Kevin Costner

* 18. Januar 1955 in Lynwood, Kalifornien, USA • Schauspieler, Regisseur, Produzent • Biographie • Oscars • Filmografie •

Biographie Kevin Costner wurde 1955 als dritter Sohn eines Straßenarbeiters und späteren Elektrikers in Lynwood, Kalifornien, geboren. Aufgewachsen ist Kevin Costner in Los Angeles, doch mit der Glitzerwelt Hollywoods hatte er nie etwas im Sinn. 1973 begann er ein Wirtschaftsstudium an der 'California State University' in Fullerton.

Auf der Uni reifte in Kevin Costner die Idee, es als Schauspieler zu versuchen. "Als ich mich entschloss, Schauspieler zu werden, wusste ich nicht einmal, wie man das anstellen sollte. Ich wohnte in einer Gegend, die die Welthauptstadt des Films genannt wird, aber für mich war sie fremd ...", erinnerte er sich später.

Was ihn aber nicht daran hinderte, bereits 1974 in dem Sexstreifen Heißer Strand USA seine Qualitäten mal anders zu zeigen. Trotz seiner neuen Ambitionen schloss er zunächst sein Marketingstudium ab und nahm einen Job bei einer Firma in Orange County an - um nach 30 Tagen frustriert zu kündigen.

Heute ist Kevin Costner unangefochten ein Star, doch zu Beginn seiner Karriere genoss er den zweifelhaften Ruf eines Darstellers, dessen Rollen im Schneideraum unweigerlich der Schere zum Opfer fielen. Seine Liebesszenen mit Jessica Lange in 'Frances' fehlen im fertigen Film ebenso wie seine Rolle im Baby-Boomer-Melodram Der große Frust (The Big Chill, 1983). Hier gönnte Regisseur Lawrence Kasdan Kevin Costners vorrangig weiblichen Fans aber immerhin ein paar Einstellungen von ihm als Leiche.

Doch ausgerechnet Der große Frust sollte sich für ihn bezahlt machen. Lawrence Kasdan hatte die Arbeit mit Kevin Costner gefallen, und so engagierte er ihn ein Jahr später für seinen Western Silverado. Neben Kevin Kline, Brian Dennehy und Rosanna Arquette konnte Kevin Costner erstmals beweisen, welch Potential in ihm steckt.

Auch seine nächsten Erfolge setzten vor allem auf seine körperliche Präsenz und seinen Sex-Appeal, so etwa als legendärer Mafiajäger Eliot Ness in Brian de Palmas manieristischem Meisterwerk Die Unbestechlichen, als russischer Maulwurf in No Way Out und als Baseballspieler in Annies Männer.

Mit Die Unbestechlichen, No Way Out, Annies Männer und Feld der Träume gelang Kevin Costner während der zweiten Hälfte der 80er Jahre eine beispiellose Reihe von künstlerischen und kommerziellen Erfolgen; danach zählte er zu Hollywoods Topstars, galt gar als "sexiest man alive". Kevin Costner, in dessen Adern Cherokee-Blut fließt und der (vielleicht deshalb) ein großer Westernfan ist, läutete dann 1990 mit Der mit dem Wolf tanzt ein neues Kapitel seiner Karriere ein.

Bei dem Indianer-Epos fungierte er als Hauptdarsteller, Regisseur und Produzent, und es zeigte sich, dass er auch in diesen Sätteln erstklassig ist. Der Film belebte das Westerngenre neu, wurde ein gigantischer internationaler Erfolg und gewann schließlich sieben Oscars, unter anderem für ihn selbst die Oscars für den Besten Film und die Beste Regie.

Der Western ist denn auch eine der "tragenden Säulen" von Kevin Costners Filmografie; nach Silverado und Der mit dem Wolf tanzt folgten mit Wyatt Earp - Das Leben einer Legende und Open Range - Weites Land, Kevin Costners dritter Regiearbeit, noch zwei weitere Beiträge zu diesem Genre - und wenn man so will, ist auch das futuristische Epos Postman, das ebenfalls unter Kevin Costners Regie entstand, nichts anderes als ein Western in Verkleidung.

Bevor er 1994 allerdings als Wyatt Earp - Das Leben einer Legende in Westerngefilde zurückkehrte, verbuchte er Erfolge unter anderem als Whitney Houstons Bodyguard und als Jim Garrison in Oliver Stones Verschwörungsthriller JFK.

Nachdem er auf der Kinoleinwand in Tin Cup als Golfer brillierte, konnte Kevin Costner im Januar 1997 sein Können beim 3M Celebrity Challenge auch auf dem echten Green unter Beweis stellen. Sein Teampartner: kein Geringerer als der neue Star-Golfer Tiger Woods.

Eine zweite tragende Säule sind für ihn eben die Sportfilme, und diese Tatsache nutzt An deiner Schulter geschickt aus, denn - indirekt und mit feiner Ironie - spielt der Film mit Kevin Costners Leinwandpersona, wenn Denny Davies' ambivalente Haltung zu seiner Spitzensportlerbiografie thematisiert wird.

Immer noch sind die Leute scharf auf einen Ball mit seinem Autogramm und auf seine Stimme im Radio, doch Denny Davies will gar nicht mehr reden über seine Vergangenheit als gefeierter Baseball-Profi. Lieber lässt er sich in seinem verlotterten Vorstadthaus voll laufen und stellt seiner Nachbarin Terry nach, die eigentlich nichts von ihm wissen will.

