| Peter Schamoni |
| * in Deutschland • Regisseur, Produzent • Biographie • Interviews • Filmografie • |
Biographie
Nach seinem
Spielfilmdebüt Schonzeit für Füchse
(Silberner Berliner Bär 1966) sah Peter
Schamoni, wie er es in einem Interview von 1984 formulierte,
keinen Grund mehr, "das Publikum mit meiner eigenen Nabelschau zu
belästigen." Der 1934 geborene Unterzeichner des Oberhausener
Manifests von 1962 (Opas Kino ist tot) entschloss sich, "das
eigene Unbehagen nicht weiter filmisch zu reproduzieren."
1972 coproduzierte er Niki de Saint Phalles experimentellen Spielfilm Daddy und drehte 1974 mit der französischen Künstlerin den Kurzfilm Drei Nanas für Hannover. Sein Porträt Hundertwassers Regentag wurde 1973 von der Academy für den Oscar nominiert. Sechs Jahre vor der Wende wurde seine Zusammenarbeit mit der DEFA an dem Spielfilm Frühlingssinfonie (1983) als "kleine Kulturrevolution" bezeichnet.
Schamoni realisierte die Liebesgeschichte zwischen Robert Schumann und Clara Wieck an Originalschauplätzen in der damaligen DDR. Zwei Jahre später setzte er die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der DEFA fort und vereinte für seinen Spielfilm Caspar David Friedrich Schauspieler aus Ost- und Westdeutschland. 1987 entstand Die letzte Geschichte von Schloss Königswald, eine Hommage an die alten deutschen Kinostars wie Camilla Horn, Carola Höhn, Marianne Hoppe oder Marika Rökk.
Stets interessierten Schamoni "die Selbstzerstörung und Selbstbehauptung des Künstlers". 1995 schuf er den international viel beachteten Dokumentarfilm Wer ist das Monster - du oder ich? über die schöpferische Liebesgeschichte zwischen Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely.
1998 wurde Peter Schamoni von der Bayerischen Akademie der Schönen Künste mit der Wilhelm-Hausenstein-Ehrung als "einer der herausragenden Filmemacher unserer Zeit" ausgezeichnet. Aus der Begründung: Peter Schamoni hat in seinem so umfangreichen wie vielseitigen Lebenswerk bewiesen, dass man auch als Filmemacher pädagogische Absichten und intellektuelle Ansprüche verfolgen kann, ohne den Zeigefinger zu erheben und die Aufmerksamkeit seines Publikums zu verlieren."
Bayerischer Filmpreis 1999 Produzentenpreis für den Film Majestät brauchen Sonne- Begründung der Jury: "Peter Schamoni hat der Reihe seiner anerkannten Porträt-Dokumentationen ein außergewöhnliches Beispiel hinzu gefügt. In jahrelanger Arbeit erforschte er die photographischen und filmischen Lebenszeugnisse des letzten deutschen Kaisers und fügte sie in überzeugender Weise zu einem Bild zusammen, das nicht nur über die Persönlichkeit Wilhelm II. umfassend Auskunft gibt, sondern auch in die seinerzeitigen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse tiefen Einblick verschafft - eine produzentische Tat, die den Bayerischen Filmpreis verdient."
- Mitglieder der Jury 1999: Thomas Engel, Dr. Paula Ewert (Vorsitzende), Wolfgang-Peter Hassenstein, Eberhard Hauff, Professor Manfred Heid, Steffen Kuchenreuther, Gabriele Pfennigsdorf, Horst Pillau, Bettina Reitz, Dr. Klaus Schaefer, Dr. Peter Sehr
- Aus der Laudatio zum Bayerischen Filmpreis von Georg Friedrich Prinz von Preußen: "Sein Film berührt ein Stück deutscher Geschichte, mit dem sich unzählige Historiker im In- und Ausland beschäftigt haben. Selten gehen die Meinungen so weit auseinander wie über die Epoche, in der mein Ururgroßvater deutscher Kaiser war.
Ich hoffe, ich bleibe nicht der Einzige, der an manchen Stellen des Films laut und herzhaft gelacht hat. Dabei verspricht schon sein Titel Majestät brauchen Sonne, dass sich der letzte deutsche Kaiser, was seinen Unterhaltungswert angeht, durchaus mit lebenden Medienpersönlichkeiten messen kann.
Zu einer solchen großartigen Arbeit gratuliere ich sehr und übergebe - keinen preußischen Orden - dafür einen hoch verdienten bayerischen Filmpreis."
Interviews
Filmografie
- 1960: Kurzfilm: Brutalität in Stein (zusammen mit Alexander Kluge)
- 1961: Kurzfilm: Bodega Bohemia
- 1961: Kurzfilm: Missbraucht - Jugend unter Hitler
- 1962: Kurzfilm: Die Teutonen kommen
- 1963: Kurzfilm: Max Ernst - Entdeckungsfahrten ins Ungewisse
- 1964: Kurzfilm: Dresden 1964 - Im Zwinger
- 1965: Kurzfilm: Maximiliana - Die widerrechtliche Ausübung der Astronomie
- 1966: Schonzeit für Füchse
- 1969: Deine Zärtlichkeiten (Co-Regie mit Herbert Vesely)
- 1972: Hundertwassers Regentag
- 1975: Potato Fritz / Zwei gegen Tod und Teufel
- 1976: Kurzfilm: Drei Nanas für Hannover
- 1983: Frühlingssinfonie
- 1986: Kurzfilm: Deutsche Landschaft - Heute
- 1986: Caspar David Friedrich - Grenzen der Zeit
- 1987: Kurzfilm: Camilla Horn 85
- 1987: Die letzte Geschichte von "Schloss Königswald"
- 1991: Max Ernst: Mein Vagabundieren, meine Unruhe
- 1994: Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely:
- 1994: Wer ist das Monster - du oder ich?
- 2000-11-09: Majestät brauchen Sonne
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