Peter Sellers ?

* 8. September 1925 als Richard Henry Sellers in Southsea, Hampshire, England • ? 24. Juli 1980 in London, England • Schauspieler, Regisseur, Autor • Biographie • Oscars • Filmografie •

Wie unvergessen Peter Sellers ist, zeigt sich allein schon darin, dass rund 25 Jahre nach seinem Tod ein Film über sein Leben erfolgreich in die Kinos kam: The Life and Death of Peter Sellers!

Die Karriere als Darsteller scheint dem Sohn einer ShowBiz-Familie bereits in die Wiege gelegt zu sein: Peters Sellers' Eltern traten mit einer Comedy-Show auf und nahmen den Kleinen bereits im Alter von zwei Wochen mit auf die Bühne ihrer MusicHall-Shows. Und mit fünf Jahren war er Kinderdarsteller in einer dieser Revuen. Mit 13 Jahren fiel er dann auch den Preisrichtern auf - er gewann einen Talentwettbewerb.

Mit 17 Jahren (also 1942, der Zweite Weltkrieg tobte in Europa) ging er zur 'Royal Air Force', wo er sein schauspielerisches Talent dazu nutzte, zum offiziellen Entertainer der Truppe zu werden. Mit diesem Showblut, das durch seine Adern floss, dauerte es dann auch nicht mehr lange bis er nach dem Krieg diesen Weg einschlug.

Peter Sellers landete beim Radio, bei der BBC, dessen Produzent ihm bald eine eigene Show im Radio anbot. Schon bald wurde er als Stimmenimitator und Komiker mit seiner Radio-Comedy-Shows aus dem Londoner 'Windmill Theater' berühmt, nämlich Show Time und Crazy People, die ihren Start am 28. Mai 1951 hatte. Am 22. Juni 1952 bekam die Show den Namen The Goon Show, eine verrückte Sammlung von Sketchen und damit ein früher Vorläufer von 'Monty Python's Flying Circus'.

Seine Partner in The Goon Show waren Spike Milligan und Harry Secombe. Die Sendung lief auf BBC Radio von 1952 bis 1960, in dieser Zeit ging Peter Sellers auch ins Plattenstudio, um eine Reihe von Klassik-Alben aufzunehmen. Mit dem Sprechen vieler verschiedener Charaktere bewies er seine Wandlungsfähigkeit, ein Talent, das auch in seiner Filmkarriere deutlich wird. Diese Show war also das Tor zu seiner späteren Filmkarriere.

Sein erster Film war Penny Points to Paradise (1951). Nach einigen TV-Kurzfilmen wird Ladykillers (1956) an der Seite von Alec Guinness sein erster großer Leinwanderfolg. Mit Doppelrollen gab er sich bald nicht mehr zufrieden und übernahm auch mehrfach Dreifachrollen in den über 60 Filmen, die er in nicht einmal 30 Jahren drehte. Stets hatten seine Darstellungen eine komische Seite, die entwaffnend und entlarvend war.

1957 dreht Peter Sellers den Film Verliebt in einen König und einige weitere britische Filme. Mehr Popularität aber brachte ihm 1959 in den USA die Dreifachrolle in der Kriegssatire Die Maus, die brüllte ein. Noch im gleichen Jahr wurde Junger Mann aus gutem Haus (1959, Regie: John Boulting) in England ein Kinohit. Die Britische Filmakademie zeichnete ihn dafür 1959 als besten Schauspieler aus.

Bekannter aber machten ihn die Rollen des schnauzbärtigen Inspektors Clouseau unter der Regie von Blake Edwards: 1963 kam ein besonders populärer Film mit Peter Sellers heraus: Der rosarote Panther. Der schusselige Inspektor Clouseau war geboren, der noch in weiteren Filmen sein Unwesen trieb und die damit eine der erfolgreichsten Comedy-Filmreihen wurde.

Nach Der rosarote Panther (1963) folgten Inspektor Clouseau - Ein Schuss im Dunkeln (1964), Der rosarote Panther kehrt zurück (1975), Inspektor Clouseau, der beste Mann bei Interpol (1976) und schließlich Inspektor Clouseau ? Der irre Flic mit dem heißen Blick (1978). Dies war die Rolle, in der man Peter Sellers kannte und liebte.

Zu Beginn dieser Erfolgsserie gelingt Stanley Kubrick 1963 mit der Kriegsgroteske Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben noch ein weiterer Erfolg. Wieder übernimmt Peter Sellers drei Rollen, die des US-Präsidenten, die eines britischen Offiziers und die des Bombenbauers.

