Interview mit Liv Tyler
Liv TylerLiv Tyler über Plunkett & Macleane

Frage: Nach dem Big-Budget Film Armageddon haben Sie sich mit Plunkett & Macleane doch wieder für einen etwas kleineren Film entschieden?

Liv Tyler: Armageddon war eher die Ausnahme, ich wollte einfach mal wissen, wie es ist, in so einem Mainstream-Movie mitzuwirken. Vorher habe ich ja hauptsächlich in kleineren Filmen wie "Heavy" oder That Thing You Do! von Tom Hanks gespielt. Aber in denen haben mich die wenigsten gesehen. Und wenn du nicht präsent bist, vergessen dich die Regisseure schnell und besetzen dich nicht mehr.

Frage: Jake Scott, der Regisseur von Plunkett & Macleane, hat Sie offenbar nicht vergessen.

Liv Tyler: Ja, und dafür bin ich ihm auch sehr dankbar. Es war eine großartige Arbeit, wenn auch sehr anstrengend.

Frage: Inwiefern?

Liv Tyler: Wir haben in Prag im Winter gedreht. Naja, es war eigentlich März, aber irgendwie auch noch wie Winter. Es war so kalt, dass ich in den Drehpausen immer mit zwei Daunenjacken über meinem Kostüm herumgelaufen bin.

Frage: Apropos Kostüme. Eine Leidenschaft von Ihnen soll es sein, sich zu verkleiden.

Liv Tyler: Stimmt, das habe ich schon als Kind gern getan. Ich habe meiner Mutter immer die Federboas in pink und hellblau geklaut. Damals wäre ich am liebsten Drag Queen geworden.

Frage: Da war ja Plunkett & Macleane genau das Richtige.

Liv Tyler: Allerdings, das war mein erster Kostümfilm. Ich fand den Stil ganz entzückend. Manchmal habe ich die Kleider sogar noch nach Drehschluß in Prag getragen, obwohl man das ja eigentlich gar nicht darf. Allerdings habe ich den Stil etwas variiert, zu Reifröcken aus dem 18.Jahrhundert trug ich an den Füßen Sneakers. Sehr lässig.

Frage: Wenn man Sie im Original hört, könnte man Sie tatsächlich für eine Upper-Class-Engländerin halten.

Liv Tyler: Freut mich, dass Sie das sagen. Ich war mir da sehr unsicher und hatte ziemliche Probleme mit diesem hochnäsigen britischen Akzent. Ich bekam für die gesamte Drehzeit einen Sprachtrainer an die Seite gestellt, außerdem waren die ganzen britschen Jungs wie Jake Scott, Robert Carlyle und Jonny Lee Miller um mich herum, und von denen konnte ich eine Menge lernen. Obwohl, wenn Robert Carlyle in seinem Schottisch so richtig loslegt, versteht kein Mensch mehr etwas.

Dirk Jasper FilmLexikon
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