| Kristina Söderbaum ? |
| * 5. September 1912 in Stockholm, Schweden • ? 12. Februar 2001 in Hitzacker, Niedersachsen, Deutschland • Schauspielerin, Fotografin • Biografie • Filmografie • Autogramm • |
Biographie
Die in Schweden geborene
Kristina Söderbaum war die Tochter eines
Chemie-Professors, der zeitweilig Vorsitzender des
Nobelpreis-Komitees war. Sie besuchte Internate in Frankreich und
der Schweiz, bevor sie als 24-jährige nach Berlin kam, um
Kunstgeschichte zu studieren.
Nebenbei nahm sie zwei Jahren Schauspiel-Unterricht und gab 1936 ihr Debüt in der wenig beachteten Fritz Reuter-Verfilmung Onkel Bräsig, ein Jahr später wurde sie von Veit Harlan entdeckt. 1939 heiratete sie dann den Regisseur.
Er machte seine Frau zum Star, ließ sie tragische und melodramatische Rollen spielen, deren Leben oft im Wasser oder Moor endete. Reichswasserleiche wurde die Söderbaum deshalb auch ironisch genannt.
Kristina Söderbaum war deshalb (oder trotzdem) eine der erfolgreichsten Filmstars der 40er Jahre. Allerdings war sie nach dem Krieg wegen ihrer Darstellungen des von den Nazis propagierten Idealtyps der deutschen Frau, blaue Augen, blond und eine kindlich-helle Stimme, heftig umstritten.
Während der Film Kolberg
ihres Ehemanns Veit Harlan noch als propagandistischer
Durchhaltefilm angesehen wurde, mussste er sich wegen "Jud
Süß" nach dem Krieg gerichtlich verantworten, weil er den
antisemitischen Streifen nicht verweigert hatte. Harlan wurde 1950
von der Anklage "Verbrechen gegen die Menschlichkeit"
freigesprochen. Erst danach spielte Söderbaum wieder in Filmen
ihres Mannes, konnte aber ihre Erfolge nicht wiederholen.
Nach dem Krieg spielte sie Theater und lehnte aus Solidarität mit ihrem mit einem mehrjährigen Berufsverbot belegten Mann Filmangebote ab. "Verjährt nicht auch einmal für mich die Schuld?" fragte sie sich in ihren 1983 erschienenen Memoiren Nichts bleibt immer so.
Ab 1950 drehte sie dann wieder mehrere Film mit ihm. Die Gloria-Filmproduktion schickte sie und ihren Mann nach Asien, um dort Filme zu machen, in denen neben einer unechten Handlung auch echte Elefanten und echte Palmen zu sehen waren - die zwar künstlerisch missglückten, aber die Sehnsucht des Publikums nach der weiten Welt und Exotik befriedigten.
Erst nach dem Tod ihres Mannes 1964 begann Söderbaum sich aus den Schatten ihrer Vergangenheit zu lösen, die Respekt abnötigte. Nach 25 Jahren Gattentreue und freiwilliger Abhängigkeit stand die Witwe mit einem Berg Schulden da. Und die Kindfrau und Mutter zweier Söhne ließ sich zur Fotografin ausbilden, arbeitete als Mode- und Porträt-Fotografin und porträtierte andere Stars mit der Kamera.
Im Februar 2001 starb die Schauspielerin, die in den letzten Jahren meist in München bei einem ihrer Söhne lebte, in einem Pflegeheim in Niedersachsen.
Filmografie
- 1936: Onkel Bräsig - Regie: Fritz Reuter
- 1938-04-12: Jugend - Regie: Veit Harlan
- 1938-08-26: Verwehte Spuren
- 1939-01-31: Das unsterbliche Herz
- 1939-11-02: Die Reise nach Tilsit
- 1940: Jud Süß - Regie: Veit Harlan
- 1942-03-03: Der große König
- 1942-11-24: Die goldene Stadt
- 1943-12-17: Immensee
- 1944-12-08: Opfergang
- 1945-01-30: Kolberg
- 1951-01-31: Unsterbliche Geliebte - Regie: Veit Harlan
- 1951-12-21: Hanna Amon - Regie: Veit Harlan
- 1953-03-05: Die blaue Stunde - Regie: Veit Harlan
- 1953-12-17: Sterne über Colombo
- 1954-02-05: Die Gefangene des Maharadscha - Regie: Veit Harlan
- 1955-01-12: Verrat an Deutschland - Der Fall Dr. Sorge
- 1958-11-07: Ich werde dich auf Händen tragen
- 1974-10-18: Karl May - Regie: Hans Jürgen Syberberg
- 1993: (Night Train To Venice) Regie: Carlo Quintero
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