Einen weiteren Höhepunkt seines Filmschaffens (und seine zweite Oscar Nominierung) stellte für Peter Sellers der kritische britische Film Willkommen, Mr. Chance (1979) dar. Darin brilliert er in der Rolle des umwerfend einfältigen und kinderlieben Gärtners Chance, dessen respektables Äußeres und auffallende Wortkargheit als vornehme Zurückhaltung missverstanden werden, weshalb er mit einem Wirtschafts-Guru verwechselt wird. Alles kann man diesem Mann jetzt zutrauen. Sogar die Nachfolge des todkranken US-Präsidenten ... doch sein letzter Film, Das boshafte Spiel des Dr. Fu Man Chu (1980), war keiner seiner besseren Filme.

Peter Sellers schlüpfte genauso leicht in eine Rolle, wie in eine Jacke, und sein Talent brachte viele Charaktere zustande. Das bewies er in vielen Filmen wie auch in Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (1964). Viele halten diesen Film für seinen besten und für ihn erhielt er auch seine erste Oscar Nominierung.

Peter Sellers war ein rastloses Universalgenie. Er spielte den nervtötend-trotteligen Inspektor Clouseau und den naiv-phlegmatischen Gärtner, der zum US-Präsidentschaftskandidaten avanciert. Ihm, einem Briten, nahm man den französischen Flic ebenso ab wie den US-Präsidenten in der Kriegsgroteske Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben.

Der begnadete Schauspieler ließ aber die Warnungen seines Herzens und seiner Ärzte unbeeindruckt. Peter Sellers war ein Workaholic: In knapp 30 Jahren spielte er in über 60 Filmen, in denen er teilweise Doppel- und Dreifachrollen übernahm. Er arbeitete rund um die Uhr, bis der Muskel im Alter von nur 55 Jahren streikte. Damit ereilte ihn das Schicksal so vieler, die sich zuviel zumuten: Nachdem er bereits mehrere überlebt und ignoriert hatte, starb er am 24. Juli 1980 an einem weiteren, letzten Herzinfarkt.

Aus unveröffentlichten Sequenzen der Pink Panther-Filme und zusätzlich einmontierten Szenen stellte Blake Edwards 1982 noch eine weitere Folge der Inspektor-Clouseau-Reihe her: Der rosarote Panther wird gejagt.

Insgesamt war Peter Sellers vier Mal verheiratet: Mit Anne Howe von 1951 bis 1963, aus dieser Ehe stammen die Kinder Michael und Sarah. Mit der Schauspielerin Britt Ekland von 1964 bis 1968, aus dieser Ehe stammt die Tochter Victoria, die wie ihre Eltern Schauspielerin wurde. Von 1970 bis 1971 war er mit Miranda Quarry verheiratet und von 1977 bis zu seinem Tod im Jahr 1980 mit der Schauspielerin Lynne Frederick.

Auszeichnungen erhielt er viele, u. a. 1959 den 'British Academy Award' für seine Rolle in I'm All Right Jack; den 'NBR - National Board of Review Award' im Jahre 1979 als Bester Schauspieler Musical/Comedy für Willkommen, Mr. Chance; schließlich den 'Golden Globe' im Jahre 1980 als Bester Schauspieler Musical/Comedy für Willkommen, Mr. Chance.

Einige interessante und markante Sprüche sind von Peter Sellers überliefert:

  • "Der moderne Mensch kennt offenbar kein höheres Ziel als gesund zu sterben."
  • "Es wäre interessant zu erfahren, wie die beiden ersten Menschen erschaffen wurden. Aber es ist hübsch zu wissen, wie der dritte entstanden ist."
  • "Wenn man die Inschriften auf den Friedhöfen liest, fragt man sich unwillkürlich, wo denn eigentlich die Schurken begraben liegen."
  • "Was Glück ist, weiß man erst, wenn man geheiratet hat. Und dann ist es zu spät."

