Michael Radford

* 24. February 1946 in Neu-Delhi, Indien • Regisseur, Drehbuchautor, Produzent • Biographie • Interviews • Oscars • Filmografie • Discografie • Adresse: •

Biographie Michael Radford ist in der indischen Metropole Neu-Delhi geboren, als Sohn eines englischen Vaters und einer österreichischen Mutter. Er wuchs vornehmlich im Nahen Osten auf, weil sein Vater dort in der britischen Armee diente.

Die wichtigsten Stationen seiner Ausbildung waren die Bedford School und das Worcester College in Oxford. Nachdem er einige Jahre lang in Edinburgh als Lehrer gearbeitet hatte, ging er an die National Film School, war einer der ersten 25 Studenten der gerade erst gegründeten Ausbildungsstätte.

Nach seinem Abschluss 1974 drehte Michael Radford einige Dokumentarfilme, die meisten davon für die BBC. Dazu zählen etwa The Madonna and the Volcano (ausgezeichnet mit dem Grand Prix Nyon 1976) und Last Stronghold of the Pure Gospel. 1980 inszenierte er für BBC Scotland mit The White Bird Passes seinen ersten TV-Film, adaptierte dabei selbst Jessie Kessons Romanvorlage.

Der Erfolg dieses Projekts führte schließlich dazu, dass er das Drama Zu einer anderen Zeit ("Another Time, Another Place, 1983) schreiben und inszenieren konnte. Es war einer der ersten Filme, die Channel 4 für den Kinoeinsatz produzierte. Er wurde 1983 ausgewählt für die Reihe 'Quinzaine des Realisateurs' beim Filmfestival in Cannes und schließlich bei weiteren Festivals rund um den Globus mit insgesamt 15 wichtigen Preisen prämiert. Der große Erfolg dieses Films bei den Kritikern startete Michael Radfords Filmkarriere.

Mit seinem nächsten Film 1984 adaptierte er George Orwells gleichnamige klassischen gleichnamigen Roman. Der auch 1984 in die Kinos gebrachte, mit John Hurt und Richard Burton besetzte Film wurde in den Kategorien Bester Film und Bester Darsteller jeweils mit einem 'Evening Standard British Film Award' ausgezeichnet, erhielt darüber hinaus eine Vielzahl weiterer internationaler Preise.

1987 folgte Michael Radfords nächster Film, das mit Joss Ackland und Greta Scacchi besetzte Kolonialdrama Die letzten Tag in Kenia ("White Mischief", 1987). Obwohl heute als Kultfilm weltweit anerkannt, war Die letzten Tag in Kenia bei seinem Start ein kommerzieller Misserfolg und verantwortlich dafür, dass Michael Radfords die nächsten sechs Jahre keinen weiteren Film drehen konnte. Während dieser Zeit lebte er zunächst in Frankreich, dann in Italien, schrieb Drehbücher und inszenierte Werbespots.

Seine langjährige Freundschaft mit dem italienischen Schauspieler Massimo Troisi führte zu seinem nächsten Regieprojekt, zu dem er auch das Drehbuch schrieb. Der Postmann war der erste italienische Film, den ein Engländer inszenierte, entwickelte sich zu einem der kommerziell erfolgreichsten fremdsprachigen Filme aller Zeiten, wurde für fünf Oscars® nominiert, darunter für Beste Regie und Bestes Drehbuch, und gewann schließlich über 35 internationale Preise, darunter jeweils einen BAFTA Award für Bester Regisseur und Bester Fremdsprachiger Film. Der Film entstand allerdings unter denkbar tragischen Umständen, denn Massimo Troisi lag während der Dreharbeiten im Sterben und erlebte den großen Erfolg des Films selbst nicht mehr.

Nach Il Postino - Der Postmann war Michael Radford Koautor und Regisseur des romantischen, mit Asia Argento und Rupert Everett besetzten Thrillers B. Monkey (1998), inszenierte im Anschluss daran Dancing at the Blue Iguana (2000), einen improvisierten Film, der in den Strip Clubs von Los Angeles spielt. Zum prominenten Schauspielerensemble gehörten unter anderem Daryl Hannah, Jennifer Tilly und Elias Koteas. Hannah spielte unter Michael Radfords Regie in London auch in einer erfolgreichen Wiederaufführung des Klassikers Das verflixte 7. Jahr ("The Seven Year Itch").

Darüber hinaus inszenierte Michael Radford zusammen mit acht anderen, international bekannten Regisseuren das Kurzfilmprojekt Ten Minutes Older: The Cello (2002). Der Film und damit auch Michael Radfords Sci-Fi-Beitrag Addicted to the Stars mit Daniel Craig in der Hauptrolle feierte seine Premiere bei den Filmfestspielen von Venedig 2002. Zuletzt führte Michael Radfords Regie bei der südamerikanischen Version von Alessandro Bariccos Novecento, die er mit dem chilenischen Schauspieler Héctor Noguera auf der Bühne in Santiago de Chile inszenierte.


Oscars
Filmografie
  • 1967: Der Tag, an dem die Fische kamen (The Day the Fish Came Out / GR: Otan ta psaria vgikan sti steria). Rolle: Tourist
  • 13. März 1970: TV-Serie: (Randall and Hopkirk (Deceased); Episode 1.26: "The Smile Behind the Veil". Darsteller
  • 1976: TV-Serie: (Ripping Yarns). Roll: Fotograf
  • 1977: (Love Is Like a Violin). Produzent
  • 1980: TV-Film: (The White Bird Passes). Regie
  • 1983: Zu einer anderen Zeit (Another Time, Another Place). Drehbuch. Regie
  • 1984: 1984 (Nineteen Eighty-Four), Drehbuch. Regie
  • 1987: Die letzten Tage in Kenya (White Mischief). Drehbuch. Regie
  • 1993: TV-Serie: (Homicide: Life on the Street; Episode: "Justice: Part 1"). Regie
  • 1994: Der Postmann
  • 12. November 1998: B. Monkey
  • 2000: (Dancing at the Blue Iguana). Produzent. Drehbuch. Regie
  • 2002: Ten Minutes Older: The Cello (Ten Minutes Older: The Cello). Regie
  • 3. Dezember 2004: Der Kaufmann von Venedig
Oscar
Michael Radford
Filmplakat
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