Interview mit Ottfried Fischer
"Bier ist eines meiner Lieblingsgetränke."
Ottfried Fischer Ottfried Fischer spielt eine der beiden Hauptrollen in dem TV-Film "Die Dickköpfe", der am 20. und 21. Oktober 2002 um 20.15 Uhr auf Sat.1 gesendet wurde.

Frage: Wie ist Ihr Verhältnis zu Fußball?

Ottfried Fischer: Ich musste als Junge Fußball spielen, weil wir in der Schulklasse nur elf Leute waren und die Klassenmannschaft ohne mich nicht komplett gewesen wäre. Ich war im Tor - zwar noch nicht so füllend wie heute, aber ich war schon der Dickste in der Klasse, der am wenigsten laufen konnte. Sagen wir mal so: Bei einem Bundesligaverein hätte ich sicher nicht anfangen können ...

Frage: Es geht in dem TV-Film Die Dickköpfe um noch mehr als nur um Fußball ...

Ottfried Fischer: Fußball ist nur das Transportmittel, um gewisse Ziele zu erreichen. Es geht mal um zwei Ortschaften, eine bayerische und eine österreichische, die die jahrzehntelange Tradition eines Fußballmatches haben, das die Österreicher immer verloren haben. Das 50. Spiel steht an und diesmal wollen die Österreicher gewinnen. Der Harry (redaktionelle Anmerkung: gemeint ist Harald Krassnitzer) ist der österreichische Trainer und ich bin der bayerische Vereinspräsident und Sponsor des Vereins. Ich versuche das halt mit Geld zu machen - wie der FC Bayern. Außerdem geht es um Wasserrechte, denn beim Bier brauen ist das Wasser sehr wichtig. Dabei entdecke ich sehr gutes Wasser, und um da heran zu kommen, sind mir eigentlich alle Mittel recht. Es ist also kein reiner Fußballfilm, sondern er beschäftigt sich auch mit dem Mikrokosmos der Kommunalpolitik, der die Machenschaften deutlich werden lässt, die in solchen Orten laufen ...

Frage: Es geht auch um den Dauerclinch zwischen Bayern und Österreichern. Wo genau liegen denn da die Differenzen? Und wie ist das Verhältnis nun wirklich?

Ottfried Fischer: Das Verhältnis ist ein bissl eine Hackerei, aber alles sehr freundschaftlich. Und seit die Grenzen offen sind, ist es ja quasi ein Land ... man merkt's nur an der Sprache - bei den Österreichern!

Frage: Herr Fischer, das ist ja eher eine ungewöhnliche Rolle für Sie. Sie spielen den Bösen und sind außerdem noch sehr gut angezogen!

Ottfried Fischer: Es sind in der Tat ein paar Sachen dabei, die ich sehr begrüße. Ich sehe mal ordentlich aus und die Rolle ist eben nicht nur der nette, brave, gute Mensch, sondern ein durchtriebener Strippenzieher - ein Mann, der verheiratet ist, eine Geliebte hat und seinen Vorteil sucht - oft nicht auf die ganz saubere Art. Die Bösen sind die interessanteren Charaktere. Ich finde das zur Abwechslung mal ganz schön. Es ist halt mal was anderes und hinzu kommt, dass es ja fast in meiner Heimat spielt, was mir sehr viel Spaß gemacht hat.

Frage: Herr Fischer, Sie spielen einen Brauereibesitzer. Sind Sie ein Bierfan?

Ottfried Fischer: Bier ist eines meiner Lieblingsgetränke. Ich trinke auf der ganzen Welt immer nur das einheimische Bier, weil die alle in Bayern gelernt haben. Bier kann man eigentlich überall trinken, das ist fast ein bisschen wie Brot.

Frage: Worin liegt der Reiz von Die Dickköpfe?

Ottfried Fischer: Ich halte den bayerischen Humor im Ernstfall für weniger verletzend als den österreichischen - da geht es etwas härter zur Sache. Man merkt erst beim zweiten Hinhören, was das für eine Schweinerei war. Der bayerische Humor ist direkter, aber nicht so verletzend. Wobei sie sich aber in der Machart oft auch wieder ähnlich sind. Und wenn man dann diesen Wiener Humor nimmt, der hat noch viel mehr Nuancen ...

Dirk Jasper FilmLexikon
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