Krzysztof Kieslowski ?

* 27. Juni 1941 in Warschau, Polen • ? 13. März 1996 in Warschau, Polen • Regisseur • Biographie • Oscars • Filmografie •

Biographie Als 25-jähriger trat Krzysztof Kieslowski in die Schule für Kino und Theater in Lodz ein. Seinen ersten Film, einen Dokumentarfilm namens Picture drehte er 1969, aber es sollten noch etwa 10 Jahre dauern, bis er erstmals außerhalb Polens mit dem Film Camera Buff Aufsehen erregte.

Wie viele Regisseure, die Mitglieder der osteuropäischen Bewegung des 'New Cinema' waren, war auch Krzysztof Kieslowski ständig auf die Gunst der Zensoren der kommunistischen Regierung angewiesen.

Er hatte viele seiner Filmprojekte finanziert, indem er an der Universität von Silesia lehrte. Zusätzlich war er zwischen 1978 und 1981 Vize-Präsident der 'Vereinigung der polnischen Filmemacher'.

Krzysztof Kieslowski gewann Preise auf den 'Mannheimer Filmfestspielen', den 'Moskauer Filmfestspielen' und auf den Filmfestspielen in Cannes. Ebenso erhielt er einen Preis des polischen Außenministeriums.

Das ambitionierteste Projekt war der zehnteilige Dekalog, eine Serie von politischen Allegorien, die auf den Zehn Geboten basierten. Er drehte diese Serie 1988 für das polnische Fernsehen.

Krzysztof Kieslowskis Drei-Farben-Trilogie wurde durch die drei Farben der französischen Trikolore inspiriert - diese Trilogie brachte ihm den endgültigen internationalen Durchbruch. Mit den Filmen Blau (= Freiheit), Weiß (= Gleichheit) und Rot (= Brüderlichkeit) zog sich der geniale Regisseur 1994 endgültig aus dem Filmgeschäft zurück.

Der renommierte Regisseur hat in den 70er Jahren neben abendfüllenden Spielfilmen auch zahlreiche kurze Dokumentarfilme gedreht, die authentisch und präzise gesellschaftliche Konflikte, Stimmungen und Machtmechanismen vor allem in der Arbeitswelt seines Heimatlandes widerspiegeln.

Die metaphorische und mystische Bildsprache, in der die Belange des alltäglichen Lebens gedeutet werden, ist kennzeichnend für Krzysztof Kieslowskis filmische Ausdrucksweise. Es geht um den Einbruch der Realität in die Sphäre des Individuums.

In Unterirdische Passage möchte ein junger, vom Lande kommender Lehrer die Konflikte mit seiner ehemaligen Frau in ihrem sonnenlosen Laden klären. Ein ähnliches Schattenreich beschreibt der Film Das Krankenhaus, in dem Routine als eine Abart des Systems erscheint. Der Bahnhof wiederum hat viele Augen, keiner der Passanten merkt, dass das Zeitalter der Videoüberwachung bereits begonnen hat. In den dokumentarischen Porträts erzählt Der Maurer, warum er bereits vor Jahren seine politische Karriere beendet hat. Der Standpunkt des Nachtwächters erzählt auf skurrile Weise von der Autoritätsgläubigkeit und entwickelt sich zur entlarvenden Realsatire.

Krzysztof Kieslowski starb 1996 im Alter von nur 54 Jahren an einem Herzinfarkt in einem Warschauer Krankenhaus.


Oscars
Filmografie
  • 1969: Dokumentarfilm: (Picture)
  • 1982: (Blind Chance)
  • 1983: (Camera Buff)
  • 1988: (Dekalog / 10-teilige Serie)
  • 1991: (Double life Of Veronique)
  • 1993: Drei Farben Blau
  • 1994: Drei Farben Rot
  • 1994: Drei Farben Weiß
Oscar
Krzysztof Kieslowski
Filmplakat

Dirk Jasper FilmLexikon

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