Milos Forman
* 18. Februar 1932 in Caslav, Tschechien, als Jan Tomas Forman • Schauspieler, Regisseur • Biographie • Oscars • Filmografie •
Milos Forman Biographie In seinem Leben und mit seiner Arbeit verbindet Regisseur Milos Forman das Beste aus europäischer und US-Filmtradition. Innerhalb seiner bisherigen Karriere wurde er inzwischen mehrfach mit einem Oscar ausgezeichnet. Forman hat dabei internationalen Erfolg erreicht, ohne sich auf ein Genre oder seine Nationalität festlegen zu lassen.

Forman wurde als jüngster von drei Söhnen in Caslav geboren, einer Stadt, die etwa 60 Kilometer von Prag entfernt liegt. Als Forman neun Jahre alt war, wurde er Zeuge, wie seine Eltern von der Gestapo verhaftet wurden. Sie starben beide in Konzentrationslagern. Er wurde von Verwandten und Freunden der Eltern großgezogen.

Während er in einem Internat für Kinder war, deren Eltern im Krieg umgekommen waren, kam er zum ersten Mal mit dem Theater in Berührung. Im Kino interessierten ihn die Komödien von Chaplin und Keaton und die Western von John Ford.

Forman wurde Student der Prager Filmhochschule und studierte gemeinsam mit Ivan Passer. Nach seiner Diplomprüfung schrieb er einige Drehbücher und drehte einige kurze halbdokumentarische Filme. Sein erster Spielfilm entstand 1963, die autobiografisch gefärbte Geschichte eines Teenagers in einer kleinen tschechischen Stadt: Der schwarze Peter. Der Film wurde auf den Festivals von Cannes, Montreal und New York ein Hit und führte zu Formans erster Reise in die USA.

Seine beiden folgenden Filme Die Liebe einer Blondine (1965) und Anuschka - Es brennt, mein Schatz (1967) brachten dem Regisseur weitere internationale Anerkennung.

Als im August 1968 russische Panzer durch Prag fuhren, war Forman gerade in Paris, um über sein erstes US-Spielfilmprojekt zu verhandeln. Er kehrt kurz nach Prag zurück und zog dann nach New York, um dort Taking Off zu realisieren. Der Film wurde der offizielle US-Beitrag zum Cannes Festival 1971. Dort gewann er den Spezialpreis der Jury.

Dann war Forman einer der Regisseure, der an dem Omnibus-Film über die Olympischen Spiele 1972 in München teilnahm. München 1972 drehte Forman das Segment über den Zehnkampf.

1973 kamen die Produzenten Michael Douglas und Saul Zaentz mit Ken Keseys Buch One flew Over The Cuckoo's Nest zu Forman. Sie boten ihm die Regie an. Der fertige Film Einer flog über das Kuckucksnest heimste die fünf wertvollsten Oscars für das Jahr 1975 ein: Bester Film, Bestes Drehbuch, Bester Darsteller, Beste Darstellerin und für Forman noch Beste Regie.

Forman setzte seine Karriere mit der Filmversion des Erfolgs-Musicals Hair (1979) fort. Dann gelang ihm der Coup, James Cagney aus der Pensionierung zu holen und ihm zum Ensemble-Mitglied des Films Ragtime (1981) zu machen.

Neun Jahre nach Einer flog über das Kuckucksnest kam Forman wieder mit Produzent Saul Zaentz zusammen und kehrte in seine Heimat Tschechoslowakei zurück, um dort Amadeus zu realisieren. Wieder gewann Forman den Oscar für Beste Regie. Der Film wurde insgesamt mit acht Oscars ausgezeichnet.

1989 folgte dann Valmont und erst sieben Jahre später sein nächster Film, Larry Flynt - Die nackte Wahrheit, der "nur" Oscar-Nominierungen erhielt.


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Dirk Jasper FilmLexikon
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