Kevin Costner meint über seine Rolle: "Für mich ist dieser Denny ein us-amerikanischer Charakter in einem sehr amerikanischen Film, der auf universelle Weise vom Verhältnis zwischen Männern und Frauen erzählt. Er hat eine sehr originelle Stimme, die ich zugleich amüsant und herausfordernd fand."

Dass seine Figur nicht immer auf die vorteilhafteste Weise gezeigt wird, war für Costner überhaupt kein Problem: "Ich bin im Lauf meiner Karriere noch nie besonders vorsichtig gewesen - auch wenn es manchmal sicher nicht geschadet hätte. Für diesen Film musste ich zwanzig Pfund zulegen, denn Denny ist wirklich nicht der Typ, der sich mit Gewichtheben fit hält."

Den Sport-Crack spielte Kevin Costner schon mehrfach: in Annies Männer (wo er allerdings erst im Bett von Susan Sarandon zu Hochform aufläuft), in Feld der Träume (wo er seinen Acker in ein Spielfeld für legendäre Baseball-Stars verwandelt) und in Aus Liebe zum Spiel (wo er Abschied vom Profisport nehmen muss).

Außerdem tummelte sich Kevin Costner neben Baseball auch in zwei anderen Disziplinen. In Die Sieger fuhr er Radrennen, und in Tin Cup wandelte er sich vom ausgelaugten Golftrainer zum Topspieler.

Kevin Costner hat drei Kinder aus seiner ersten Ehe mit Cindy Silva. Seit 2004 ist er mit dem Model Christine Baumgartner verheiratet.


Oscars
Filmografie
  • 1974: Heißer Strand USA (Sizzle Beach USA). Regie: Richard Brander. Rolle: Reitlehrer John
  • 1981: Eine pechschwarze Nacht (Shadows Run Black). Regie: Howard Heard. Rolle: Jimmy Scott
  • 1982: Chasing Dreams - Träume sind wie Staub im Wind (Chasing Dreams). Regie: Sean Roche, Therese Conte. Rolle: Nebenrolle
  • 1982: Nightshift - Das Leichenhaus flippt völlig aus (Nightshift). Regie: Ron Howard. Rolle: Nebenrolle
  • 1982: Gewagtes Spiel (Stacy's Knights / Double Down). Regie: Jim Wilson. Rolle: Will Bonner
  • 1983: Ein Tisch für fünf (A Table For Five). Regie: Robert Lieberman. Rolle: Frischverheirateter
  • 1983: Das letzte Testament (Testament). Regie: Lynne Littman. Rolle: Phil Pitkin
  • 1984: The Gunrunner (The Gunrunner). Regie: Nardo Castillo. Rolle: Ted Beaubien
  • 1985: Fandango (Fandango). Regie: Kevin Reynolds. Rolle: Gardner Barnes
  • 1985: Die Sieger - American Flyers (American Flyers). Regie: John Badham. Rolle: Marcus Sommers
  • 1985: Silverado (Silverado). Regie: Lawrence Kasdan. Rolle: Jake
  • 1985: TV-Story: Unglaubliche Geschichten (Amazing Stories: Episode "The Mission"). Regie: Steven Spielberg. Rolle: Captain Spark
  • 1986: The Untouchables - Die Unbestechlichen (The Untouchables). Regie: Brian de Palma. Rolle: Eliot Ness
  • 1987: Annies Männer (Bull Durham). Regie: Ron Shelton. Rolle: Crash Davis
  • 1987: No Way Out - Es gibt kein Zurück (No Way Out). Regie: Roger Donaldson. Rolle: Tom Farrell
  • 1989: Revenge - Eine gefährliche Affäre (Revenge). Regie: Tony Scott. Produzent. Rolle: Cochran
  • 1989: Feld der Träume (Field Of Dreams). Regie: Phil Alden Robinson. Rolle: Ray Kinsella
  • 1990: Der mit dem Wolf tanzt
  • 1990: Earth Day Special (Dokumentation). Regie: Kevin Costner
  • 1991: John F. Kennedy - Tatort Dallas (JFK). Regie: Oliver Stone. Rolle: Jim Garrison
  • 1991: Robin Hood - König der Diebe (Robin Hood - Prince Of Thieves). Regie: Kevin Reynolds - Rolle: Robin von Locksley
  • 1992: Bodyguard (Bodyguard). Regie: Mick Jackson. Produzent. Rolle: Frank Farmer
  • 1993: Perfect World
  • 1993: Rapa Nui (Rapa Nui). Produzent. Regie: Kevin Reynolds
  • 1994: Wyatt Earp - Das Leben einer Legende
  • 1994: China Moon (China Moon). Produzent. Regie: John Bailey
  • 1994: Das Baumhaus (The War). Regie: Jon Avnet. Rolle: Stephen
  • 1995: Waterworld
  • 1995: TV-Doku-Serie: 500 Nationen (500 Nations). Produzent. Moderator
  • 1996: Tin Cup
  • 25. Dezember 1997: Postman
  • 12. Februar 1999: Message In A Bottle
  • 1999: Knocked Out - Eine schlagkräftige Freundschaft
  • 17. September 1999: Aus Liebe zum Spiel
  • 12. Januar 2001: Thirteen Days
  • 23. Februar 2001: Crime is King
  • 22. Februar 2002: Im Zeichen der Libelle
  • 15. August 2003: Open Range - Weites Land
  • 11. März 2005: An deiner Schulter
  • Oscar
    Kevin Costner während der Dreharbeiten zu 'Open Range'
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