Marlene Dietrich ?
* 27. Dezember 1901 in Berlin-Schöneberg, Deutschland, als Marie Magdalena Dietrich • ? 6. Mai 1992 in Paris, Frankreich • Schauspielerin • Biographie • Oscars • Filmographie •
Marlene Dietrich Biographie Marlene Dietrich war die Tochter des Polizeileutnants Louis Dietrich, der starb als sie zehn Jahre war. Ihre Mutter heiratete den Oberst Eduard von Losch, der 1916 im Krieg fiel. Marlene wurde streng konservativ erzogen.

Sie besuchte die Auguste-Victoria-Schule in Berlin-Charlottenburg und machte 1918 ihr Abitur. 1919 bis 1921 erhielt sie eine Musikaubildung in Weimar und Berlin. Sie machte sich Hoffnungen auf eine Konzertkarriere als Violinistin, musste die Ausbildung aber wegen einer Sehnenentzündung aufgeben. Stattdessen studierte sie Schauspielerei in der Max-Reinhardt-Schule in Berlin, 1922 debütierte und spielte bis 1929 in einer Reihe von Theaterproduktionen.

Noch während der Ausbildung wurde sie vom Produktionsleiter der Ariel-Filmgesellschaft, Rudolf Sieber, als Statistin verpflichtet. Er heiratete 1924 Marlene, und ein Jahr später wurde Tochter Maria geboren. Die Ehe wurde nie geschieden, aber Sieber und Marlene trennten sich bald, obwohl er Marlene mit der Tochter auch in Hollywood besuchte.

Der in den USA schon erfolgreiche Wiener Regisseur Josef von Sternberg entdeckte Marlene auf der Bühne in Berlin und besetzte sie sofort als Vamp Lola-Lola in seiner Heinrich Mann-Verfilmung Der blaue Engel. Der Film wurde auch in einer englischen Fassung gedreht und machte Marlene zu einem internationalen Star. In Hollywood drehte sie weiter im Team mit von Sternberg - sechs der ersten sieben US-Filme entstanden unter seiner Regie.

Die Verwandlung war total: aus dem pummeligen Tingelmädchen Lola stilisierte von Sternberg nun den eigentlichen Glamour-Star Marlene Dietrich, die Antwort der Paramount auf MGMs göttliche Greta Garbo: schlank, sinnlich, geheimnisvoll, mit hohen Wangenknochen und leidendem Augenaufschlag. Ihr Auftritt in Die blonde Venus in einem Männeranzug wurde eine Art Markenzeichen und verlieh dem Sexsymbol Dietrich in ihrer selbstbewußten Unabhängigkeit einen schillernd bisexuellen Charakter.

Durch die enge Zusammenarbeit mit von Sternberg kam es zu Gerüchten über ein privates Verhältnis der beiden. In einem Prozess warf von Sternbergs Ehefrau Marlene Dietrich vor, die Ehe zerrüttet zu haben. Marlene gewann den Prozess. Aber die Teamarbeit von Sternberg / Dietrich zahlte sich an der Kinokasse nicht mehr aus, und Marlene machte in der Folge Filme mit anderen Regisseuren und in anderen Genres z. B. Der große Bluff.

Die Nazis versuchten, Marlene mit lukrativen Versprechungen nach Deutschlnd zurückzuholen. Sie lehnte ab, wurde 1937 US-Bürgerin und setzte sich im zweiten Weltkrieg als Truppenbetreuerin an der Front unter Lebensgefahr für die Sache der Allierten ein. Sie machte Propaganda-Sendungen gegen die Nazis in deutscher Sprache.

In den 40er Jahren hatte sie eine leidenschaftliche Affäre mit Jean Gabin, ihrem Partner in Martin Roumagnac. Auch der berühmte Autor Erich Maria Remarque war zeitweilig ihr Lebensgefährte.

Als in den 50ern die Filmangebote spärlicher wurden begann Marlene einen Konzertzyklus mit unsterblichen Evergreens (Die fesche Lola, Lili Marlen, Sag mir, wo die Blumen sind), die sie 1953 von Las Vegas zum Broadway, nach London, in die UDSSR, zurück nach Berlin und bis Australien führte. Ihre Programme wurden auch fürs Fernsehen aufgezeichnet.

1972 erhielt sie die Medaille der Freiheit der US-Frontkämpfervereinigung sowie das Kreuz der französischen Ehrenlegion.

1975 stürzte sie auf der Bühne, erlitt einen Schenkelhalsbruch und musste ihre Auftritte einstellen. 1979 zog sie sich völlig zurück, gestattete aber Maximilian Schell 1984 stundenlange Tonbandinterviews, die er in dem skurilen Porträtfilm Marlene verwendet. Zwei Autobiographien erschienen 1962 und 1979.


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