Michelangelo Antonioni
* 29. September 1912 in Ferrara, Italien • Regisseur • Biographie • Oscars • Filmografie •
Michelangelo Antonioni Biographie Michelangelo Antonioni wurde in Italien geboren. Sein Vater war Gutsbesitzer. Er schloß 1935 ein Studium der Ökonomie an der Universität Bologna ab, das ihn aber nicht sonderlich interessierte.

Bereits während des Studiums schrieb er Komödien und bildete eine Theatergruppe. Nach Studienabschluß arbeitete er in einer Bank und entschloß sich 1939, nach Rom umzuziehen, um dort für zwei Jahre am Centro Sperimentale di Cinematografia zu studieren. Er schrieb Filmkritiken und hatte Gelegenheit ab 1942 als Ko-Regisseur zu arbeiten, unter anderem für Roberto Rossellini. 1943 drehte er seinen ersten Dokumentarfilm Gente del Po, der erst 1947 vollendet wurde. Nach dem Krieg arbeitete er mit Visconti zusammen.

Sein erster Spielfilm Chronik einer Liebe wurde 1950 realisiert, allerdings ohne viel Erfolg 1952 drehte er den Episodenfilm Kinder unserer Zeit und 1953 Die große Rolle. Erst mit Die Freundinnen (1955) gelang ihm sein künstlerischer Durchbruch - er gewann den Silbernen Löwen in Venedig. 1956 lernte er die Schauspielerin Monica Vitti kennen, mit der er Theaterinszenierungen arrangierte. 1959 gründete Antonioni eine kleine Produktionsgesellschaft, mit der er Die mit der Liebe spielen realisierte, ein Film, der einen Wandel in der italienischen Filmgeschichte und in der Karriere Antonionis signalisierte. Er erhielt in Cannes den Spezialpreis der Jury. Von da an hatte Antonioni keine Probleme mehr, seine Filme zu finanzieren.

Es folgten Die Nacht und Liebe 1962, die seinen internationalen Erfolg bestätigten: Der erste erhielt den Goldenen Bären in Berlin, der zweite den Spezialpreis der Jury in Cannes. 1964 erhielt er den Goldenen Löwen für Die rote Wüste. Darauf drehte er in England Blow up, der in Cannes die Goldene Palme gewann. In den USA drehte er 1970 den Kultfilm Zabriskie Point und 1974 Beruf: Reporter. Dazwischen war 1972 ein Dokumentarfilm über China (Antonionis China). Fünf Jahre später realisierte er Das Geheimnis von Oberwald, sein erstes Videoexperiment, das er 1980 in Venedig präsentierte. 1982 erhielt Identifikation einer Frau den Spezialpreis der Jury von Cannes. Nach einigen Kurzfilmen und Videoclips (z. B. Fotoromanza für Gianna Nannini) warf ihn ein Schlaganfall, verbunden mit einer partiellen Aphasie aus dem Arbeitsleben.

Ab 1989 realisierte er einige Kurzfilme und erhielt 1995 in Los Angeles den Oscar für sein Lebenswerk. Seinen Spielfilm Jenseits der Wolken konnte er zusammen mit Wim Wenders realisieren, die Erstaufführung fand auf dem 52. Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica in Venedig statt.


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