Interview mit Peter Segal

"Es kommt nicht auf das Äußere an, sondern auf die inneren Werte."

Regisseur Peter Segal ist ein Meister der Komödie! Der Star in Peter Segals jüngstem Werk ist kein Geringerer als Eddie Murphy. Sechs Rollen spielt der Hollywood-Star in Familie Klumps und der verrückte Professor.

Frage: Peter Segal, ein Schauspieler in sechs unterschiedlichen Rollen ? ist die Arbeit schwieriger oder leichter als mit sechs verschiedenen Darstellern?

Peter Segal: Für den Film ist das ein Vorteil. Eddie Murphy improvisiert sehr viel, das verwirrt die anderen Schauspieler. Janet Jackson fing oft hilflos an zu lachen und sagte: "Das steht nicht im Skript, wie soll ich darauf reagieren?"

Dieses Problem gibt es nicht, wenn Eddie Murphy alle Rollen spielt. Er kann dann so spontan sein, wie er will. Für mich als Regisseur ist es allerdings die Hölle! Bestimmt ist es leichter, mit sechs Schauspielern zu drehen.

Frage: Janet Jackson verliebt sich im Film in den 170 Kilo schweren Klumps ? in persona Eddie Murphy. Ist das realistisch?

Peter Segal: Auf einer Pressekonferenz hat ein Journalist Janet Jackson gefragt, ob eine so hübsche, schlanke Frau wie sie tatsächlich einen dicken Mann lieben könnte, und sie antwortete: "Absolut ja!" Daraufhin seufzten viele der übergewichtigen Reporter im Raum sehnsüchtig. Janet hat das auch schon in einem ihrer Songs gesungen. Es kommt nicht auf das Äußere an, sondern auf die inneren Werte.

Frage: Haben Sie nach all den Komödien nicht mal Lust, einen ernsthaften Film zu drehen?

Peter Segal: Der Film mag oberflächlich und verrückt wirken, er hat aber auch eine ernsthafte Botschaft. Im ersten Teil des "Verrückten Professor" ging es darum, seinen Körper zu akzeptieren. Egal, wie dick er ist. Diesmal geht es um den Charakter. Sherman musss sich seiner dunklen Seite stellen und begreifen, dass er aggressiv und sexistisch sein kann. Und natürlich musss er lernen, diese Seite zu kontrollieren, statt sie zu verleugnen.

Peter Segal
Filmplakat

Dirk Jasper FilmLexikon

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