Peter Schamoni
* in Deutschland • Regisseur, Produzent • Biographie • Interviews • Filmografie •
Peter Schamoni Biographie Nach seinem Spielfilmdebüt Schonzeit für Füchse (Silberner Berliner Bär 1966) sah Peter Schamoni, wie er es in einem Interview von 1984 formulierte, keinen Grund mehr, "das Publikum mit meiner eigenen Nabelschau zu belästigen." Der 1934 geborene Unterzeichner des Oberhausener Manifests von 1962 (Opas Kino ist tot) entschloss sich, "das eigene Unbehagen nicht weiter filmisch zu reproduzieren."

Vielleicht eine Motivation, sich der seelischen Disposition anderer, vor allem Kunstschaffender, zuzuwenden: Schon 1963 hatte Schamoni, Sohn eines der ersten Filmwissenschaftler Deutschlands, einen Kurzfilm über Max Ernst gedreht, ein Thema, das er 1991 mit der langen Dokumentation Max Ernst - Mein Vagabundieren, meine Unruhe erneut aufnahm. Schamoni, der auch als Produzent von Kinoerfolgen wie Zur Sache Schätzchen (1968) und den Filmen seines Bruders Ulrich Alle Jahre wieder (1967) und Quartett im Bett (1969, mit Insterburg & Co), arbeitete, hat immer wieder mit Kurz- und Dokumentarfilmen seine herausragende Qualität als detailbesessener, kluger und einfühlsamer Dokumentarist bewiesen.

1972 coproduzierte er Niki de Saint Phalles experimentellen Spielfilm Daddy und drehte 1974 mit der französischen Künstlerin den Kurzfilm Drei Nanas für Hannover. Sein Porträt Hundertwassers Regentag wurde 1973 von der Academy für den Oscar nominiert. Sechs Jahre vor der Wende wurde seine Zusammenarbeit mit der DEFA an dem Spielfilm Frühlingssinfonie (1983) als "kleine Kulturrevolution" bezeichnet.

Schamoni realisierte die Liebesgeschichte zwischen Robert Schumann und Clara Wieck an Originalschauplätzen in der damaligen DDR. Zwei Jahre später setzte er die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der DEFA fort und vereinte für seinen Spielfilm Caspar David Friedrich Schauspieler aus Ost- und Westdeutschland. 1987 entstand Die letzte Geschichte von Schloss Königswald, eine Hommage an die alten deutschen Kinostars wie Camilla Horn, Carola Höhn, Marianne Hoppe oder Marika Rökk.

Stets interessierten Schamoni "die Selbstzerstörung und Selbstbehauptung des Künstlers". 1995 schuf er den international viel beachteten Dokumentarfilm Wer ist das Monster - du oder ich? über die schöpferische Liebesgeschichte zwischen Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely.

1998 wurde Peter Schamoni von der Bayerischen Akademie der Schönen Künste mit der Wilhelm-Hausenstein-Ehrung als "einer der herausragenden Filmemacher unserer Zeit" ausgezeichnet. Aus der Begründung: Peter Schamoni hat in seinem so umfangreichen wie vielseitigen Lebenswerk bewiesen, dass man auch als Filmemacher pädagogische Absichten und intellektuelle Ansprüche verfolgen kann, ohne den Zeigefinger zu erheben und die Aufmerksamkeit seines Publikums zu verlieren."

Bayerischer Filmpreis 1999 Produzentenpreis für den Film Majestät brauchen Sonne Peter Schamoni hat in seinem Film etwas völlig Unkonventionelles getan. Er hat das auf die Leinwand gebracht, was bei den meisten so genannten Fachleuten in Büchern und anderen historischen Werken in aller Regel zu kurz kommt: Was ihn interessierte, war der Mensch. Ein Mensch mit Stärken und Schwächen, Schrulligkeiten und Emotionen. Gleichzeitig vermittelt sein Film den Zeitgeist von damals, was dem Zuschauer hilft, sich selbst ein Bild vom Leben und von der Person meines Ururgroßvaters zu machen. Denn aus dem Zeitgeist der Gegenwart heraus lässt sich eine Persönlichkeit, die schon vor über 100 Jahren gelebt und regiert hat, kaum nachvollziehen.

Ich hoffe, ich bleibe nicht der Einzige, der an manchen Stellen des Films laut und herzhaft gelacht hat. Dabei verspricht schon sein Titel Majestät brauchen Sonne, dass sich der letzte deutsche Kaiser, was seinen Unterhaltungswert angeht, durchaus mit lebenden Medienpersönlichkeiten messen kann.

Zu einer solchen großartigen Arbeit gratuliere ich sehr und übergebe - keinen preußischen Orden - dafür einen hoch verdienten bayerischen Filmpreis."


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