Mel Gibson
* 1956 in Peekskill, New York, USA • Schauspieler, Produzent • Biografie • Oscars® • Filmografie • Adressen: Shanahan Management Pty. Ltd., 72 Queen Street, Woollahara, NSW 2025, Australien • Ed Limato, Crative Artists Agency, 9830 Wilshire Boulevard, Beverly Hills, CA 90212, USA •
Mel Gibson Biographie Rotzfrecher Actionheld, Prügelknabe und Trinker - so begann Mel Gibson seine Karriere. Inzwischen ist der Mann, den das Magazin People 1995 zum Sexiest Man Alive wählte und der auch heute noch den Puls der Frauen zum Rasen bringt, ruhiger geworden. Das Trinken hat der gebürtige Amerikaner auf Geheiß seiner Gattin aufgegeben, und die Fäuste läßt er fast nur noch im Film fliegen. Der siebenfache Familienvater ist strenggläubiger Katholik, erklärter Abtreibungsgegner, und Feminismus hält er für Schwachsinn. Extrem schlichte Ansichten, selbst den Papst bezeichnet er als Weichei, und sein loses Mundwerk bescherte ihm nicht nur einmal Ärger. Seinem Erfolg tut dies allerdings keinen Abbruch.

Kopfgeld ist Mel Gibsons erster Film als Regisseur seit seinem erfolgreichen Meisterwerk Braveheart aus dem Jahr 1995. Das Heroische Historienepos über den schottischen Freiheitskämpfer William Wallace, von Hauptdarsteller Gibson überdies inszeniert und produziert, wurde für zehn Oscars nominiert und gewann davon fünf - unter anderem für den besten Spielfilm und die Beste Regie.

Für seine Mammutleistung in Braveheart wurde Gibson überdies mit dem Preis für Regie von der Broadcast Film Critics Association und einem Special Achievement in Filmmaking Award vom National Board of Review ausgezeichnet und bei der NATO/ShoWest als Regisseur des Jahres geehrt. In Deutschland begesterten sich mehr als zwei Millionen Zuschauer für den Film.

Mel Gibson wurde als sechstes von elf Kinder in Peekskill im Staat New York geboren. 1968 gewann Mels Vater, ein Zugführer, der später Bücher über den Katholizismus schrieb, in der TV-Show Jeopardy 21000 Dollar. Daraufhin wanderte die Familie von New York nach Australien aus. In Sydney kam der zwölfjährige Mel auf ein katholisches College mit harten Erziehungsmethoden. Zunächst wollte der Teenager Priester werden, seine Schwester durchkreuzte diese Pläne. Heimlich schickte sie seine Bewerbung an das National Institute für Dramatic Art an der University of New South Walles in Sydney. Und siehe da: Die Schauspielschule fand Gefallen an dem jungen Mann mit den umwerfend blauen Augen. Dort spielte er erste Theaterrollen, unter anderem in Tod eines Handlungsreisenden und an der Seite von Judy Davis in Romeo und Julia.

Von nun an ging es steil bergauf: Bereits 1977 noch während seines Studiums gab er sein Debüt in dem Low-Budget-Road-Movie Summer City. Nach seiner Abschlußprüfung fiel er Filmregisseur George Miller auf, der den 23jährigen in der Titelrolle des Actionklassikers Mad Max besetzte - es wurde einer der erfolgreichsten, die je in Australien gedreht wurden und machte ihn zum Star. Der Film bescherte Mel Gibson auch den internationalen Druchbruch. In Tim - Kann das Liebe sein?, der Geschichte eines geistig behinderten Gelegenheitsarbeiters, der mit seiner wesentlich älteren Arbeitgeberin eine Beziehung eingeht, überzeugte er erstmals als Charakterdarsteller.

Die Rolle brachte Gibson einen Preis als bester Schauspieler vom Australien Film Institute ein. Mit den Fortsetzungsfilmen Mad Max - Der Vollstrecker und Mad Max - Unter der Donnerkuppel festigte Mel Gibson seinen Ruf als Action- und Kultstar. Zu seinen Lieblingsarbeiten zählt der Schauspieler jedoch Gallipoli, Peter Weirs bewegende Beschreibung einer Schlacht im Ersten Weltkrieg, für die er vom Australian Film Institute erneut als bester Schauspieler ausgezeichnet wurde.

Im folgenden Jahr arbeitete Gibson erneut mit Peter Weir zusammen: Ein Jahr in der Hölle wurde weltweit von Kritik und Publikum beklatscht und ebnete dem aufstrebenden Star den Weg nach Hollywood. 1984 war es soweit: In Menschen am Fluß gab er sein US-Debüt. Die Bounty, Flucht zu dritt, die sensationell erfolgreiche Lethal Weapon-Trilogie, Tequila Sunsrise, Ein Vogel am Drahtseil und Air America folgten in schneller Abfolge und etablierten Gibson als einen der erfolgreichsten Schauspieler der Gegenwart.

1990 zeigte sich der Actiondarsteller von einer ganz anderen Seite. Mit der Hauptrolle in Franco Zeffirellis Verfilmung von Hamlet erfüllte sich Gibson einen langgehegten Traum und stellte überdies seine Produktionsfirma Icon Productions vor. Die Rolle des tragischen Dänenprinzen brachte ihm den William-Shakespeare-Preis des Folger Theatre in Washington D. C. ein.

Zwei Jahre später lieferte der Frauenschwarm seine erste Regiearbeit ab: Der Mann ohne Gesicht. Anscheinend hatte Mel Blut geleckt, und er wagte sich an das Mammut-Projekt Braveheart (1995). In dem aufwendigen Epos über den schottischen Freiheitskämpfer William Wallace übernahm er den Part des Regisseurs, Produzenten und Schauspielers. Die Mühe lohnte sich: Das Schlachtenspektakel wurde mit insgesamt fünf Oscars ausgezeichnet, davon einer für den Besten Film und einer für die Beste Regie.

Auf die Frage, ob sich Mel bald ganz hinter die Kamera zurückziehen will, antwortete er in seiner unverblümten Art: "Ich will ja nicht als alter Mann Werbespots für Mittel gegen Hämorrhoiden drehen." dass Mr. Gibson nur noch Regie führt, müssen die Fans also nicht befürchten. Als nächstes Regieprojekt ist das Remake von Françoise Truffauts Sci-fi-Thriller Fahrenheit 451 geplant.

1996 produzierte Icon das Remake des Klassikers Anna Karenina mit Sophie Marceau und Sean Bean in den Hauptrollen.

Weil der Schauspieler während der Dreharbeiten nicht auf seine Familie verzichten will, reist diese im Kleinbus hinterher. Wenn es einmal nichts zu tun gibt, lebt der Opernliebhaber mit Ehefrau Robyn und den sechs Kindern in seinem Haus am Pazifik oder auf der Rinderfarm in Australien. Dort sammelt der schöne Mel dann wieder neue Energie für den nächsten Film ...


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