Max von Sydow
* 10. April 1929 in Lund, Schweden, als Carl Adolf von Sydow • Schauspieler, Regisseur • Biographie • Oscars • Filmographie •
Max von Sydow Biographie Max von Sydow kam in der südschwedischen Universitätsstadt Lund als Sohn eines Historikers zur Welt, der ihn schon in frühester Kindheit mit der nordischen Helden- und Sagenwelt vertraut machte. Als Gymnasiast gründete von Sydow junior mit Freunden eine Theatergruppe, die sein Interesse an der Schauspielerei weckte. Max von Sydow erhielt später seine Bühnenausbildung an der Schule des Königlichen Theaters in Stockholm. Dort lernt er Kjerstin Olin kennen, die er 1951 heiratet.

Von 1951 bis 1953 ist er am Städtischen Theater in Norrköping-Linköping, von 1953 bis 1955 in Helsingborg und von 1955 bis 1960 am Stadsteater Malmö unter Ingmar Bergman. 1960 geht er zum Königlichen Theater Stockholm. IM Jahr 1977 debütiert er am Broadway, 1980 tritt er in einer Inszenierung von Shakespeares Sturm am Old Vic in London auf.

Schauspielerfahrung sammelte Max von Sydow zunächst auf der Bühne. Unter Ingmar Bergman spielt er in Tennessee Williams' Drama Die Katze auf dem heißen Blechdach, Ibsens Drama Peer Gynt und Goethes Faust. Seine ersten und zugleich bemerkenswerten Kino-Auftritte hatte er in Alf Sjöbergs Film Rya Rya - Nur eine Mutter (1949) und dem international erfolgreichen Fräulein Julie (1951). Max von Sydow begann seine Filmkarriere auch bei seinem Theater-Regisseur Ingmar Bergman, mit dem er elf international anerkannte Filme drehte, darunter Das Siebente Siegel (1956), Wilde Erdbeeren (1957), Die Jungfrauenquelle (1959), Wie in einem Spiegel (1960), Die Stunde des Wolfs (1966) und Schande (1969).

Gleich sein erster Film unter der Regie von Ingmar Bergman, Das siebente Siegel (1956), wurde für ihn Richtung weisend: Wenn er als Schattenbild vor dem nordischen Abendhimmel überlebensgroß erscheint, läßt sein hager asketischer Gesichtsausdruck das Blut gefrieren. Dieser Ritter Antonius Blok, der von den Menschen zurückgezogen lebt und sich zum letzten Schachspiel mit dem Tod stellt, um dem Leben einen bislang verborgenen Sinn abzuringen, ist eine der großen Filmfiguren des Max von Sydow. Man nannte ihn von nun an einen Bergman-Schauspieler, obwohl er inzwischen Dutzende von anderen Filmen gedreht hat. Hinfort war er sowohl mythischer Held als auch undurchschaubarer Finsterling, Licht- und Schattengestalt, Retter und Verräter.

Der Schwede spielte ebenso vielschichtige wie eigenwillige Rollen. Seit 1964 ist Max von Sydow auch in US-Filmen zu sehen. In dem Monumentalfilm Die größte Geschichte aller Zeiten (1964) spielte Max von Sydow - krass fehlbesetzt - unter der Regie von George Stevens die Rolle des Jesus Christus. Später stellt er aber meist düstere oder zwielichtige Personen dar. Oft ist er auch ein von Seelenpein gebeutelter Unglücklicher, dem Wahnsinn nahe.

Es folgten Rollen in John Hustons Film Brief an den Kreml, William Friedkins Blockbuster Der Exorzist (1973), Sydney Pollacks Thriller Die drei Tage des Condors (1974), Woody Allens Hannah und ihre Schwestern (1985) und Wim Wenders' Drama Bis ans Ende der Welt (1987/91).

Weiterhin besetzte er die Hauptrolle in Pelle, der Eroberer, der 1988 den Oscar als bester ausländischer Film erhielt, Max von Sydow selbst wurde als Bester Hauptdarsteller nominiert. Ebenso war Sydow in dem dreiteiligen Fernsehfilm Radetzkymarsch von Axel Corti nach dem Roman von Joseph Roth zu sehen. Außerdem wirkte der Schauspieler im Jahr 1994 in der Stephen King-Verfilmung In einer kleinen Stadt mit.

Sehr großen Eindruck machte Max von Sydows Rolle als Psychotherapeut in der Bühnenproduktion Duett für Zwei, die auch verfilmt wurde. 1987 drehte er unter eigener Regie den Film Katinka. In den 80er und 90er Jahren übernimmt er auch vielerlei Rollen im Fernsehen.

Neben seiner Oscar-Nominierung erhält Max von Sydow zahlreiche Auszeichnungen. 1988 erhält er für Pelle der Eroberer den europäischen Filmpreis Felix. Für seine TV-Rolle als der umstrittene Nobelpreisträger Hamsun (1996) unter der Regie von Jan Troell erhält er zum dritten Mal den Guldbagge. Im gleichen Jahr spielt er bei Bille August in dem Kinofilm Jerusalem.

1996 ließ er sich von seiner ersten Ehefrau Kjerstin Olin scheiden, mit der er seit 1953 verheiratet war. Seit April 1997 ist er mit Cathrine Brelet verheiratet.


Oscars
Filmographie
Dirk Jasper FilmLexikon
© 1994 - 2010 Dirk Jasper