Katja Riemann

* 1. November 1963 in Kirchweyhe, Bremen, Deutschland • Schauspielerin, Autorin • Biographie • Interviews • Filmografie •

Biographie

Katja Riemann wird 1963 als jüngstes von drei Kindern in Kirchweyhe bei Bremen geboren. Als Tochter zweier Kunsterzieher kommt sie schon früh in den Genuss von Ballettstunden sowie Klavier-, Flöten- und Gitarren-Unterricht.

Nach dem Abitur im Jahre 1983 beginnt Riemann zunächst ein Studium der Tanzpädagogik, entscheidet sich alsbald aber für die Schauspielerei. Sie studiert am Westfälischen Landestheater in Castrop-Rauxel und an den Schauspielschulen von Hannover und München.

Bereits während ihrer Ausbildung erhält Katja Riemann auf Empfehlung des Drehbuchautors Reinhard Baumgart ein Engagement bei den Münchner Kammerspielen. Dort tritt sie zwischen 1986 und 1989 unter anderem das Lieschen in Faust, als Blinde in Botho Strauss' Besucher, Ismene in Racines Phaedra und Frau Galy Gay in Mann ist Mann auf. Von 1990 bis 1992 gehört Katja Riemann zum Ensemble des Berliner Schillertheaters und spielt dort unter anderem in Schillers Die Räuber und Hauptmanns Die Ratten mit.

Seit Mitte der achtziger Jahre ist Katja Riemann auch regelmäßig im Fernsehen zu sehen. Ihr erste große Rolle erhielt sie 1986: Der Bühnen- und Fernsehregisseur Peter Beauvais besetzte sie in der anspruchsvollen Marga-Berck-Verfilmung Sommer in Lesmona.

1988 erhielt sie für diesen Sechsteiler den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Mit Bernd Fischauers zehnteiliger Fernsehserie Regina auf den Stufen (1989/90) gelingt ihr auch in diesem Medium der ganz große Durchbruch.

Für ihre Rolle im WDR-Tatort Katjas Schweigen an der Seite von Schimanski Götz George wurde Katja Riemann 1990 als beste Nachwuchsschauspielerin bei der Verleihung der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Eine weitere Goldene Kamera gab es für die Charakterstudie als traumatisiertes Vergewaltigungsopfer in Leonie Ossowskis Von Gewalt keine Rede (1990).

Auch auf der Leinwand zählt Katja Riemann zu den wenigen wirklichen Stars. Ihr Talent für romantische Komödien bewies sie in Peter Timms Ein Mann für jede Tonart und in Katja von Garniers Überraschungserfolg Abgeschminkt (1993) in ihrer Rolle als krisengebeutelte Cartoonistin.

Ebenso überzeugt sie in ihrer Rolle als Til Schweigers hysterische Freundin in der Komödie Der bewegte Mann. Sie war außerdem in Rainer Kaufmanns Stadtgespräch, Rainer Matsutanis Nur über meine Leiche und in Maris Pfeiffers Liebesgeschichte Küß mich! zu sehen. Mit Rainer Kaufmann hat sie schon einmal zusammengearbeitet, und zwar 1989 bei dessen Kurzfilm Salz für das Leben.

Für die Rolle der Gefängnisinsassin Emma in Katja von Garniers Musikfilm Bandits lernte Riemann 1997 Schlagzeug und spielte im gleichen Jahr im Kinohit Comedian Harmonists eine kleine Rolle. Ein Jahr später wurde sie mit dem Bundesfilmpreis als beste Schauspielerin ausgezeichnet.

Am 18. Oktober 1999 erschien ihr Kinderbuch Der Name der Sonne, zu dem ihre Schwester Susanne die Illustrationen gezeichnet hat.

Inzwischen dreht Katja Riemann, die im Kino zuletzt in Regine Huntgeburths Bibi Blocksberg zu sehen war, auch viel im Ausland. So übernahm sie Kino-Rollen in Colleen Murphys Desire (Kanada) und Josée Dayans fürs Fernsehen inszeniertes Biopic Balzac (Frankreich).

Für ihre Rolle in Colleen Murphys Desire erhielt Katja Riemann als Hauptdarstellerin eine Nominierung für den Genie Award, dem kanadischen Pendant zum Oscar. Zuletzt stand die Ausnahmedarstellerin für Fabio Carpis Werk Nobel sowie neben Katharina Thalbach in Der Job seines Lebens für den renommierten Filmemacher Rainer Kaufmann vor der Kamera.

Katja Riemann lebte seit den Dreharbeiten zu Von Gewalt keine Rede (1990) mit dem Schauspieler Peter Sattmann zusammen, mit dem sie seit August 1993 eine Tochter namens Paula hat. 1999 trennte sie sich allerdings von ihrem Lebensgefährten.


Interviews
Filmografie
  • 1986: TV-Miniserie: Sommer in Lesmona - Regie: Peter Beauvais
  • 1989: Kurzfilm: Salz für das Leben - Regie Rainer Kaufmann
  • 1989: TV-Serie: Tatort: Katjas Schweigen
  • 1990: TV-Miniserie: Regina auf den Stufen - Regie: Bernd Fischerauer - Rolle: Regina Thorbeke
  • 1990: TV-Film: Von Gewalt keine Rede
  • 1991: Die Distel - Regie: Gernot Krää - Rolle: Julia
  • 1991: TV-Film: Andere Umstände
  • 11. Februar 1993: Ein Mann für jede Tonart
  • 10. Juni 1993: Abgeschminkt - Regie: Katja von Garnier - Rolle: Frenzy
  • 1993: TV-Film: Blue Dream
  • 6. Oktober 1994: Der bewegte Mann
  • 1994: Himmel und Hölle
  • 20. Juli 1995: Küß mich
  • 31. August 1995: Nur über meine Leiche
  • 26. Oktober 1995: Stadtgespräch
  • 18. April 1996: Nur aus Liebe
  • 3. Juli 1997: Bandits
  • 2. Oktober 1997: Die Apothekerin
  • 25. Dezember 1999: Comedian Harmonists
  • 15. Juli 1999: Long Hello And Short Goodbye
  • 2000: Fatale Sehnsucht (Desire)
  • 2001: TV-Film: Balzac
  • 2001: TV-Film: Goebbels und Geduldig
  • 2001: Kurzfilm: Drei Engel für Dr. No
  • 2002: Kurzfilm: Nachtmusik
  • 2002: TV-Film: Nobel
  • 26. September 2002: Bibi Blocksberg
  • 2003: TV-Film: Der Job seines Lebens
  • 19. September 2003: Rosenstraße
Katja Riemann
Katja Riemann in 'Ein Mann für jede Tonart'
Katja Riemann in 'Der bewegte Mann'
Katja Riemann in 'Stadtgespräch'
Katja Riemann in 'Die Aptohekerin'
Katja Riemann in 'Comedian Harmonists'
Filmplakat zu 'Bibi Blocksberg'
Katja Riemann in 'Rosenstraße'

Dirk Jasper FilmLexikon

© 1994 - 2010 Dirk Jasper