. Spannend zu beobachten war die Veränderung der
einzelnen Haltungen im Fortlauf des Films. Die Entwicklung
unbeobachteter Wärter oder Häftlinge zu Beginn und dann
nach mehreren Tagen. Bei den Einzelinterviews, die chronologisch
stattfanden, improvisierte man innerhalb der Rolle zu einem
bestimmten Vorfall. Dabei war es manchmal erforderlich, den
Interviewer platt und durchschaubar anzulügen, was schon
seltsam war.
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