Marilyn Monroe ?

* 1. Juni 1926 als Norma Jean Baker in Los Angeles, Kalifornien, USA • ? 5. August 1962 in Los Angeles, Kalifornien, USA • Schauspielerin, Produzentin, Sängerin • Biographie • Filmographie •

Biographie "Marilyn Monroe war eine Legende. Schon zu Lebzeiten schuf sie den Mythos vom armen Mädchen, das sich aus einer entbehrungsreichen Jugend hochkämpfte, es zu etwas brachte. In aller Welt wurde sie das Symbol des ewig Weiblichen."

So würdigte Lee Strasberg seine Schülerin Marilyn Monroe an ihrem Grab. Die Legende lebte weiter - aber erst nach ihrem Tod wurde Marilyn Monroe als Schauspielerin anerkannt und als Komikerin gefeiert. Ihr Nachruhm begann sich von ihren Filmen, ja von ihrer Person zu lösen: das Symbol überlebte - Fotos, Marilyn Monroe im wehenden weißen Rock über den U-Bahngittern, Marilyn Monroe mit übersinnlichen Schlafzimmeraugen und Kussmund, blieben und wurden Ikone der 50er Jahre, Symbole für das Klischee der Sexgöttin, die sie wie keine andere verkörperte,

Zu Hause, verborgen vor den Kameras, pflegte sie nur Chanel No. 5 zu tragen - und wenn sie überhaupt etwas anhatte, dann das Radio, so ihre eigene Darstellung. Dieses Image bescherte ihr einen posthumen Kult, wie er vergleichbar nur noch Humphrey Bogart und James Dean in vergleichbarer Weise zuteil wurde.

Auch Jahrzehnte nach ihrem Tod erschienen weiter Bücher über sie, Autoren wie Norman Mailer (der sie persönlich nicht kannte) veröffentlichten Bücher über sie, regelmäßig wurden "neue" Fotoserien von ihr entdeckt und herausgegeben. Eine Firma, die Imagerechte toter Stars verwaltete, lebte gut von den Tantiemen, die durch die Vermarktung von Marilyn Monroe-Artikeln rund um den Globus anfielen.

Marilyn Monroe war quasi ein Kind der Traumfabrik. Ihre Mutter Gladys Baker (geborene Monroe) arbeitete bei Columbia und RKO als Negativ-Cutterin. Marilyn Monroe wurde als Norma Jean Baker geboren, auf dem Geburtsschein war als unehelicher Vater ein Bäcker namens Edward Mortenson angegeben, der starb, als Marilyn Monroe drei war. In der Familie ihrer Mutter gab es mehrere Fälle psychischer Labilität, und Gladys verbrachte viele Jahre ihres Lebens in Sanatorien. Die fünfjährige Marilyn Monroe wurde zu lieblosen Pflegeeltern gegeben und lebte später zwei Jahre in einem Waisenhaus.

Mit 16 versuchte sie ihrer deprimierenden Kindheit zu entkommen, indem sie den Fabrikarbeiter und späteren Seemann James Dougherty heiratete, von dem sie sich aber 1946 scheiden ließ. In dieser Zeit fiel ihr erster Selbstmordversuch. Marilyn Monroe arbeitete während des Krieges in der Rüstungsindustrie, wo sie von einem Armee-Fotographen erstmals als Model eingesetzt und mit Pin-up-Fotos bekannt gemacht wurde.

Das führte zu weiteren Modelaufträgen bei einer Agentur und verschiedenen Fotographen. Ihr dunkelblondes Haar wurde auf Platin gebleicht und getrimmt. Marilyn Monroe erschien auf einigen Titelblättern und bekam 1946 einen Vertrag bei 20th Century Fox, wo sie durch Öffentlichkeitsarbeit und Unterricht in Tanzen und Singen zum Starlet aufgebaut wurde.

Sie selbst wollte gern Jean Monroe heißen, aber das Studio bestand auf Marilyn Monroe. Ihre erste Filmrolle wurde praktisch vollständig aus der Endfassung des Films geschnitten. Erst bei Columbia spielte Marilyn Monroe zwei Jahre später eine erste Hauptrolle in dem B-Film Ladies Of The Chorus. Doch ihr Vertrag wurde trotzdem nicht verlängert, und Marilyn Monroe posierte in dieser Zeit für die berühmten Nacktfotos im ersten Playboy-Kalender, die ihr 50 Dollar Honorar einbrachten.

1950 bekam sie einen neuen Vertrag bei 20th Century Fox. Jetzt entwickelte sie sich schnell von Nebenrollen zu einem durch Publicity klug aufgebauten Nachwuchsstar. Nach Niagara und Blondinen bevorzugt war sie der Spitzenstar des Studios und begeisterte die Nation als neue Sexgöttin.

1954 heiratete sie den legendären Baseball-Star Joe DiMaggio, doch sein konservativer Background ließ sich nicht mit der ungenierten Vermarktung des Marilyn Monroe-Körpers vereinbaren. Neun Monate später wurden sie geschieden.

Zweifellos konnte Marilyn Monroe das Klischee der naiven Blondine von fast unschuldiger Sinnlichkeit wie keine andere mit Leben erfüllen, und sie merkte sehr schnell, dass dieses kassenträchtige Image der Öffentlichkeit völlig reichte. Marilyn Monroe, die schon als Kind in Hollywood von einer großen Karriere geträumt hatte, wollte jedoch als ernsthafte Schauspielerin anerkannt werden.