Oscars
Filmografie
  • 1950: Die schwarze Rose (The Black Rose). Regie: Henry Hathaway. Rolle: Synchronstimme
  • 1951: (Penny Points to Paradise). Regie: Tony Young. Rolle: Major Arnold Fringe
  • 1951: Kurzfilm: (Let's Go Crazy). Regie: Alan Culimore. Rolle: Groucho, Giuseppe, Cedric, Izzy, Gozzunk, Crystal Jollibottom
  • 1952: (Down Among the Z Men / The Goon Show Movie / Stand Easy). Regie: Maclean Rogers. Rolle: Major Bloodnok
  • 1954: (Our Girl Friday / The Adventures of Sadie). Regie: Noel Langley. Rolle: Synchronstimme
  • 1954: (Orders Are Orders). Regie: David Paltenghi. Rolle: Soldat Goffin
  • 1955: Verliebt in eine Königin(John and Julie). Regie: William Fairchild. Rolle: Constable Diamond
  • 24. Februar 1956: Ladykillers
  • 1956: Der Mann, den es nie gab (The Man Who Never Was). Regie: Ronald Neame. Rolle: Synchrontimme
  • 1956: Kurzfilm: (The Case of the Mukkinese Battle Horn). Regie: Joseph Sterling
  • 1957: Die kleinste Schau der Welt (The Smallest Show on Earth / Big Time Operators). Regie: Basil Dearden. Rolle: Percy Quill
  • 1957: Die nackte Wahrheit (The Naked Truth / Your Past Is Showing). Regie: Mario Zampi. Rolle: Sonny MacGregor
  • 1957: Kurzfilm: (Insomnia Is Good for You). Regie: Leslie Arliss. Rolle: Hector Dimwiddle
  • 1958: Immer Ärger in der Army (Up the Creek). Regie: Val Guest. Rolle: Doherty
  • 1958: Der kleine Däumling (Tom Thumb). Regie: George Pal. Rolle: Antonio
  • 1959: Die Maus die brüllte (The Mouse that Roared / The Day New York Was Invaded). Regie: Jack Arnold. Rollen: Tully Bascombe, Großherzogin Gloriana XII., Premierminister Mountjoy
  • 1959: Kurzfilm: (The Running Jumping & Standing Still Film). Regie: Richard Lester, Peter Sellers. Rolle: Fotograf
  • 1959: Junger Mann aus gutem Hause (I'm All Right Jack). Regie: John Boulting. Rolle: Fred Kite / Sir John Kennaway
  • 1959: Ausgerechnet Charlie Brown (Carlton-Browne of the F.O. / Man in a Cocked Hat). Regie: Jeffrey Dell, Roy Boulting. Rolle: Premierminister
  • 1960: Mr. Miller / Mister Miller ist kein Killer (The Battle of the Sexes). Regie: Charles Crichton. Rolle: Mr. Martin
  • 1960: Der Marder von London / Gib niemals auf (Never Let Go). Regie: John Guillermin. Rolle: Lionel Meadows
  • 1960: Die grüne Minna (Two Way Strech). Regie: Robert Day. Rolle: Dodger Lane
  • 1960: Die Millionärin (The Millionairess). Regie: Anthony Asquith. Rolle: Dr. Ahmed Al Kabir
  • 1961: (Mr. Topaze / I Like Money). Regie: Peter Sellers. Rolle: August Topaze
  • 1962: Lieben kann man nur zu zweit (Only Two Can Play). Regie: Sidney Gilliat. Rolle: John Lewis
  • 1962: Der Weg nach Hongkong (The Road to Hong Kong). Regie: Norman Panama
  • 1962: Lolita (Lolita). Regie: Stanley Kubrick. Rolle: Clare Quilty
  • 1962: Walzer der Toreros (The Waltz of the Toreadors / The Amorous General). Regie: John Guillermin. Rolle: Leo Fitzjohn
  • 1962: Der große Knüller (The Dock Brief / Trial And Error). Regie: James Hill. Rolle: Morgenhall
  • 1963: Gentlemen-Killers (The Wrong Arm of the Law). Regie: Cliff Owen. Rolle: Pearly Gates
  • 1963: Himmlische Freuden (Heavens Above). Regie: John Boulting. Rolle: Reverend John Smallwood
  • 1964: Der rosarote Panther (The Pink Panther). Regie: Blake Edwards. Rolle: Inspektor Jacques Clouseau
  • 1963: Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben
  • 1964: TV-Film: König der Individualisten (Carol For Another Christmas)
  • 1964: Henry's Liebesleben (The World Of Henry Orient). Regie: George Roy Hill. Rolle: Henry Orient
