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Biografie
Der allgemeinen Anerkennung kann sich
Klaus Dill sicher sein; unzählige Ausstellungen und
Berichte über sein Werk zeugen von der Beliebtheit dieses
Zeichners und Malers. Im Karl-May-Jubiläumsjahr 1992 wurde er
von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung tituliert als "der
beste deutsche Westernmaler".
Für die unüberschaubare
Schar der Klaus Dill-Fans ist eine solche Bezeichnung keine
Überraschung. Dabei braucht der beste deutsche Westernmaler
den Vergleich mit den großen us-amerikanischen Westernmalern
seit Frederic Remington und Charles M. Russell nicht
zu scheuen. Allerdings hatten diese ihre Motive und die Sujets im
eigenen Land.
Wie wurde aus Klaus Dill der
Künstler, dessen Signatur das Gütesiegel ist für
hervorragende Bilder, mit denen er seine Kollegen hierzulande, die
auch für das Westerngenre gezeichnet und gemalt haben,
überragt?
Klaus Dill wurde am 6.
Oktober 1922 in Neustadt an der Weinstraße geboren; damals
trug seine Geburtsstadt noch den Zusatz "an der Haardt". Er war der
mittlere von drei Söhnen, zu denen sich später noch eine
Tochter gesellte. Die Familie lebte im Haus des Großvaters,
der ein Haushaltswarengeschäft betrieb.
Der Vater, an den sich der Sohn
Klaus als hochbegabt erinnert, arbeitete bei der BASF im nicht weit
entfernten Ludwigshafen in der Werbe-Abteilung, die damals
"Propaganda-Abteilung" genannt wurde. Nach dem Zusammenschluss
vieler deutscher Chemiebetriebe zur IG (Interessengemeinschaft)
Farbenindustrie AG als großmächtigem Konzern wurde der
Vater in die neue Zentrale der IG Farben nach Frankfurt am Main
versetzt.
Die Familie bezog ein Reihenhaus in
einer werkseigenen Siedlung im Frankfurter Stadtteil Eschersheim.
Die zeichnerischen Versuche des jungen Klaus Dill
unterstützte und förderte der strenge Vater durch
Anleitung und Korrektur. Die Lieblingsmotive des Jungen, angeregt
durch Lektüre, waren Indianer und Cowboys.
Mit 17 Jahren, 1939, begann Klaus
Dill an der Städelschule, der Kunsthochschule in
Frankfurt am Main, das Studium, das durch die Einberufung zum
Arbeitsdienst 1941, nach drei Semestern, ein jähes Ende fand.
Anschließend wurde er zur Wehrmacht eingezogen und kam im
Frühjahr 1942 als Funker auf die Krim.
Nachdem seine beiden Brüder im
Krieg gefallen waren, wurde Klaus Dill, inzwischen im
nördlichen Russland eingesetzt, vom Fronteinsatz zum Stab des
Artilleriekorps als Kartenzeichner versetzt. So überlebte er
den Krieg und kam 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft. 1949
kehrte er heim und hatte acht Jahre, die wichtigsten für
Studium und künstlerische Entwicklung eines jungen Menschen,
verloren.
Klaus Dill nahm 1949 sein
Studium wieder auf und ging an die renommierte
Werkkunstschule, die heutige HfG Hochschule für
Gestaltung ins benachbarte Offenbach am Main. Hier begann sein
Weg als "der beste deutsche Westernmaler" und "der deutsche
Hollywood-Maler", wie ihn die Zeitschrift "Prinz" genannt
hat.
Gern wäre Klaus Dill in
den Semesterferien zu seinem Onkel Otto Dill "in die Lehre"
gegangen. Doch die Tante verhinderte dies; sie fürchtete wohl,
hier könnte ein Konkurrent für den "Löwen- und
Pferde-Dill", wie Otto Dill genannt wurde, heranwachsen.
Dieser war 1884 in Neustadt zur Welt gekommen. Dank eines
Förderers konnte der malerisch begabte Otto Dill -
allerdings erst als 24jähriger - das Studium der Malerei an
der Münchner Akademie beginnen, wo er zum
Meisterschüler des bekannten Tiermalers Heinrich von
Zügel wurde.
Anders als sein Lehrer Heinrich
von Zügel, der zur Idylle neigte, schuf Otto Dill
mit seinen Bildern dramatische Bewegungsabläufe. Otto
Dill, inzwischen Mitglied der Münchner und der Wiener
Sezession und Professor in München, ging auf Reisen, zweimal
nach Afrika, 1924 und 1929, wo er seine Löwen zum ersten Mal
in freier Wildbahn und nicht im Zoo sah. 1930 übersiedelte er
von München nach Bad Dürkheim und kehrte an die
Weinstraße zurück.
