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BiographieMarlon Brando wurde 1924 in Nebraska als jüngstes von drei Kindern geboren. Marlon war der Bruder der Schauspielerin Jocelyn Brando, die zusammen mit ihm in The Ugly American (1963) und The Chase (1966) spielte. Der Name Brando stammt aus dem Niederländischen und hieß ursprünglich Brandeis.
Da seine Eltern alkoholkrank waren, wurde er oft allein gelassen. Vielleicht galt Marlon Brando deshalb als ein ungestümer großsprecherischer Bursche, der aber bereits in der Schule Talent zum Schauspielen zeigte, allerdings kannte er keine Disziplin und änderte Texte und Sinnzusammenhänge. Seine ersten Theatererfahrungen sammelte Marlon Brando in der Schule an der "Shattuck Militärakademie" in Faribault, Minnesota, ehe er 1943 nach New York kam. Hier erhielt er unter der Anleitung von Stella Adler zum ersten Mal Schauspielunterricht. Er täuschte dann eine Knieverletzung vor, um den Militärdienst zu vermeiden. Er folgte dann dem Rat seiner Schwester Jocelyn und schrieb sich am "Erwin Piscators Dramatic Workshop" der "New School of Social Reserch" ein. Nach dem Besuch des berühmten "Actors Studios" von Lee Strasberg in New York debütierte Marlon Brando 1944 mit bemerkenswertem Erfolg am Broadway in dem Stück "I Remember Mama". Schon bald gelang ihm der Durchbruch als Theaterschauspieler. Am 3. Dezember 1947 war die Broadway-Premiere von Tennessee Williams Bühnenstück Endstation Sehnsucht unter der Regie von Elia Kazan. Marlon Brando spielte den Stanley Kowalski - und wurde zum Bühnenstar. Das Bühnenstück wurde rund drei Jahre später von Elia Kazan verfilmt, Marlon Brando erhielt den Zuschlag für die Rolle, die er auch auf der Bühne darstellte, seine Filmpartnerin war Vivian Leigh als Blanche. Der Film wurde ein Welterfolg und leitete die internationale Filmkarriere von Marlon Brando ein. Elia Kazan ist es auch, der ihn früh mit den anderen Rebellen des jungen US-Kinos zusammenbringt, so mit Fred Zinnemann und Joseph L. Mankiewicz. Die Filme über menschliche Leidenschaften von Elia Kazan und anderen Regisseuren und die Rebellentypen, die der 1,78 Meter große Marlon Brando dort meist verkörperte, wurden zum Symbol einer ganzen Stilrichtung des US-Filmes der fünfziger Jahre und prägten maßgeblich den Typus der "Halbstarken" auch in Deutschland. Anfang der fünfziger Jahre übernahm er die Hauptrolle als mexikanischer Revolutionsführer Emiliano Zapata in Viva Zapata (1952), für den wunderbar zynischen Marc Anton in Joseph L. Mankiewicz' Drama Julius Caesar (1953) wurde er - zum zweitenmal nach Endstation Sehnsucht - für den Oscar nominiert, den er dann für die Rolle des Terry Malloy in Elia Kazans Inszenierung von Budd Schulbergs Theaterstück Die Faust im Nacken (1954) erhielt. Produzent Sam Spiegel brauchte viel Überredungskunst, um Marlon Brando für die Rolle in Die Faust im Nacken zu verpflichten, denn der eigenwillige Star wollte nicht mehr mit Elia Kazan zusammen arbeiten, weil dieser im McCarthy-Ausschuss angebliche Kommunisten in der Branche denunziert hatte. Übrigens wäre Frank Sinatra die alternative Besetzung für diese Rolle gewesen! Glänzend war Marlon Brando auch als Motorradrebell in Der Wilde (1953). Nachdem er vier Jahre in Folge nominiert worden war, erhielt er 1954 einen Oscar als bester Hauptdarsteller für seine Leistung in Elia Kazans Drama Die Faust im Nacken. Nach der Komödie Das kleine Teehaus (1956) und weiteren Rebellenrollen wie in Die jungen Löwen (1958) und dem melodramatischen Western Der Besessene (1961), bei dem er auch selbst eindrucksvoll, aber erfolgslos Regie führte, war Marlon Brando 1962 in der Rolle des Anführers der Meuterer in Meuterei auf der Bounty zu sehen. Seine Darstellung des Fletcher Christian ließ ihn dann auch schnell zum Star der inzwischen nachgewachsenen Zuschauergeneration werden. In den sechziger Jahren spielte er u. a. in Charlie Chaplins Komödie Die Gräfin von Hongkong (1966) an der Seite von Sophia Loren. Danach folgte eine Durststrecke. Nach vielen Skandalen, Erfolgen und Misserfolgen gelang ihm 