Interview mit Lucy Liu
Lucy Liu Das vergangene Jahr 2000 markierte den bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere. Mit nur zwei Filmen katapultierte sich Lucy Liu an die Spitze Hollywoods. In Jackie Chans Shang-High Noon bezauberte sie vor kurzem als chinesische Prinzessin und nun überzeugt die famose Schauspielerin in Drei Engel für Charlie als gestandene Action-Frau. In den USA zählt sie schon lange zur Schauspiel-Elite: Als freche Rechts-Verdreherin Ling Woo in der Anwalt-Serie Ally McBeal flimmert sie dort bereits seit 1997 über den Bildschirm. Doch der ganz große Coup ist ihre Rolle als unerschrockener Engel an der Seite von Drew Barrymore und Cameron Diaz.

Frage: Kommt es zu Eifersuchts-Szenen, wenn drei Filmdiven zusammen drehen?

Lucy Liu: Bei Frauen erwarten die meisten eine Schlamm-Schlacht. Aber so ist das nicht. Wir buhlen nicht um denselben Mann, und wir reißen uns auch nicht an den Haaren. Die meisten Freundschaften pflegen Frauen doch mit anderen Frauen, das wird oft vergessen. Wir erfreuen uns nicht am Unglück der anderen, sondern sagen beim Shoppen: Kauf? das nicht, dein Hintern sieht darin unförmig aus.

Frage: Ihre Eltern stammen ursprünglich aus China. Pflegen sie ihr asiatisches Erbe?

Lucy Liu: Meine Wurzeln sind mir sehr wichtig. Die Amerikaner sind sehr engstirnig. Die meisten kennen nur ein Land und eine Sprache. Ich schätze mich glücklich, weil mir eine zweite Kultur mit in die Wiege gelegt wurde. Natürlich kann man seinen Horizont auch durch lesen erweitern; aber das ist nicht dasselbe. Um die chinesische Kultur wirklich zu verstehen, musss man Chinese sein oder wenigstens 20 Jahre in China gelebt haben.

Frage: In Drei Engel für Charlie treten und schlagen sie gehörig um sich. Wie funktionierte das in den hautengen Lederkostümen?

Lucy Liu: Das war schon eine besondere Herausforderung, gerade dann, wenn die Sachen nicht richtig saßen. Ich sagte: "Wie soll ich den Arm hochreißen, wenn die Naht spannt?" Also wurden an den strategisch entscheidenden Stellen nachträglich Schlitze in die Kostüme eingearbeitet. So hatten unsere Arme und Beine genug Bewegungs-Freiheit. Das Dumme ist nur: dass ein Kostüm zwickt, merkt man meistens erst am Set.

Dirk Jasper FilmLexikon
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