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Wie
unvergessen Peter Sellers ist, zeigt sich allein schon darin, dass
rund 25 Jahre nach seinem Tod ein Film über sein Leben
erfolgreich in die Kinos kam: The Life
and Death of Peter Sellers!
Die Karriere als Darsteller scheint dem
Sohn einer ShowBiz-Familie bereits in die Wiege gelegt zu sein:
Peters Sellers' Eltern traten mit einer Comedy-Show auf und
nahmen den Kleinen bereits im Alter von zwei Wochen mit auf die
Bühne ihrer MusicHall-Shows. Und mit fünf Jahren war er
Kinderdarsteller in einer dieser Revuen. Mit 13 Jahren fiel er dann
auch den Preisrichtern auf - er gewann einen
Talentwettbewerb.
Mit 17 Jahren (also 1942, der Zweite
Weltkrieg tobte in Europa) ging er zur 'Royal Air Force', wo er
sein schauspielerisches Talent dazu nutzte, zum offiziellen
Entertainer der Truppe zu werden. Mit diesem Showblut, das durch
seine Adern floss, dauerte es dann auch nicht mehr lange bis er
nach dem Krieg diesen Weg einschlug.
Peter Sellers landete beim
Radio, bei der BBC, dessen Produzent ihm bald eine eigene Show im
Radio anbot. Schon bald wurde er als Stimmenimitator und Komiker
mit seiner Radio-Comedy-Shows aus dem Londoner 'Windmill Theater'
berühmt, nämlich Show Time und Crazy
People, die ihren Start am 28. Mai 1951 hatte. Am 22. Juni 1952
bekam die Show den Namen The Goon Show, eine verrückte
Sammlung von Sketchen und damit ein früher Vorläufer von
'Monty Python's Flying Circus'.
Seine Partner in The Goon
Show waren Spike Milligan und Harry Secombe. Die Sendung lief
auf BBC Radio von 1952 bis 1960, in dieser Zeit ging Peter
Sellers auch ins Plattenstudio, um eine Reihe von Klassik-Alben
aufzunehmen. Mit dem Sprechen vieler verschiedener Charaktere
bewies er seine Wandlungsfähigkeit, ein Talent, das auch in
seiner Filmkarriere deutlich wird. Diese Show war also das Tor zu
seiner späteren Filmkarriere.
Sein erster Film war Penny Points
to Paradise (1951). Nach einigen TV-Kurzfilmen wird Ladykillers
(1956) an der Seite von Alec Guinness sein erster großer
Leinwanderfolg. Mit Doppelrollen gab er sich bald nicht mehr
zufrieden und übernahm auch mehrfach Dreifachrollen in den
über 60 Filmen, die er in nicht einmal 30 Jahren drehte. Stets
hatten seine Darstellungen eine komische Seite, die entwaffnend und
entlarvend war.
1957 dreht Peter Sellers den
Film Verliebt in einen König und einige weitere
britische Filme. Mehr Popularität aber brachte ihm 1959 in den
USA die Dreifachrolle in der Kriegssatire Die Maus, die
brüllte ein. Noch im gleichen Jahr wurde Junger Mann
aus gutem Haus (1959, Regie: John Boulting) in England ein
Kinohit. Die Britische Filmakademie zeichnete ihn dafür 1959
als besten Schauspieler aus.
Bekannter aber machten ihn die
Rollen des schnauzbärtigen Inspektors Clouseau unter der Regie
von Blake Edwards: 1963 kam ein besonders populärer Film mit
Peter Sellers heraus: Der rosarote Panther. Der
schusselige Inspektor Clouseau war geboren, der noch in weiteren
Filmen sein Unwesen trieb und die damit eine der erfolgreichsten
Comedy-Filmreihen wurde.
Nach Der rosarote Panther
(1963) folgten Inspektor Clouseau - Ein Schuss im Dunkeln
(1964), Der rosarote Panther kehrt zurück (1975),
Inspektor Clouseau, der beste Mann bei Interpol (1976) und
schließlich Inspektor Clouseau ? Der irre Flic mit
dem heißen Blick (1978). Dies war die Rolle, in der man
Peter Sellers kannte und liebte.
Zu Beginn dieser Erfolgsserie
gelingt Stanley
Kubrick 1963 mit der Kriegsgroteske Dr.
Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben noch ein
weiterer Erfolg. Wieder übernimmt Peter Sellers drei
Rollen, die des US-Präsidenten, die eines britischen Offiziers
und die des Bombenbauers.
