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Biographie
Michael Pilz wurde 1943 in
Gmünd, Niederösterreich geboren. Seit 1954 widmet er sich
der Photographie, wenig später begann er zu filmen. Zwischen
1972 und 1978 erstellte er Konzepte, Drehbücher und Filme
für verschiedene Fernsehgenres.
Seit 1975 ist Michael Pilz als
Produzent tätig und wurde ein Jahr später zum
Mitbegründer des "Syndikats Österreichischer
Filmschaffender". 1990/92 war Michael Pilz für das
Konzept und die Realisation der "StadtFilmWerkstatt St.
Pölten" verantwortlich.
Er trat sowohl mit
Gastvorträgen, Seminaren und Workshops im Bereich
Filmästhetik und experimentelles Gestalten in Erscheinung als
auch durch zahlreiche Publikationen und Beteiligungen an
Installationen, Ausstellungen und internationalen
Festivals.
Der österreichische Filmemacher
Michael Pilz begann bereits im Alter von 15 Jahren, auf 8 mm
und Super 8 zu drehen. Es waren für ihn experimentelle
Versuche, eine eigene Sprache zu finden. "Es war faszinierend
für mich, und es gibt sicher Gründe, die mich dazu
gezwungen haben, Filme oder Bilder zu machen. Weil ich, so sage ich
heute, keine andere Möglichkeit fand, mit Menschen umzugehen,
ihnen näher zu kommen und sie näher an mich
heranzulassen."
1980 bis 1983 entstand sein
Hauptwerk Himmel und Erde, die fast fünfstündige
Beschreibung der Menschen und ihres archaischen Lebens in einem
kleinen Bergdorf in der Steiermark. "Ich wollte keinen sogenannten
Dokumentarfilm machen, wo man vornehmlich den Blick nach außen
richtet. Ich wollte direkter und persönlicher reden. Deswegen
komme ich auch im Film vor, im Bild und auch im Ton. In den
Reaktionen darauf habe ich gemerkt, dass es richtig war, von der
Tradition des Dokumentarfilms etwas abzugehen."
Dem Film Himmel und Erde hat
Michael Pilz ein Wort von Laotse vorangestellt: "Nimm das,
was vor dir ist, so, wie es ist, wünsch es dir nicht anders,
sei einfach da." Beim Filmen heißt das für Michael
Pilz, die Technik und die Mittel des Austauschs vergessen, so
dass passieren kann, was passiert. "Wie bei gewissen freien Formen
des Tanzens oder des Musizierens oder wenn man lange geht. Wo man
vergisst, dass man geht. Man geht nur. Es ist einfach eine Energie
da. Beim Filmen sind das dann die Momente, wo ich selbstvergessen
filme. Die Kamera existiert nicht und ich existiere in der
üblichen Form auch nicht. Es ist ein Fließen von
Energie."
Fern der Stadt und der Hektik des
modernen Daseins führen die Bewohner des kleinen Bergdorfes
Sankt Anna in der Steiermark in 1.400 Metern Höhe ein karges,
geradezu archaisches Leben, das geprägt ist von harter Arbeit
und der ständigen Auseinandersetzung mit einer unwirtlichen
Natur. Als Gemeinschaft sind sie isoliert, als Individuen
vereinzelt.
Sie sind bestimmt durch Ackerbau und
Viehzucht: Tätigkeiten, die sie verrichten, um zu leben und zu
überleben. Es sind knorrige, aufrechte und gläubige
Menschen, die nicht viele Worte verlieren. Sie sprechen mit den
Tieren und schweigen unter Menschen. Der Tagesablauf wird von der
Arbeit bestimmt, die mühselig ist, Kraft und Ausdauer verlangt
und geduldig verrichtet wird.
Der Filmemacher Michael Pilz
hat für seinen Film Himmel und Erde diese Menschen
aufgesucht, Monate mit ihnen gelebt und ihr Vertrauen gewonnen. In
dreijähriger Arbeit hat er schließlich einen fast
fünfstündigen Film gedreht und geschnitten, der sich den
Rhythmus dieses Lebens zueigen macht und mit großer Geduld die
Dorfbewohner, ihren Alltag und die Landschaft, in der sie leben,
beobachtet und ernst nimmt - aufmerksam, neugierig, voller Respekt
vor der Zeit, der Langsamkeit der Gesten und der oft
unverständlichen Sprache.
Gezeigt wird das Pflügen der
steinigen Felder mit Ackergaul und handgemachter Egge, das
Schlachten eines Schweins, das Fegen der Stube. Michael Pilz
ist ein poetischer Filmessay gelungen, der frei ist von jeder
soziologischen Überheblichkeit und mit dem Beharren auf der
Beobachtung kleinster Momente trotz und gerade wegen seiner Askese
eine kontemplative und suggestive Wirkung entfaltet. "Nimm das, was
von dir ist so, wie es ist, wünsch es nicht anders, sei
einfach da." Das Wort Laotses, dem Film vorangestellt, spiegelt
Inhalt und Arbeitsweise der dokumentarischen Betrachtung von
Michael Pilz wider.
Das wichtigste Werkzeug des
Kunstschaffenden ist die sensible und differenzierte Wahrnehmung
der Welt. Dem österreichischen Bildhauer Karl Prantl sind
aufmerksames Horchen und Schauen Grundvoraussetzungen für die
kreative Auseinandersetzung mit seiner Umgebung. Michael
Pilz gibt in seinem Dokumentarfilm Karl Prantl - Der Lauf
des Wassers Einblick in die Gesinnung und innere Haltung Karl
Prantls und bedient sich dabei ähnlicher gestalterischer
Prinzipien wie der Künstler selbst.
Michael Pilz war nicht daran
interessiert, den Bildhauer zu porträtieren. Er wollte mit den
Mitteln seines eigenen Mediums - Film und Video - so arbeiten wie
Kartl Prantl mit dem Stein und versuchen, seiner Auffassung vom
Leben und von der Kunst näher zu kommen.
Der Lauf des Wassers, das bedeutet
"ohne Zwang zu handeln" und "sich in Harmonie mit dem Lauf der
Natur zu bewegen". Soweit es das Filmemachen betrifft, bedeutet es
für Michael Pilz im "Hier und Jetzt" zu sein,
fünfundzwanzigmal in der Sekunde.
Michael Pilz übernimmt
bei den meisten seiner Filme die Kamera und Montage selbst. In den
letzten Jahren hat Michael Pilz viele seiner Filme auf Video
gedreht, die er häufig in Museen und Galerien
zeigt.
Filmografie
- 1977: Franz Grimus
- 1979/1982: Himmel und
Erde
- 1986/1988: Karl Prantl - Der Lauf
des Wassers
- 1986/1989: 80cm 5t
- 1987/1990: Feldberg
- 1991/1993: State of
Grace
- 1993/1995: Prisyadim Na
Dorozhku
- 1998: Exit only
- 1996/1998: Bridge to
Monticello
- 1988/1999: Pieces of
Dreams
- 1995/1999: Da Capo Al
Fine
- 2000: Indian Diary - Days At Sree
Sankara
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