Interview mit Leslie Malton
Leslie Malton Leslie Malton, Dartsellerin in den TV-Film "Virus X - Der Atem des Todes" auf Sat.1

Frage: Sie haben sich sehr intensiv auf ihre Rolle in "Virus X" vorbereitet. Können Sie uns davon erzählen?

Leslie Malton: "Ich hatte die Möglichkeit, in Berlin an der Freien Universität zu arbeiten. Um die ganze Atmosphäre dort aufzunehmen, habe ich mich als Assistentin anstellen lassen und so viel mehr über das Leben im und außerhalb des Labors erfahren, als ich je erhofft hatte. Und natürlich habe ich mir auch entsprechende Literatur besorgt. Interessanterweise aus den USA, wo es während des Drehs (26.9. - 7.10.1996) gleich zwei Bücher zum Thema auf der Bestseller-Liste der New York Times gab."

Frage: Was hat Sie an dem Projekt am meisten beeindruckt? Was ist Ihnen am intensivsten in Erinnerung geblieben?

Leslie Malton: "Mich haben mehrere Dinge beeindruckt, erstens - und das ist paradox - die Schönheit der Viren, gepaart mit ihrer Gefährlichkeit, und zweitens mit welcher Hingabe der Produzent und Drehbuchautor Hermann Kirchmann sich uns gewidmet hat: Er hat uns versierte Experten und Fachleute zur Seite gestellt und sich von Anfang dafür stark gemacht, mehr Drehzeit zu bekommen, so dass wir nicht unter den üblicherweise bestehenden eingeschränkten Bedingungen arbeiten mussten. Drittens war ich sehr angetan von der Arbeitsweise des Regisseurs Lutz Konermann, von seiner Ruhe und Geduld am Set."

Frage: Waren Sie selbst schon einmal in Gebieten, in denen Virusinfektionen und Epidemien drohten?

Leslie Malton: "Mich interessieren eher die europäischen Staaten und die USA. Da mich meine Arbeit angenehmerweise auch in Länder führt, in die ich sonst nicht käme, informiere ich mich beim Tropen-Institut und befolge die Anweisungen derer, die sich im betreffenden Land auskennen. Ich besitze nicht den Leichtsinn zu meinen, mich könne es nicht treffen."

Frage: Welches ist Ihrer Meinung nach der schlimmste Aspekt einer Epidemie?

Leslie Malton: "Die Zeitspanne, in der eine Epidemie noch nicht identifiziert ist, man also hilflos mitansehen muss, wie Menschen auf schockierendste Weise regelrecht krepieren."

Frage: Wie wird man mit der ständigen Anspannung, die Ihre Rolle in "VIRUS X" erfordert, fertig?

Leslie Malton: "Wenn mich z.B. im Traum Viren verfolgen, dann weiß ich, ich bin schon ,per du' mit der Rolle, und diesen Zustand begrüße ich."

Frage: Haben Sie einen besonderen Trick, sich nach anstrengenden Dreharbeiten zu entspannen?

Leslie Malton: "Meine Arbeit wird nur dann anstrengend, wenn die Drehbedingungen es nicht zulassen, miteinander zu arbeiten. Selbstverständlich komme ich mal gestreßt vom Dreh nach Hause, da hilft es, meinem Mann vom Erlebten des Tages zu erzählen, ein heißes Bad zu nehmen oder eine Dusche, und was Feines zu essen."

Frage: Haben Sie eine Lieblingsbeschäftigung, ein Hobby, dem Sie sich nach der Arbeit am liebsten widmen?

Leslie Malton: "Meinem Mann."

Das Interview führte Tina Ziegler.

Dirk Jasper FilmLexikon
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