Einen weiteren Höhepunkt seines
Filmschaffens (und seine zweite Oscar Nominierung) stellte für
Peter Sellers der kritische britische Film Willkommen,
Mr. Chance (1979) dar. Darin brilliert er in der Rolle des
umwerfend einfältigen und kinderlieben Gärtners Chance,
dessen respektables Äußeres und auffallende Wortkargheit
als vornehme Zurückhaltung missverstanden werden, weshalb er
mit einem Wirtschafts-Guru verwechselt wird. Alles kann man diesem
Mann jetzt zutrauen. Sogar die Nachfolge des todkranken
US-Präsidenten ... doch sein letzter Film, Das boshafte
Spiel des Dr. Fu Man Chu (1980), war keiner seiner besseren
Filme.
Peter Sellers schlüpfte
genauso leicht in eine Rolle, wie in eine Jacke, und sein Talent
brachte viele Charaktere zustande. Das bewies er in vielen Filmen
wie auch in Dr.
Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben (1964).
Viele halten diesen Film für seinen besten und für ihn
erhielt er auch seine erste Oscar Nominierung.
Peter Sellers war ein
rastloses Universalgenie. Er spielte den
nervtötend-trotteligen Inspektor Clouseau und den
naiv-phlegmatischen Gärtner, der zum
US-Präsidentschaftskandidaten avanciert. Ihm, einem Briten,
nahm man den französischen Flic ebenso ab wie den
US-Präsidenten in der Kriegsgroteske Dr.
Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu
lieben.
Der begnadete Schauspieler ließ
aber die Warnungen seines Herzens und seiner Ärzte
unbeeindruckt. Peter Sellers war ein Workaholic: In knapp 30
Jahren spielte er in über 60 Filmen, in denen er teilweise
Doppel- und Dreifachrollen übernahm. Er arbeitete rund um die
Uhr, bis der Muskel im Alter von nur 55 Jahren streikte. Damit
ereilte ihn das Schicksal so vieler, die sich zuviel zumuten:
Nachdem er bereits mehrere überlebt und ignoriert hatte, starb
er am 24. Juli 1980 an einem weiteren, letzten
Herzinfarkt.
Aus unveröffentlichten
Sequenzen der Pink Panther-Filme und zusätzlich einmontierten
Szenen stellte Blake Edwards 1982 noch eine weitere Folge
der Inspektor-Clouseau-Reihe her: Der rosarote Panther wird
gejagt.
Insgesamt war Peter Sellers
vier Mal verheiratet: Mit Anne Howe von 1951 bis 1963, aus dieser
Ehe stammen die Kinder Michael und Sarah. Mit der Schauspielerin
Britt Ekland von 1964 bis 1968, aus dieser Ehe stammt die Tochter
Victoria, die wie ihre Eltern Schauspielerin wurde. Von 1970 bis
1971 war er mit Miranda Quarry verheiratet und von 1977 bis zu
seinem Tod im Jahr 1980 mit der Schauspielerin Lynne
Frederick.
Auszeichnungen erhielt er viele, u.
a. 1959 den 'British Academy Award' für seine Rolle in I'm
All Right Jack; den 'NBR - National Board of Review Award' im
Jahre 1979 als Bester Schauspieler Musical/Comedy für
Willkommen, Mr. Chance; schließlich den 'Golden Globe'
im Jahre 1980 als Bester Schauspieler Musical/Comedy für
Willkommen, Mr. Chance.
Einige interessante und markante
Sprüche sind von Peter Sellers
überliefert:
- "Der moderne Mensch kennt offenbar
kein höheres Ziel als gesund zu sterben."
- "Es wäre interessant zu
erfahren, wie die beiden ersten Menschen erschaffen wurden. Aber es
ist hübsch zu wissen, wie der dritte entstanden
ist."
- "Wenn man die Inschriften auf den
Friedhöfen liest, fragt man sich unwillkürlich, wo denn
eigentlich die Schurken begraben liegen."
- "Was Glück ist, weiß man
erst, wenn man geheiratet hat. Und dann ist es zu
spät."
Oscars
Filmografie
1950: Die schwarze Rose (The Black
Rose). Regie: Henry Hathaway. Rolle: Synchronstimme
1951: (Penny Points to Paradise).
Regie: Tony Young. Rolle: Major Arnold Fringe
1951: Kurzfilm: (Let's Go Crazy).
