Interview mit Moritz Bleibtreu

"Die Geschichte ist wunderbar poetisch."

Moritz Bleibtreu ist einer der erfolgreichsten Schauspieler Deutschlands. In der Tragik-Komödie Luna Papa spielt er einen behinderten Ex-Soldaten, der versucht, die Ehre seiner schwangeren Schwester wieder herzustellen.

Frage: Moritz Bleibtreu, Sie sprechen in Luna Papa nur wenige Sätzen und teilen sich überwiegend durch Körpersprache mit. War das ein Handicap für Sie?

Moritz Bleibtreu: Nein, das war mir von Anfang an klar. Ich hatte im Film sogar mehr Text, als ursprünglich im Drehbuch vorgesehen. Ich spiele sowieso lieber Nebenrollen. Das ist mir durch die Filme klar geworden, in denen ich Hauptrollen hatte. Nebenfiguren zu spielen, ist echter Luxus, die kommen oft viel besser weg als die Hauptdarsteller.

Frage: Franka Potente, Ihre Partnerin aus Lola rennt, spielt inzwischen ihre ersten Hollywood-Rollen. Was sagen Sie dazu?

Moritz Bleibtreu: Das ist klasse! Man darf aber nicht vergessen, dass sie diese Angebote nur wegen Lola rennt bekommen hat und nicht, weil ein Agent sie für eine besonders tolle Schauspielerin hält. So ist das in Hollywood. Das war bei Antonio Banderas und Hugh Grant nicht anders. Die waren auch erst in ihrem eigenen Land erfolgreich, und dann erhielten sie die Einladung nach Hollywood.

Frage: Nach Lola rennt haben Sie sich mit Luna Papa für einen leisen Film entschieden. Was hat Sie an diesem Projekt gereizt?

Moritz Bleibtreu: Bei Luna Papa mussste ich nicht lange überlegen. Es ist das schönste Drehbuch, das ich je gelesen habe. Die Geschichte ist wunderbar poetisch. Und wann hat man schon die Gelegenheit, sich von einem Film nach Tadschikistan entführen zu lassen? Ein Ort, von dem man auf Anhieb nicht mal weiß, wo genau er auf der Karte liegt! Ich wusste sofort, dass ich diesen Film machen will.

Moritz Bleibtreu. Foto: Agentur Players
Filmplakat

Dirk Jasper FilmLexikon

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