Interview mit Matthias Habich
Matthias Habich Matthias Habich spielt in dem Film Nirgendwo in Afrika

Frage: Was fasziniert Süßkind so sehr an Jettel?

Matthias Habich: Süßkind führt auf seiner Farm in der Fremde ein sehr einsames Leben. Und Jettel ist die einzige Frau in seiner Umgebung, die aus seinem Kulturkreis kommt. Schon alleine deshalb fühlt sich Süßkind sofort zu ihr hingezogen. Für ihn ist sie - ganz pragmatisch gesehen - die einzige weibliche Person in der Wildnis, die eine Anziehungskraft auf ihn ausübt.

Frage: Welchen Begriff von Heimat haben Sie persönlich?

Matthias Habich: Ich bin nicht so sehr an meine Heimat gebunden. Für mich stellt Heimat keine Beschwernis dar, wie es etwa bei Walter Redlich im Film der Fall ist.

Frage: Welchen Eindruck haben die Dreharbeiten in Kenia und das Land bei Ihnen hinterlassen?

Matthias Habich: Die Dreharbeiten in Kenia waren für uns alle, die wir mitgewirkt haben, ein großes Abenteuer. Es war eine unglaubliche Chance, das Land, eingebunden in die Arbeit und nicht als Tourist, kennen zu lernen. An meinen drehfreien Tagen hatte ich Zeit, Safaris zu unternehmen und Land und Leute ein wenig kennen zu lernen. Gleichzeitig sammelte ich Eindrücke von den Problemen des Landes. Vor allem der Mangel an Bildungsmöglichkeiten hat mich schockiert, also die Tatsache, dass die meisten Jugendlichen keine Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen und eine Ausbildung abzuschließen. Viele Kinder sind drogenabhängig. Es ist schrecklich zu sehen, wie die Kinder in Nairobi am Straßenrand sitzen und an Klebstoffflaschen schnüffeln. Mein Aufenthalt in Kenia war jedoch zu kurz, um tiefer in die gesellschaftlichen und politischen Probleme Einblick nehmen zu können.

Dirk Jasper FilmLexikon
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