Regie: Alan Culimore. Rolle: Groucho, Giuseppe, Cedric, Izzy,
Gozzunk, Crystal Jollibottom
1952: (Down Among the Z Men / The
Goon Show Movie / Stand Easy). Regie: Maclean Rogers. Rolle: Major
Bloodnok
1954: (Our Girl Friday / The
Adventures of Sadie). Regie: Noel Langley. Rolle:
Synchronstimme
1954: (Orders Are Orders). Regie:
David Paltenghi. Rolle: Soldat Goffin
1955: Verliebt in eine
Königin(John and Julie). Regie: William Fairchild. Rolle:
Constable Diamond
24. Februar 1956: Ladykillers
1956: Der Mann, den es nie gab (The
Man Who Never Was). Regie: Ronald Neame. Rolle:
Synchrontimme
1956: Kurzfilm: (The Case of the
Mukkinese Battle Horn). Regie: Joseph Sterling
1957: Die kleinste Schau der Welt
(The Smallest Show on Earth / Big Time Operators). Regie: Basil
Dearden. Rolle: Percy Quill
1957: Die nackte Wahrheit (The
Naked Truth / Your Past Is Showing). Regie: Mario Zampi. Rolle:
Sonny MacGregor
1957: Kurzfilm: (Insomnia Is Good
for You). Regie: Leslie Arliss. Rolle: Hector Dimwiddle
1958: Immer Ärger in der Army
(Up the Creek). Regie: Val Guest. Rolle: Doherty
1958: Der kleine Däumling (Tom
Thumb). Regie: George Pal. Rolle: Antonio
1959: Die Maus die brüllte
(The Mouse that Roared / The Day New York Was Invaded). Regie: Jack
Arnold. Rollen: Tully Bascombe, Großherzogin Gloriana XII.,
Premierminister Mountjoy
1959: Kurzfilm: (The Running
Jumping & Standing Still Film). Regie: Richard Lester, Peter
Sellers. Rolle: Fotograf
1959: Junger Mann aus gutem Hause
(I'm All Right Jack). Regie: John Boulting. Rolle: Fred Kite / Sir
John Kennaway
1959: Ausgerechnet Charlie Brown
(Carlton-Browne of the F.O. / Man in a Cocked Hat). Regie: Jeffrey
Dell, Roy Boulting. Rolle: Premierminister
1960: Mr. Miller / Mister Miller
ist kein Killer (The Battle of the Sexes). Regie: Charles Crichton.
Rolle: Mr. Martin
1960: Der Marder von London / Gib
niemals auf (Never Let Go). Regie: John Guillermin. Rolle: Lionel
Meadows
1960: Die grüne Minna (Two Way
Strech). Regie: Robert Day. Rolle: Dodger Lane
1960: Die Millionärin (The
Millionairess). Regie: Anthony Asquith. Rolle: Dr. Ahmed Al
Kabir
1961: (Mr. Topaze / I Like Money).
Regie: Peter Sellers. Rolle: August Topaze
1962: Lieben kann man nur zu zweit
(Only Two Can Play). Regie: Sidney Gilliat. Rolle: John
Lewis
1962: Der Weg nach Hongkong (The
Road to Hong Kong). Regie: Norman Panama
1962: Lolita (Lolita). Regie:
Stanley Kubrick. Rolle: Clare Quilty
1962: Walzer der Toreros (The Waltz
of the Toreadors / The Amorous General). Regie: John Guillermin.
Rolle: Leo Fitzjohn
1962: Der große Knüller
(The Dock Brief / Trial And Error). Regie: James Hill. Rolle:
Morgenhall
1963: Gentlemen-Killers (The Wrong
Arm of the Law). Regie: Cliff Owen. Rolle: Pearly Gates
1963: Himmlische Freuden (Heavens
Above). Regie: John Boulting. Rolle: Reverend John
Smallwood
1964: Der rosarote Panther (The
Pink Panther). Regie: Blake Edwards. Rolle: Inspektor Jacques
Clouseau
1963: Dr.
Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben
1964: TV-Film: König der
Individualisten (Carol For Another Christmas)
1964: Henry's Liebesleben (The
World Of Henry Orient). Regie: George Roy Hill. Rolle: Henry
Orient
1964: Inspektor Clouseau: Ein
Schuss im Dunkeln (A Shot In The Dark). Regie: Blake Edwards.
Rolle: Inspektor Jacques Clouseau
1965: Was gibt's Neues, Pussy?