Nach dem von einer riesigen Publicity-Kampagne begleiteten Hit Das verflixte 7. Jahr trotzte sie der Studiomaschine, ging nach New York, gründete ihre eigene Firma Marilyn Monroe Productions zusammen mit dem Fotographen Milton Greene, nahm Schaupielunterricht im 'Lee Strasberg Actors Studio' und kündigte an, ab jetzt anspruchsvolle Rollen spielen zu wollen. 20th Century Fox bot ihr die eigene Regisseurwahl an, und ihr nächster Film Bus Stop war ein sehr respektabler Kompromiss zwischen ihrem Image und dem neuen Anspruch.

1956 heiratete Marilyn Monroe den berühmten Theaterautor Arthur Miller und trat seinetwegen zum jüdischen Glauben über. Kopf und Körper hatten sich zu einer unwahrscheinlichen Allianz gefunden. Arthur Miller unterstützte Marilyn Monroes Ambitionen, aber die Kluft zwischen ihren Ambitionen und den einschlägigen Erwartungen von Studio-Bossen und Öffentlichkeit klaffte immer mehr auseinander.

Dadurch entwickelte Marilyn Monroe eine unkontrollierbare Neigung zur Arbeitsverweigerung, kam notorisch zu spät, flüchtete in Tabletten-Abhängigkeit, traute keinem Ratgeber mehr außer der Schauspielerin Paula Strasberg, Lee Strasbergs Ehefrau, die auch bei allen folgenden Filmen ihr persönlicher Tutor war.

Marilyn Monroe gewann Laurence Olivier als Star und Regisseur ihres nächsten Films Der Prinz und die Tänzerin, der aber weder beim Publikum noch bei der Kritik ankam. Der kam erst wieder, als Marilyn Monroe sich nach langem Zögern bereit erklärte, in Manche mögen's heiß die typisch einfältige Blondine in wenig abgewandelter Form zu spielen. dass der Film ein großer Hit wurde, frustriete sie eher.

Arthur Miller schrieb das Drehbuch zu Nicht gesellschaftsfähig speziell für sie, als Regisseur wurde John Huston gewonnen, als Co-Star Marilyn Monroes Kindheitsidol Clark Cable verpflichtet. Doch auch diesmal mussten die Dreharbeiten unterbrochen werden, weil Marilyn Monroe wegen physischer Erschöpfung nicht abeitsfähig war. Noch vor der Premiere wurde die Ehe mit Arthur Miller geschieden, und Marilyn Monroe begab sich in intensive psychatrische Behandlung.

Ein halbes Jahr später begann sie die Dreharbeiten für Something's Got To Give, einer Komödie mit Dean Martin als zweiten Hauptdarsteller, von der kaum mehr als eine Aufsehen erregende Nacktszene im Swimming-Pool veröffentlicht wurden. Marilyn Monroe wurde von 20th Century Fox wegen Unzuverlässigkeit entlassen, es war das Ende ihrer Karriere. Einen Monat später starb sie in ihrem Haus angeblich an einer Überdosis Schlaftabletten.

Ihre Zurückgezogenheit im letzten Lebensjahr inspirierte nicht enden wollende Gerüchte über Affären aller Art - ihre Bekanntschaft mit Hollywoods "Rat Pack" von Frank Sinatra und um John F. Kennedy und seinen Bruder Robert "Bob" Kennedy. Verhältnisse mit den beiden Politikern wurden inzwischen bestätigt, die daraus resultierende Mordkomplotte der US-Geheimdienste wurden in der Presse gern kolportiert, blieben aber bisher reine Spekulation.


Filmografie
  • 1947: (The Shocking Miss Pilgrim) (ungenannt)
  • 1948: (Scudda Hoo! Scudda Hay) (ungenannt)
  • 1948: (Dangerous Years)
  • 1949: (Ladies Of The Chorus)
  • 1950: (A Ticket To Tomahawk)
  • 1950: (Right Cross) (ungenannt)
  • 1950: (The Fireball)
  • 1950: Alles über Eva
  • 1950: Love Happy (Love Happy)
  • 1950: Asphalt-Dschungel (The Asphalt Jungle)
  • 1951: (Love Nest)
  • 1951: (Let's Make It Legal)
  • 1951: (Hometown Story)
  • 1951: (As Young As You Feel)
  • 1952: (O Henry's Full House)
  • 1952: Liebling, ich werde jünger
  • 1952: Vor dem neuen Tag (Clash By Night)
  • 1952: Wir sind gar nicht verheiratet (We're Not Married)
  • 1952: Versuchung auf 809 (Don't Bother To Knock)
  • 1953: Niagara (Niagara)
  • 1953: Blondinen bevorzugt (Gentlemen Prefer Blondes)
  • 1953: Wie angelt man sich eine Millionär? (How To Marry A Millionaire)
  • 30. April 1954: Fluss ohne Wiederkehr
  • 6. November 1954: Rhythmus im Blut
  • 1955: Das verflixte 7. Jahr (The Seven Year Itch)
  • 31. August 1956: Bus Stop
  • 1957: Der Prinz und die Tänzerin (The Prince And The Showgirl). Auch Produzentin
  • 30. März 1959: Manche mögen's heiß
  • 5. Oktober 1960: Machen wir's in Liebe
  • 1. Februar 1961: Nicht gesellschaftsfähig
  • 1962: (Something's Got To Give) (unvollendet)
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