  • 1964: Inspektor Clouseau: Ein Schuss im Dunkeln (A Shot In The Dark). Regie: Blake Edwards. Rolle: Inspektor Jacques Clouseau
  • 1965: Was gibt's Neues, Pussy? (What's New Pussycat?). Regie: Clive Donner. Rolle: Dr. Fritz Fassbender (in der deutschen Version: Dr. Nikita Popowitsch)
  • 1966: Letzte Grüße von Onkel Joe (The Wrong Box). Regie: Bryan Forbes. Rolle: Doktor Pratt
  • 1966: Jagt den Fuchs (After the Fox / I: Caccia alla volpe). Regie: Vittorio de Sica. Rolle: Aldo Vanucci
  • 1967: James Bond 007 - Casino Royale
  • 1967: Siebenmal lockt das Weib (Woman Times Seven / F: Sept fois femme). Regie: Vittorio de Sica. Rolle: Jean
  • 1967: Bobo ist der Größte (The Bobo). Regie: Robert Parrish. Rolle: Juan Bautista
  • 1968: Der Partyschreck (The Party). Regie: Blake Edwards. Rolle: Hrundi V. Bakshi
  • 1968: Lass mich küssen deinen Schmetterling (I Love You, Alice B. Toklas / Kiss my Butterfly). Regie: Hy Averback. Rolle: Harold Fine
  • 1969: TV-Serie: Ihr Auftritt, Al Mundy (It Takes A Thief); Episode 3.2: Wer bietet zwei Millionen (Who'll Bid Two Million Dollars?). Rolle: Hafenmeister
  • 1969: Magic Christian (The Magic Christian). Drehbuchautor. Regie: Joe McGrath. Rolle: Sir Guy Grand
  • 1970: TV-Film: (Wiltsons - The Handsomest Hall In Town)
  • 1970: Ein Mädchen in der Suppe (There's a Girl in my Soup). Regie: Roy Boulting. Rolle: Robert Danvers
  • 1970: Hoffman (Hofman). Regie: Alvin Rakoff. Rolle: Benjamin Hoffman
  • 1970: (A Day At The Beach). Regie: Simon Hesera
  • 1972: TV-Film: (The Last Goon Show Of All)
  • 1972: Wo tut's weh? (Where does it hurt). Regie: Rodney Amateau. Rolle: Albert T. Hopfnagel
  • 1972: TV-Film: (Alice's Adventures in Wonderland). Regie: William Sterling. Rolle: The March Hare
  • 1973: Der Bunker (The Blockhouse). Regie: Clive Rees. Rolle: Rouquet
  • 1973: Die Optimisten (The Optimists / The Optimists Of Nine Elms). Regie: Anthony Simmons. Rolle: Sam
  • 1973: (Ghost in the Noonday Sun). Regie: Peter Medak. Rolle: Dick Scratcher
  • 1975: Weiche Betten, harte Schlachten (Soft Beds and Hard Battles / Undercovers Hero). Regie: Roy Boulting. Rollen: General Latour, Major Robinson, Herr Schröder, Adolf Hitler, Präsident, Prinz Kyoto
  • 1975: (The Great McGonagall). Regie: Joseph Grath. Rolle: Königin Victoria
  • 1975: Der rosarote Panther kehrt zurück (The Return of the Pink Panther). Regie: Blake Edwards. Rolle: Inspektor Jacques Clouseau
  • 1975: Eine Leiche zum Dessert (Murder by Death). Regie: Robert Moore. Rolle: Sidney Wang
  • 1976: Inspektor Clouseau, der beste Mann bei Interpol (The Pink Panther Strikes Again). Regie: Blake Edwards. Rolle: Inspektor Jacques Clouseau
  • 1977: TV-Serie: Die Muppet Show (The Muppet Show), Episode 2.17. Rolle: Gaststar
  • 1978: Inspector Clouseau - Der irre Flic mit dem heißen Blick (The Revenge of the Pink Panther). Regie: Blake Edwards. Rolle: Inspektor Jacques Clouseau
  • 1978: (Kingdom Of Gifts). Regie: Ted Kneeland. Rolle: Stimme
  • 1979: Willkommen, Mr. Chance (Being There / Chance). Regie: Hal Ashby. Rolle: Chance der Gärtner
  • 1979: Der Gefangene von Zenda (The Prisoner of Zenda). Regie: Richard Quine. Rolle: Rudolf IV. / Rudolf V. / Syd Frewin
  • 1980: Das boshafte Spiel des Dr. Fu Man Chu (The Fiendish Plot of Dr. Fu). Regie: Piers Haggard. Rolle: Dr. Fu Manchu / Nayland Smith
  • 1982: Der rosarote Panther wird gejagt (Trail of the Pink Panther). Regie: Blake Edwards. Rolle: Inspektor Jacques Clouseau
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