(What's New Pussycat?). Regie: Clive Donner. Rolle: Dr. Fritz
Fassbender (in der deutschen Version: Dr. Nikita
Popowitsch)
1966: Letzte Grüße von
Onkel Joe (The Wrong Box). Regie: Bryan Forbes. Rolle: Doktor
Pratt
1966: Jagt den Fuchs (After the Fox
/ I: Caccia alla volpe). Regie: Vittorio de Sica. Rolle: Aldo
Vanucci
1967: James Bond
007 - Casino Royale
1967: Siebenmal lockt das Weib
(Woman Times Seven / F: Sept fois femme). Regie: Vittorio de Sica.
Rolle: Jean
1967: Bobo ist der Größte
(The Bobo). Regie: Robert Parrish. Rolle: Juan Bautista
1968: Der Partyschreck (The Party).
Regie: Blake Edwards. Rolle: Hrundi V. Bakshi
1968: Lass mich küssen deinen
Schmetterling (I Love You, Alice B. Toklas / Kiss my Butterfly).
Regie: Hy Averback. Rolle: Harold Fine
1969: TV-Serie: Ihr Auftritt, Al
Mundy (It Takes A Thief); Episode 3.2: Wer bietet zwei Millionen
(Who'll Bid Two Million Dollars?). Rolle: Hafenmeister
1969: Magic Christian (The Magic
Christian). Drehbuchautor. Regie: Joe McGrath. Rolle: Sir Guy
Grand
1970: TV-Film: (Wiltsons - The
Handsomest Hall In Town)
1970: Ein Mädchen in der Suppe
(There's a Girl in my Soup). Regie: Roy Boulting. Rolle: Robert
Danvers
1970: Hoffman (Hofman). Regie:
Alvin Rakoff. Rolle: Benjamin Hoffman
1970: (A Day At The Beach). Regie:
Simon Hesera
1972: TV-Film: (The Last Goon Show
Of All)
1972: Wo tut's weh? (Where does it
hurt). Regie: Rodney Amateau. Rolle: Albert T.
Hopfnagel
1972: TV-Film: (Alice's Adventures
in Wonderland). Regie: William Sterling. Rolle: The March
Hare
1973: Der Bunker (The Blockhouse).
Regie: Clive Rees. Rolle: Rouquet
1973: Die Optimisten (The Optimists
/ The Optimists Of Nine Elms). Regie: Anthony Simmons. Rolle:
Sam
1973: (Ghost in the Noonday Sun).
Regie: Peter Medak. Rolle: Dick Scratcher
1975: Weiche Betten, harte
Schlachten (Soft Beds and Hard Battles / Undercovers Hero). Regie:
Roy Boulting. Rollen: General Latour, Major Robinson, Herr
Schröder, Adolf Hitler, Präsident, Prinz
Kyoto
1975: (The Great McGonagall).
Regie: Joseph Grath. Rolle: Königin Victoria
1975: Der rosarote Panther kehrt
zurück (The Return of the Pink Panther). Regie: Blake Edwards.
Rolle: Inspektor Jacques Clouseau
1975: Eine Leiche zum Dessert
(Murder by Death). Regie: Robert Moore. Rolle: Sidney
Wang
1976: Inspektor Clouseau, der beste
Mann bei Interpol (The Pink Panther Strikes Again). Regie: Blake
Edwards. Rolle: Inspektor Jacques Clouseau
1977: TV-Serie: Die Muppet Show
(The Muppet Show), Episode 2.17. Rolle: Gaststar
1978: Inspector Clouseau - Der irre
Flic mit dem heißen Blick (The Revenge of the Pink Panther).
Regie: Blake Edwards. Rolle: Inspektor Jacques Clouseau
1978: (Kingdom Of Gifts). Regie:
Ted Kneeland. Rolle: Stimme
1979: Willkommen, Mr. Chance (Being
There / Chance). Regie: Hal Ashby. Rolle: Chance der
Gärtner
1979: Der Gefangene von Zenda (The
Prisoner of Zenda). Regie: Richard Quine. Rolle: Rudolf IV. /
Rudolf V. / Syd Frewin
1980: Das boshafte Spiel des Dr. Fu
Man Chu (The Fiendish Plot of Dr. Fu). Regie: Piers Haggard. Rolle:
Dr. Fu Manchu / Nayland Smith
1982: Der rosarote Panther wird
gejagt (Trail of the Pink Panther). Regie: Blake Edwards. Rolle:
Inspektor Jacques Clouseau
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