Interview mit Rainer Klausmann
Rainer Klausmann Vorspann Rainer Klausmann ist der Kameramann des Psychothriller Das Experiment - Black Box

Frage: Sie haben bereits mehrfach mit Oliver Hirschbiegel zusammengearbeitet, wie kam es dazu?

Rainer Klausmann: Als sein damaliger Kameramann bei "Trickser" nicht konnte, hat er mich gefragt, und wir haben uns eine Weile am Telefon unterhalten und uns gut verstanden und viel gelacht. Und dann haben wir "Trickser" zusammen gemacht, danach "Das Urteil" und "Todfeinde". Ich denke, da stimmt einfach die Chemie. Wir behindern uns nicht, sondern puschen uns gegenseitig auf eine Weise, die zu Ergebnissen führt, die auch anderen Leuten zu gefallen scheinen. Oliver hat eine enorme Energie und einen sehr starken Willen.

Frage: Wie sah Ihre Zusammenarbeit beim Das Experiment - Black Box aus?

Rainer Klausmann: Er hatte das Buch gelesen und mir davon erzählt: Dann geriet das wieder in Vergessenheit, aber er schickte es mir irgendwann zu und wir haben zuerst am Telefon darüber gesprochen, wie man das machen könnte. Jeder kommt mit seinen Vorschlägen, wie er sich das vorstellt, und so tastet man sich gemeinsam heran. Dann schaut man auch Filme an, die ähnliche Situationen zeigen, oder in ähnlichen Gebäuden spielen. So nimmt das langsam Form an, bis man sagt: So probieren wir es jetzt.

Frage: Haben Sie sich Sorgen darüber gemacht, dass der größte Teil dieses Films in diesem Gefängnis spielt, das optisch wenig hergibt, und sehr eng, kahl und eintönig ist?

Rainer Klausmann: Nein, überhaupt nicht. Ich halte mich nicht mit technischen Problemen auf. Wenn mir eine Geschichte gefällt, dann habe ich Lust, das zu machen, und dann finden sich auch Lösungen. "Das Urteil" spielte ja auch nur in einem Raum, was sicherlich schwieriger ist, als einen Krimi mit vielen Schauplätzen zu drehen.

In erster Linie geht es um die Geschichte und die Figuren, ich gehe ja selber auch nicht wegen eines Kameramanns ins Kino. Wenn ich arbeite, stelle ich mir vor, was ich selber gerne sehen würde. Dabei geht es mir niemals um schöne Bilder, sondern um einen guten Film, mit den Bildern, die seiner Geschichte und seiner Stimmung entsprechen. Sterile Bilder, wie man sie in der Regel in der Werbung sieht, interessieren mich nicht.

Frage: Gab es bereits im Vorfeld eine klar definierte Farbdramaturgie?

Rainer Klausmann: Die ist erst während des Bauens entstanden, als wir da unten waren und uns Gedanken darüber machten, dass es Tag und Nacht gibt, aber keine Fenster. Da hatten wir die Idee mit diesen hellen, von innen beleuchteten Wänden, damit nicht das ganze Licht nur von oben kommt.

Dirk Jasper FilmLexikon
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