1972 wieder ein Film, für den er erneut einen Oscar bekam: Für die Darstellung des Don Vito Corleone in Francis Ford Coppolas Mafiafilm Der Pate (1972) wurde er erneut mit einem Oscar bedacht, den er jedoch ablehnte, um gegen die gesellschaftliche Repression der Indianer zu protestieren. Ursprünglich sollte Burt Reynolds die Rolle des Sonny Corleone spielen, Marlon Brando wünschte sich aber James Caan. Marlon Brando bekam seinen Willen! Mit dem wegen seiner drastischen sexuellen Thematik skandalträchtigen und umstrittenen Film Der letzte Tango in Paris (1973) unter der Regie von Bernardo Bertolucci kehrte Marlon Brando ins Fach des Tragischen und Tragikomischen zurück. Es folgte Arthur Penns ungewöhnlicher Western Duell am Missouri (1975), in dem er als Gegenspieler von Jack Nicholson einen brutalen Killer spielte. In Francis Ford Coppolas beklemmendem Vietnamepos Apocalypse Now (1979) brillierte Marlon Brando als psychopathischer Colonel. In den folgenden Jahren zog er sich allerdings immer mehr vom Filmgeschäft zurück. In den achtziger Jahren agierte er in dem wenig erfolgreichen Kriminalfilm Die Formel (1980) und dem beeindruckenten Polit-Thriller Die weiße Zeit der Dürre (1989), der sich kritisch mit der Apartheidpolitik in Südafrika auseinandersetzt und für den er wieder eine Oscar-Nominierung (diesmal als Bester Nebendarsteller) erhielt. Seit 1966 war Marlon Brando Eigentümer der kleinen Insel Tetiaroa im Pazifischen Ozean, auf die er sich zeitweise völlig zurückzog. In den 90er Jahren legte er sich häufig mit der Presse an und war für hohe Gagen in vorwiegend kleinen Rollen zu sehen. 1995 gelang dem inzwischen sehr fülligen, aber mimisch immer noch meisterhaften Schauspieler ein Comeback als väterlicher Psychiater in der intelligenten Psychiatrieposse Don Juan DeMarco an der Seite von Faye Dunaway und Johnny Depp. Es folgte die Titelrolle in John Frankenheimers Remake DNA - Die Insel des Dr. Moreau (1996, nach einem Roman von H. G. Wells), einem Film über einen Wissenschaftler der mit Hilfe von Genmanipulationen "Tiermenschen" erzeugt, und der Part des McCarthy in Johnny Depps Regiedebüt The Brave (1997). So manche Rollen hat er aber auch abgelehnt. So lehnte er u. a. das Remake von Jean Renoirs Drama "Bestie Mensch" ab, in dem später Glenn Ford unter der Regie von Fritz Lang spielte, und schließlich lehnte er die Hauptrolle in George Cukors Melodram "Ein neuer Stern am Himmel" ab, weil er nicht im Schatten von Judy Garland stehen wollte. Seinen Part übernahm dann James Mason. Nach dem großen Erfolg mit Julius Caesar wollte MGM mit Marlon Brando und Ava Gardner Georbe Bernhard Shaws Theaterstück "Antonius und Cleopatra" oder William Shakespeares Drama "Romeo und Julia" mit Marlon Brando und Pier Angeli drehen, und schließlich lehnte Marlon Brando auch Joseph L. Mankiewicz' Vorschlag ab, mit ihm und Maggie Smith William Shakespeares Bühnenstück "Macbeth" zu verfilmen. Marlon Brando war vom 11. Oktober 1957 bis zum 22. April 1959 mit Anna Kashfi verheiratet, mit der er ein Kind hatte. Vom 4. Juni 1960 bis 1961 (geschieden?) oder 1968 (annunliert?) war er mit der Schauspielerin Movita Castaneda verheiratet, mit der er zwei Kinder hat. Movita spielte in der Verfilmung Die Meuterei auf der Bounty von 1935 die Rolle der Tehanni. Während der Dreharbeiten zu Meuterei auf der Bounty (1962) lernte er die Schauspielerin Tarita Teripaia (die die Rolle der Miamiti spielte) kennen, die er heiratete, von der er aber ebenfalls wieder geschieden wurde. Mit ihr hatte er zwei Kinder. Längere Zeit war er mit Rita Moreno und Joseanne Marianna Berenger befreundet. Insgesamt hatte er sieben Kinder, fünf von seinen Ehefrauen: Miko, Rebecca, Simon Tehotu, Tarita Cheyenne (die inzwischen Selbstmord begangen hat) und Ninna Priscilla sowie Christian Devi (auch als Gary Brown bekannt) und Stefano (auch als Stephen Blackehart bekannt) aus seinen nicht-ehelichen Beziehungen. Marlon Brando starb am 1. Juli 2004 in einem Krankenhaus in Los Angeles. Autogramm![]()
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