Interview mit Katja Riemann
Katja RiemannKatja Riemann spielt in Long Hello And Short Goodbye die Rolle der "Ida". Frage: Wie sehen Sie die Ida?

Katja Riemann: Ida hat schon ein ganzes Leben hinter sich, Schlangen, Kanonen, der Goldzahn und die Narben zeugen davon. Sie hat einen kühlen Kopf und eine sichere Hand, sie kann mit ihrer Einsamkeit und Trauer, mit den Wunden in ihrer Seele umgehen. Aber ihr Herz klopft noch, die Wärme läßt sich nicht herausschlagen. Ida ist nicht so tough, wie es vielleicht scheint. Ihr Humor und ihre Prinzipien helfen ihr, neu anzufangen, in die Anonymität abzutauchen.

Frage: Und wie war die Zusammenarbeit mit Rainer Kaufmann? Es war ja nicht die erste!

Katja Riemann: Dies ist schon unser fünfter gemeinsamer Film. Ich halte viel von Kontinuität in der Arbeit zwischen Schauspielern und Regisseuren, weil man natürlich an einem ganz anderen Punkt anfängt, man begreift sich besser, hat schon viel diskutiert, auch über abstrakte Dinge gesprochen: Situationen, Gefühle, Gedanken, Subtexte.

Frage: Wie sehen Sie sich als Schauspielerin?

Katja Riemann: Ich bin das Transportmittel des Regisseurs ? wenn ich nicht begreife, was er will, stehe ich schlecht da. So etwas habe ich selten erlebt, aber es kommt vor. Mit Rainer ging es von Anfang an wunderbar. Wir schätzen und ergänzen uns in unserer Arbeit. Ich mag seinen Geschmack, seine Handschrift, seine Filme ? er liebt Menschen.

Dirk Jasper FilmLexikon
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