1949 wurde er, ein herausragender
Maler des deutschen Impressionismus, der zusammen mit
Corinth, Max Liebermann und Slevogt genannt
werden muss, Ehrenmitglied der Akademie der bildenden
Künste in München. 1957 ist Otto Dill
gestorben. Da war sein Neffe Klaus Dill schon ein
anerkannter Zeichner und Maler.
Klaus Dill, der Anregungen in
den Bildern seines Onkels gefunden hat, erfuhr keine Förderung
durch ihn. Vielleicht sollte dies nicht beklagt werden. Sonst
wäre eventuell aus Klaus Dill nur ein deutscher
Spätimpressionist geworden - und nicht der beste deutsche
Westernmaler.
In Klaus Dills Offenbacher
Zeit an der damaligen Werkkunstschule fallen die ersten
Aufträge , die er für Film und Buch zu fertigen hatte.
1952 entstand sein erstes Filmplakat - für einen Western. Und
Klaus Dill lernte den Schriftsteller Joachim Rennau
kennen, der in Frankfurt wohnte. Der drei Jahre ältere Autor
hatte unter dem Pseudonym Rolf Randall - und unter weiteren
Namen - Heftromane geschrieben.
Er war der Hauptautor der Serie um
den legendären und damals noch lebenden Billy Jenkins,
den König der Cowboys. Die Heftromane erschienen seit 1949 im
Uta-Verlag (in Essen, dann in Sinzig, schließlich in Bad
Godesberg). Rolf Randall war auch der Hauptautor der
Heftromane um den Wildwest-Helden Tom Prox, der vom
Konkurrenten Billy Jenkins zu dessen Freund wurde; diese
Serie erschien seit 1950 im Uta-Verlag, wo auch seit 1951
Pete erschien; viele Hefte dieser "Zeitschrift für die
Jugend" verfaßte auch Rolf Randall.
Neben die Heftausgaben dieser Serien
traten dann die dicken Bücher, die in den Leihbüchereien
darauf warteten, den Lesehunger zu stillen. Die etwa 250 Seiten
umfassenden Tom-Prox-Bücher erschienen seit 1951, das
erste Pete-Buch gab es zwei Jahre später. Von Anfang an
zählte Klaus Dill zu den Malern, die die bunten Bilder
für die Schutzumschläge schufen. Schaut man sich heute
diese Bücher an, fällt auf, daß die besten
Darstellungen die von Klaus Dill sind, die auch schon seine
typische Art zeigen.
Es folgten die Titelbilder anderer
Bücher, der Bessy-Comics, die in dem Buch
WesternArt von Martin Hilland abgehandelt werden,
für die Romane von Zane Grey, den man den
us-amerikanischen Karl May genannt hat, die im Verlag Franz
Schneider in München Ende der 60er Jahre neu aufgelegt wurden.
Ab 1989 wandte sich Klaus Dill dem Werk von Karl May
zu.
Bibliografie
Ausstellungen
-
Bilder zu Karl May
- Januar 1992 in Glashütten,
Bürgerhaus
- Mai bis Juli 1992 in
Kaiserslautern, Kulturamt Fruchthalle
- Juli 1992 in Hofheim am Taunus,
Rathaus-Foyer
- Oktober 1992 in Neustadt an der
Weinstraße, Klemmhof Stadtarchiv
- November 1992 bis Februar 1993 in
Offenbach am Main, Klingspor-Museum
- Mai 1993 in Ratingen,
Rathaus-Foyer
- Mai 1994 in Radebeul,
Landesbühnen
- Juni bis Juli 1994 in Hachenburg,
Kreissparkasse
- Juli bis August 1994 in Bad
Segeberg, Kreissparkasse
- November 1994 in Oberramstadt,
Heimatmuseum
- Mai 1995 in Hohenstein-Ernsthal,
Heimatmuseum
- Mai 1996 in Burscheid, Haus der
Kunst
- September bis November 1996 in
Weissenhorn, Heimatmuseum
-
September 1997 in Erlangen,
Rathaus-Foyer
Filmplakate
- April 1985 in Glashütten,
Bürgerhaus
- November 1986 bis März 1987 in
München, BMW-Museum
- September bis Oktober 1990 in
Kaiserslautern, Kulturamt Fruchthalle
- Juli bis August 1991 in Stuttgart,
Galerie unterm Turm
- August bis Oktober 1991 in
Tübingen, Deutsch-Amerikanisches Institut
- September 1991 in Frankfurt,
Film-Museum (Kalendervorstellung)
- Juni bis Juli 1995 in Darmstadt,
Hessisches Staatsarchiv
- November 1995 in
Bischofsheim/Gustavsburg, Volksbank
- Dezember 1995 bis Januar 1996 in
Aschaffenburg, Stadt- und Stiftsarchiv
- Juni 1996 in Münster, Deutsche
Gesellschaft zum Studium des Western
-
April 1998 in Frankfurt am Main,
Deutsches Filmmuseum
Retrospektive
- November bis Dezember 1997 in
Neustadt an der Weinstraße, Herrenhof
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